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UBA: Treibhausgasemissionen 2019 um 6,3 Prozent gesunken

News   •   Mär 16, 2020 16:59 CET

Insbesondere der Fuel Switch von Kohle zu Gas trug 2019 zur Reduktion des deutschen Treibhausgas-Ausstoßes bei. (Foto: Kai Bublitz/Zukunft ERDGAS)

Die deutschen Treibhausgasemissionen sind im vergangenen Jahr gegenüber 2018 um 6,3 Prozent (54 Millionen Tonnen) auf insgesamt 805 Millionen Tonnen gesunken. Das geht aus der vorläufigen Treibhausgas-Bilanz des Umweltbundesamts (UBA) hervor. Damit habe sich der positive Trend aus dem Vorjahr fortgesetzt. Treiber dieser Entwicklung sei nach Angaben des UBA vor allem die Energiewirtschaft gewesen, die ihren Treibhausgas-Ausstoß um 51 Millionen Tonnen reduziert habe. So hätten insbesondere die Reform des europäischen Emissionshandels, der niedrige Gaspreis, der Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke zu sinkenden Treibhausgas-Emissionen geführt.

Fuel Switch von Kohle zu Gas führt zu sinkenden CO2-Emissionen

Insbesondere der verstärkte Einsatz emissionsarmer Gas- statt Kohlekraftwerke war ein wesentlicher Faktor. Getrieben wurde diese Entwicklung durch steigende CO2-Preise, die sich aufgrund der erfolgreichen Reform des europäischen Emissionshandels ergeben haben. So habe sich der CO2-Preis nach Angaben des UBA im Jahr 2019 mit 24,65 € pro Tonne gegenüber 2018 nahezu verdoppelt. Dadurch wurde der Betrieb von emissionsintensiven Kohlekraftwerken häufig teurer als der von Gaskraftwerken. Entsprechend hat die Energiewirtschaft im vergangenen Jahr 16,7 Prozent weniger CO2 gegenüber 2018 ausgestoßen.

Weitere 7 Millionen Tonnen CO2-Einsparung (-3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr) verzeichnete die Industrie, unter anderem aufgrund sinkender Prozessemissionen in der Stahlindustrie.

„Deutschland hat 2019 einen großen Schritt beim Klimaschutz geschafft. Mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 gab es in keinem Jahr seit 1990 einen so großen Rückgang der Emissionen. Das macht Mut für die großen Aufgaben, die vor uns liegen. Denn die Klimabilanz von 2019 zeigt: Unsere Maßnahmen greifen, es wurde deutlich weniger Kohle verbrannt“, so Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Zunehmender Treibhausgasausstoß im Bereich Gebäude und Verkehr

Während die Energiewirtschaft maßgeblich zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes beigetragen hat, fordern sowohl Bundesumweltministerin Schulze als auch UBA-Präsident Dirk Messner jedoch zusätzliche Maßnahmen für die Bereiche Gebäude und Verkehr. So seien die Emissionen aus dem Gebäudebereich gegenüber 2018 sogar um 5 Millionen Tonnen (+4,4 Prozent) angestiegen. Als Grund dafür nennt das UBA zum einen deutlich gestiegene Heizölabsätze aufgrund des niedrigen Ölpreises. Zum anderen trug aber auch ein kühlerer Winter 2019 zu dieser Entwicklung bei.

Mit einem Plus von 1,2 Millionen Tonnen (+0,7 Prozent) verzeichnete zudem auch der Verkehrssektor Zuwächse beim Ausstoß von Treibhausgasen. Mit 163,5 Millionen Tonnen haben diese 2019 leicht über dem Vorjahresniveau gelegen, teilte das UBA mit. So stand dem vermehrten Einsatz sparsamer Fahrzeuge eine deutliche Zunahme des Kfz-Bestands gegenüber, sodass der Verbrauch von Diesel und Benzin gestiegen sei.

Treibhausgasausstoß gegenüber 1990 bisher um 35,7 Prozent gesunken

Leichte Fortschritte konnten allerdings in den Bereichen Landwirtschaft (-2,3 Prozent) und Abfall (-4,7 Prozent) erreicht werden. Im Sektor Landwirtschaft läge dies vor allem in einem gesunkenen Rinder- und Schweinebestand sowie einem rückläufigen Mineraldüngerverkauf begründet. Sinkende Emissionen der Abfalldeponierung führten zudem zur Reduktion der Emissionen im Abfallsektor.

Somit seien die Emissionen in Deutschland im Vergleich zum Referenzjahr 1990 bisher um insgesamt 35,7 Prozent gesunken. Laut Klimaschutzgesetz wird bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 eine Reduktion um 55 Prozent angestrebt.