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Grünes Gas bringt uns zum EU-Klimaziel

Pressemitteilung   •   Jun 21, 2019 10:41 CEST

Kurzstudie zeigt Bedeutung von Wasserstoff für grüne Energieversorgung auf

Brüssel, 21. Juni 2019. Ein europäisches Energiesystem, das neben erneuerbaren Energien auch auf grüne Gase setzt, ist widerstandsfähiger und damit besser geeignet, die EU-Klimaziele zu erreichen. Das ist das Kernergebnis einer englischsprachigen Kurzstudie mit dem Titel „Hydrogen from natural gas – The key to deep decarbonisation“ der Beratungsfirma Pöyry. Die Kurzstudie wurde von Zukunft ERDGAS beauftragt und heute in Brüssel vorgestellt.

Die Europäische Kommission hat eine klare Vision: Bis 2050 soll der Staatenbund klimaneutral werden. Die Ende 2018 beschlossene Strategie mit dem Titel „A Clean Planet for All“ soll sicherstellen, dass dieser Transformationsprozess sozialverträglich gestaltet wird. Gleichzeitig möchte die Kommission die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft und Industrie verbessern. Der Umbau der Energieversorgung soll durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und eine breitflächige Elektrifizierung gelingen.

Im Rahmen der Kurzstudie hat Pöyry eine forcierte Elektrifizierung mit zwei technologieoffenen Entwicklungspfaden verglichen, die den Einsatz von gasbasierten Technologien erlauben. Während sich der zweite Entwicklungspfad auf den Einsatz von Wasserstoff aus Power-to-Gas und Dampfreformation beschränkt, steht im dritten Szenario auch die Methanpyrolyse für die Länder zur Verfügung, in denen die beiden anderen Grüngas-Technologien nur eingeschränkt oder gar nicht einsetzbar sind.

Die Analyse zeigt, dass durch eine vollständige Elektrifizierung das Risiko, die EU-Klimaziele nicht zu erreichen, deutlich erhöht wird. Grünes Gas hingegen kann insbesondere in Anwendungsgebieten, in denen eine Elektrifizierung nur schwer realisierbar ist – beispielsweise im Schwerlastverkehr, in unzureichend gedämmten Gebäuden oder bei der Prozesswärme der Industrie – eine sinnvolle Ergänzung sein. Durch den Wettbewerb vieler grüner Technologien, sind die Kosten des Systemumbaus in den beiden technologieoffenen Entwicklungspfaden geringer als im Elektrifizierungsszenario.

„Die Klimafrage kann nicht national gelöst werden. Nötig ist ein klimafreundliches, widerstandsfähiges europäisches Energiesystem – und dafür müssen jetzt in Brüssel die Weichen gestellt werden. Grünes Gas muss Teil der Lösung sein, denn es kann bestehende Infrastrukturen und Anwendungen nutzen und so die Kosten und Risiken des Systemumbaus deutlich minimieren. Um einen Markt dafür aufzubauen, brauchen wir ein klares Ziel für grünes Gas, das neben erneuerbarem Gas aus Power-to-Gas auch dekarbonisiertes Erdgas und Bio-Erdgas berücksichtigt. Die Branche muss heute beginnen, diese vielversprechenden Grüngas-Technologien zu entwickeln. Doch dafür braucht sie Planungssicherheit“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS.

Zukunft ERDGAS e.V. ist die Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft. Sie vertritt die Marke und das Produkt ERDGAS gegenüber Verbrauchern, Politik und Marktpartnern. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern setzt sich Zukunft ERDGAS dafür ein, dass die Potenziale des Energieträgers genutzt werden und informiert über die Chancen und Möglichkeiten, die ERDGAS für die Energiewende und in Zukunft bietet. Getragen wird Zukunft ERDGAS von führenden Unternehmen der Erdgaswirtschaft. Branchenverbände und die Heizgeräteindustrie unterstützen die Initiative als Partner.

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