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Westfalen Weser Energie löst Klärschlammproblematik für Städte und Gemeinden in der Region – Mehrwert inklusive

Pressemitteilung   •   Apr 08, 2019 14:16 CEST

Phospor For Future

Wohin mit dem Klärschlamm, der bei der Abwasseraufbereitung zurückbleibt? Diese Frage bereitet Kommunen mehr und mehr Sorgen. Eine innovative Lösung für diese wichtige Aufgabe hat Westfalen Weser Energie (WWE) gefunden. Sie will mit einem Partnerunternehmen in einer thermischen Verwertungsanlage Klärschlämme aus kommunalen Anlagen entsorgen. Besonderer Clou des Projekts: Die sofortige Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlamm-Asche. Der Partner soll Planung, Bau und Betrieb der thermischen Anlage übernehmen. Die europaweite Ausschreibung für ein Partnerunternehmen läuft. Dabei sind Bietergemeinschaften zugelassen.

Diese Lösung bietet insbesondere den Städten und Gemeinden im Raum Westfalen/Weser mehrere Vorteile. Denn vor allem Engpässe in der landwirtschaftlichen Verwertung, sinkende Klärschlamm-Mitverbrennungsmöglichkeiten und die gesetzliche Pflicht zur Phosphorrückgewinnung ab 2029 für Kläranlagen in Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern (EW) und ab 2032 für Kommunen mit über 50.000 EW zwingen die Verantwortlichen zum Handeln. „Die Kommunen können mit unserer Lösungsidee einerseits die Klärschlämme sauber entsorgen. Andererseits kommen sie der Pflicht zum Phosphorrecycling schon Jahre vor dem Stichdatum nach. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir 2022 den Betrieb aufnehmen können“, erläutert Dr. Stephan Nahrath, Geschäftsführer Westfalen Weser Energie, die Pläne. Die Gremien der Unternehmensgruppe könnten noch in diesem Sommer die ersten wegweisenden Beschlüsse fassen, so dass in rund einem Jahr die Investitionsentscheidung für das Projekt getroffen werden kann.

Klärschlammverwertung mit direktem Phosphorrecycling geplant

Das geplante Investitionsvolumen von 50 bis 60 Mio. Euro würden sich WWE und das per Ausschreibung gesuchte Partnerunternehmen abhängig von der eingelieferten Klärschlammmenge teilen. Gedacht ist an eine thermische Klärschlammverwertungsanlage und direkt angeschlossenem Phosphorrecycling durch nass-chemische Behandlung der entstehenden Aschen. Bei dieser Methode können neben dem Phosphor auch weitere vermarktbare Produkte wie Metallsalze und Gips gewonnen werden. Es soll ein optimaler Standort für die Anlage gefunden werden, der auch außerhalb des Raums Westfalen/Weser liegen kann. Auch wenn die Inbetriebnahme der eigenen Anlage für 2022 anvisiert ist, sichert das Unternehmen bei Bedarf schon ab 2020/21 für die Kommunen Entsorgungssicherheit zu. Dafür stehen als Übergangslösung alternative Verwertungswege zur Verfügung.

Westfalen Weser Energie löst kommunales Problem der Klärschlammverwertung mit Zusatzeffekten

Durch die Kopplung von Klärschlammverbrennung und Phosphorrecycling ergeben sich auch handfeste finanzielle Vorteile. „Die Kosten für die Aschedeponierung inclusive Transport entfallen. Gleichzeitig können Materialfluss und Anlagenabstimmung optimiert werden“, so Dr. Nahrath.
Das Konzept wurde den 54 WWE-Gesellschaftern, allen sonstigen Konzessionsgebern sowie weiteren Kommunen aus der Region bereits vorgestellt. Die Kommunen werden mittelbar bis zu 50 Prozent auch an der Wertschöpfung der Anlage teilhaben – ein weiteres finanzielles Plus.

Dieses Geschäftsmodell ist für die Städte und Gemeinden auch deshalb so attraktiv, weil dem kommunalen Unternehmen ohne Ausschreibungen die Klärschlammmengen übertragen werden können. Damit ergibt sich für alle Kommunen im Raum Westfalen und Südniedersachsen eine interessante Lösung, die allen offen steht.

In ersten Reaktionen waren viele Anteilseigner überaus angetan von dem Konzept, wie etwa Herfords BürgermeisterTim Kähler, Aufsichtsratsvorsitzender bei WWE: „Die Herangehensweise von Westfalen Weser Energie eröffnet die Möglichkeit einer wirtschaftlich optimalen Klärschlammverwertung – und das insbesondere aus Sicht des Gebührenzahlers, der hier nicht durch Phosphorrecycling zusätzlich belastet wird. Zudem ist eine möglichst große Transparenz im Ablauf durch die maßgebliche Beteiligung der einliefernden Kommunen gewährleistet. Mit dem ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Vorgehen wird die junge Generation doppelt entlastet.“

Westfalen Weser Energie holt als Infrastrukturdienstleister grundlegendes Knowhow in die Region

Die WWE-Gruppe erweitert mit diesem Angebot an ihre Konzessionsgeber und weitere interessierte Kommunen ihr Portfolio und wird immer mehr zum Infrastrukturdienstleister für Städte und Gemeinden in der Region. Auch überregional haben bereits erste Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern stattgefunden, die angesichts der Problematik großes Interesse zeigten. Darüber hinaus haben sich die Verantwortlichen bei WWE beim Wasserver- und –entsorger Hamburg Wasser bereits eingehend über das dort angewandte Verfahren zum Phosphorrecycling informiert. Die Hamburger setzen gemeinsam mit einem Entsorgungsunternehmen auf ein sehr durchdachtes Verfahren. Im Bereich der Elektromobilität kooperiert die WWE-Gruppe u. a. mit der ENSO Energie Sachsen Ost AG/Drewag (ENSO) und ebenfalls erfolgreich mit einem kommunalen Unternehmen aus der Hafenmetropole: der Stromnetz Hamburg GmbH. Mit diesem starken Partner arbeitet WWE auch beim Aufbau eines eigenen Funk-Kommunikationssystem LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) zusammen. Von der Zusammenarbeit mit überregionalen und bedeutenden Partnern profitiert letztlich auch die Region Westfalen/Weser.

Lebenswichtigen Nährstoff Phosphor gewinnen und Mikroplastik entsorgen

Zusätzlich greift WWE ein bisher noch wenig beachtetes Umwelt- und Nachhaltigkeitsthema auf. Begrenzte Vorkommen, umweltbeeinträchtigende Förderbedingungen und zunehmende Verunreinigungen sowie das erhebliche Recyclingpotential des lebenswichtigen Nährstoffs Phosphor sprechen für eine baldige Rückgewinnung deutlich vor 2029. Rund 60% der deutschen Phosphorimporte könnten durch konsequentes Recycling aus Klärschlamm vermieden werden und die negativen Einträge in unsere Bäche und Flüsse weiter reduziert werden.

Auch ein zweites aktuelles Umweltproblem wird durch die geplante Vorgehensweise angefasst. Denn Mikroplastik belastet zunehmend den Klärschlamm und die Verteilung auf Felder ist schädlich. Eine thermische Verwertung hingegen entsorgt das Mikroplastik sicher.

Westfalen Weser Energie-Gruppe Seit Juli 2013 hat die Region mit der Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG einen rein kommunalen Energiedienstleister. 54 Kreise und Kommunen sind an dem Unternehmen beteiligt. 24 weitere Kommunen sind Konzessionsgeber des regionalen Dienstleisters. Das operative Geschäft liegt in den beiden Tochterunternehmen, der Westfalen Weser Netz GmbH und der Energieservice Westfalen Weser GmbH. Bestehende und zukünftige Beteiligungen sowie Dienstleistungen sind in der Westfalen Weser Beteiligungen GmbH gebündelt.

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