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Liste mit Pferdefuß

Pressemitteilung   •   Jul 09, 2019 15:17 CEST

Berlin, d. 9. Juli 2019. Wenn Geld fließen soll, freut man sich. Wenn sich dabei allerdings auch ein altbekannter Pferdefuß zeigt, mindert das die Freude doch erheblich. Insgesamt 48 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr an kleine Krankenhäuser in ländlichen Regionen fließen, um dort die Krankenhausversorgung zu sichern. Über eine Liste von 120 Klinikstandorten, die davon profitieren, haben sich jetzt die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband geeinigt.

Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul, heißt es ja im Volksmund so schön. Und die Krankenkassen mussten hier sicher auch über ihren Schatten springen, denn eigentlich wollen sie viele kleine Krankenhäuser ja am liebsten schließen.

„Was uns als Verband der Krankenhausdirektoren auch in diesem Fall allerdings aufbringt, ist die Tatsache, dass grundsätzliche Entscheidungen zur Gesundheitsversorgung vor allem von den Ländern immer wieder auf die lange Bank geschoben werden. Mit einer sinnvollen, zukunftsfesten Versorgungplanung und der entsprechenden Finanzierung, die ländliche Räume ebenso wie die städtischen Ballungsgebiete im Blick hat, wären solche Listen vermutlich überhaupt nicht notwendig – und die Krankenhäuser hätten zudem Planungssicherheit“, erklärt der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings.

Der bestandserhaltende Investitionsbedarf der Krankenhäuser liegt nachweislich bundesweit deutlich über sechs Milliarden Euro pro Jahr. Das zeigt die aktuelle Investitions-Analyse für 2019, auf die sich die DKG, der GKV-Spitzenverband und der Verband der Privaten Krankenversicherung geeinigt haben. Die Bundesländer decken diesen Bedarf nur zur Hälfte ab.

Wenn es hier auch zwischen den Ländern Unterschiede gibt, so ist es doch Tatsache, dass sie insgesamt ihrer Pflicht zur Investitionsfinanzierung der Kliniken in ihren Ländern sträflich nicht im notwendigen Maße nachkommen – mit allen negativen Folgen für die Wirtschaftlichkeit der Häuser und damit für die Zukunftsfestigkeit der Gesundheitsversorgung insgesamt.

Hinzu kommt, dass alle Krankenhäuser – große wie kleine – unter Zwangsrabatten leiden, verursacht u.a. durch die Medizinischen Dienste, die im Auftrag der Krankenkassen agieren und damit deren Geschäftsmodell „Sparen durch MDK-Kontrollen“ befördern. Das Ergebnis ist ein Erlösentzug zu Gunsten der Kassen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro jährlich trotz erbrachter Leistungen.

„Es ist Fünf vor Zwölf“, so der VKD-Präsident. „Und um auf die auch erst für 2020 angekündigten 48 Millionen Euro zurückzukommen: Für die betreffenden Krankenhäuser und vor allem für die Versorgung der Menschen, die dort leben, ist das gut und nur zu begrüßen. Die Krankenhausversorgung insgesamt in Deutschland aber braucht wesentlich mehr als eine solche Aktion. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Roland Berger erwarten 80 Prozent der Krankenhausmanager eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation ihres Krankenhauses. Im Jahr 2017 waren es 60 Prozent. So kann es nicht weitergehen!“

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.250 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. http://www.vkd-online.de/

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