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Ungeregelte Situation muss vermieden werden

Pressemitteilung   •   Apr 30, 2019 17:28 CEST

  • Datengrundlage für neue Personalrichtlinie psychiatrischer und psychosomatischer Einrichtungen fehlt bisher
  • Praktiker schlagen zukunftsfähiges Instrument und gesetzliche Übergangslösung vor

Berlin, d. 30. April 2019. Es zeichne sich ab, dass der Zeitpunkt für das Inkrafttreten einer neuen, den gesetzlichen Anforderungen genügenden Personalrichtlinie für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen nur sehr schwer zu halten sein werde. Der damit beauftragte gemeinsame Bundesausschuss G-BA verfüge bisher nicht über die notwendige Datengrundlage dafür. Eine Situation ohne klare und fundierte Regelungen müsse auf jeden Fall vermieden werden, erklären Dr. Margitta Borrmann-Hassenbach, Vorsitzende der BAG Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser und Holger Höhmann, Vorsitzender der Fachgruppe Psychiatrische Einrichtungen des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).

Die neuen Mindestvorgaben für die Personalausstattung der psychiatrischen und psychosomatischen Krankenhäuser und Abteilungen sollen bis 2020 in den Qualitätsrichtlinien des G-BA festgelegt sein. Die bisher geltende Psychiatrie-Personalverordnung (Psych-PV) ist nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres gültig.

In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen beide Verbände vor einer ungeregelten Lage. Sie könne zu einer Gefahr für die Sicherstellung der Versorgung führen. Gleichzeitig verweisen sie darauf, dass es bereits ein zukunftsfähiges, am Patientenbedarf orientiertes Personalbemessungsinstrument gibt. Entwickelt wurde es von einer großen Anzahl von Fach- und Berufsverbänden – auch der BAG und der VKD-Fachgruppe - auf der „Plattform Personalbemessung“. Die Experten sind von der Umsetzbarkeit und Qualität dieses Instruments überzeugt. Es basiert auf der Psych-PV von 1991 und greift medizinischen und prozeduralen Fortschritt seither auf. Es wird derzeit in einer Machbarkeitsstudie überprüft. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat das Modell als fachlich fundiert bewertet.

Holger Höhmann: „Das Modell ist praxisorientiert und zukunftsfähig. Der G-BA kann darauf aufbauen. Es muss nun umfassend ausgearbeitet und für den Psychiatriealltag praktikabel gestaltet werden.“ Das werde, so rechnen die an der Plattform beteiligten Experten, noch einmal bis zu zwei Jahre dauern. Deshalb müsse es eine Übergangslösung geben, damit die Patientenversorgung in der Zwischenzeit gesichert sei.

Der Vorschlag: die Gültigkeit der Psych-PV wird um drei Jahre verlängert. Dem G-BA wird gleichzeitig mehr Zeit gegeben, die neuen Mindestvorgaben für die Personalbemessung festzulegen. Bereits in der Übergangsphase könnte es auf Grund des zu erwartenden Mehrbedarfs an Personal durch die neue Richtlinie schon eine Anpassung der Psych-PV geben.

Die Autoren der Gemeinsamen Stellungnahme verweisen darauf, dass die Entwicklung eines nachhaltigen, methodisch validen Instruments für die künftige Personalbemessung eine komplexe Herausforderung ist. Die Qualität einer solchen Richtlinie sowie des dazu gehörenden Bemessungsinstruments sei bedeutend wichtiger als formale Termintreue mit fraglichen Ergebnissen.

Wortlaut der Gemeinsamen Stellungnahme „Sicherstellung einer funktional geregelten Personalbemessung in den Fachkliniken und Abteilungen für Psychiatrie, Psychosomatik und Kinder- und Jugendpsychiatrie ab 2020“ unter www.vkd-online.de

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.250 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. http://www.vkd-online.de/

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