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Drei Nordpfeiler, ein Tag, Winter: Video zur Begehung am Piz Palü
Am 8. März gelang Philipp Brugger und Lukas Waldner – beide mit dem BOA® Fit System unterwegs – eine außergewöhnliche alpinistische Leistung: die erste Winterbegehung aller drei Nordpfeiler des Piz Palü an einem Tag. Die Veröffentlichung des Videos gibt nun erstmals Einblick in ein Projekt, das von außen spektakulär wirkt und sich vor Ort vor allem durch Präzision, Erfahrung und einen stimmigen Ablauf auszeichnet.
Ein Projekt, das im Winter erstmals umgesetzt wurde
Ostpfeiler, Bumillerpfeiler und Spinaspfeiler gelten jeweils für sich als anspruchsvolle Linien. Während sie im Sommer regelmäßig begangen werden, sind Winterbegehungen selten. Alle drei Pfeiler zu dieser Jahreszeit zu einem Gesamtprojekt zu verbinden, war Neuland.
Die Verhältnisse am Tag der Begehung waren für den Winter günstig: wenig Neuschnee, vom Wind freigeblasene Strukturen und stabile Bedingungen an den Pfeilern. Dennoch bleibt das Klettern in dieser Jahreszeit technisch anspruchsvoll. Dass das gesamte Projekt ohne kritische Situationen verlief, lag vor allem an der präzisen Vorbereitung und realistischen Selbsteinschätzung. Unterwegs waren keinen neuen Entscheidungen nötig – der Plan ging auf.
Insgesamt benötigte das Duo 8 Stunden und 59 Minuten vom Einstieg des ersten bis zum Ausstieg des dritten Pfeilers, die reine Kletterzeit betrug 6 Stunden und 25 Minuten. Dabei stand nicht das Tempo im Vordergrund, sondern ein konstanter Rhythmus – zügig, aber kontrolliert. Mentale Tiefpunkte oder Zweifel blieben aus und die Seilschaft funktionierte wie gewohnt.
Erfahrung, Einschätzung und Material
Die Fähigkeit, ein solches Projekt umzusetzen, basiert weniger auf einzelnen Spitzenleistungen als auf einem über Jahre gewachsenen Gesamtverständnis und der richtigen Einschätzung. Zudem spielte auch die Ausrüstung eine zentrale Rolle.
„Volles Vertrauen ins Material ist eine der Grundlagen“, sagt Philipp. „Gleichzeitig willst du so leicht wie möglich unterwegs sein.“
Ein großartiger Tag am Berg – die bewegten Bilder zur Begehung
Philipp Brugger und Lukas Waldner stellen sich im Winter den drei Nordpfeilern des Piz Palü.
Steile Wände, weitläufige Schneefelder und ausgesetzte Eisflanken verlangen ein Höchstmaß an Präzision – Anforderungen, die weit über eine Sommerbegehung hinausgehen.
Im Fokus steht der Versuch, alle drei Pfeiler in einer einzigen Begehung zu verbinden – ein ambitioniertes Vorhaben, das eindrucksvoll zeigt, wie komplexe Projekte im Hochgebirge unter extremen Bedingungen Form annehmen.