Pressemitteilung —
DOYMA-Fachartikel: Die neue DIN 18533 – Stand 06/2026
Thomas Wagner, Vertriebsmanagement Dichtungssysteme DOYMA
DIN-Normen werden planmäßig mindestens alle fünf Jahre vom DIN (Deutsches Institut für Normung) auf ihre Aktualität überprüft, um sicherzustellen, dass sie dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. So wurde die DIN 18533 im Juni 2026 in aktualisierter Form veröffentlicht.
Die DIN 18533 ist in drei Teile gegliedert:
- Teil 1 – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
- Teil 2 – Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
- Teil 3 – Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen
Die Norm ist anwendbar für die Abdichtung:
- gegen Bodenfeuchte
- gegen nichtdrückendes Wasser
- gegen von außen drückendes Wasser
- gegen nichtdrückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
- gegen Spritzwasser am Wandsockel
- gegen Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden
Weiterhin darf die Norm auch für erdüberschüttete unterirdische Bauwerke angewendet werden, sofern diese in offener Bauweise errichtet werden.
Es wurden folgende Änderungen vorgenommen:
- Einwirkungen von Wasser aus dem Baugrund wurden aus DIN 4095-1 aufgenommen und in Beanspruchungen an die Abdichtung umgesetzt, wobei die ehemaligen Wassereinwirkungsklassen in Wasserbeanspruchungsklassen umbenannt wurden
- Riss- und Rissüberbrückungsklassen wurden zusammengeführt
- Abschnitt 9 „Tür- und Fensteranschlüsse“ wurde überarbeitet
- die Einschränkung des Anwendungsbereiches von Polymerbitumenbahnen mit Aluminiumverbundträgereinlage, Typ EB, auf W.1-E und RN 1-E und RN 2-E wurde aufgehoben
- Regelungen zur Abdichtung von Deckenflächen bei W2-E wurden aufgenommen
- Festlegungen für die Abdichtung mit FPD wurden aufgenommen
- die Dokumente wurden redaktionell überarbeitet. [1]
Einwirkungen aus Wasser im Baugrund nach DIN 4095-1
Die Einwirkungen aus Wasser im Baugrund sind in DIN 4095-1 geregelt.[1]
Für die Festlegung von Einwirkungen von unterirdischem Wasser auf erdberührte Bauteilflächen wird zwischen den Wassereinwirkungsklassen E1 und E2 unterschieden:
- E1: Wassereinwirkung aus Bodenfeuchte und nichtstauendem Wasser oberhalb des Bemessungsgrundwasserstands
- E2-S: Wassereinwirkung durch Stauwasser oberhalb des Bemessungsgrundwasserstands
- E2-G: Wassereinwirkung durch Grundwasser unterhalb des Bemessungsgrundwasserstands [2]
Diesen Einwirkungen werden in der DIN 18533 die Wasserbeanspruchungsklassen für die Abdichtungen zugeordnet.
Wasserbeanspruchungsklassen nach DIN 18533
Die Wasserbeanspruchung kann durch kapillar transportiertes, nichtdrückendes oder drückendes Wasser stattfinden.
Es wird nach den folgenden Wasserbeanspruchungsklassen differenziert:
- W1-E – Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser
- W2-E – drückendes Wasser
- W3-E – nichtdrückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
- W4-E – Spritzwasser am Wandsockel sowie Kapillarwasser in und unter erdberührten Wänden
Die Anforderungen an die Durchdringungen/Hauseinführungen werden nach diesen Wasserbeanspruchungsklassen definiert.
Weitere Änderungen in der DIN 18533 zum Thema Durchdringungen
Im Teil 1 Kap.10 Abdichtung von Durchdringungen ist der folgende Satz ergänzt worden:
"Für die Ausführung des Anschlusses der Abdichtung an die Durchdringung nach 10.4 ist die an der Position der Durchdringungsstelle zu erwartende Wassereinwirkung maßgebend." [1]
Weiterhin ist im Anhang des Teil 1 unter A.6 Los- und Festflanschkonstruktionen ist der Satz:
"Der Festflansch ist immer auf der wasserabgewandten Seite anzuordnen."
ersetzt worden durch:
"Der Festflansch ist in der Regel auf der wasserabgewandten Seite anzuordnen. Er darf aber auf der wasserzugewandten Seite liegen, wenn der Losflansch von innen angebracht wird, z.B. beim Einbau der Abdichtung gegen eine Wandrücklage oder auf der Sauberkeitsschicht der Sohle, z.B. beim Eindichten eines Brunnentopfes."[1]
Literatur:
[1] DIN 18533-1:2026-06, Abdichtung von erdberührten Bauteilen – Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
[2] DIN 4095-1: 2026-06, Baugrund – Wassereinwirkungen auf erdberührte Bauteile und Dränung zum Schutz der Bauteile – Teil 1: Begriffe und Wassereinwirkungen
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