Pressemitteilung —
Erinnern statt vergessen: Menschen „Beim Namen nennen“, die auf der Flucht starben
In der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg findet am 19. und 20. Juni 2026 eine Gedenkveranstaltung für Menschen statt, die auf der Flucht gestorben sind. Ihre Namen werden über 24 Stunden verlesen – auch Bischof Dr. Christian Stäblein, EKD-Beauftragter für Flüchtlingsfragen und Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), liest Namen vor.
Berlin – Seit 1993 hat UNITED for Intercultural Action über 72.000 Todesfälle von Menschen auf der Flucht dokumentiert: Unter ihnen Kinder und Familien. Menschen, die oft namenlos gestorben sind und nirgends beerdigt wurden. Die Gedenkaktion „Beim Namen nennen“ will durch das Verlesen der Namen und die Nennung der Todesumstände diese Schicksale öffentlich machen, an sie erinnern – und ein Zeichen setzen, dies nicht länger in Kauf zu nehmen. Ihre Schicksale sind auf der „List of Refugee Deaths“ dokumentiert.
Bischof Dr. Christian Stäblein: „Geflüchtete sind Menschen, keine Zahlen. Hinter jedem Namen, der hier verlesen wird, steht eine eigene Geschichte – mit Hoffnungen, Angehörigen und Freunden. Indem wir die Namen und die Geschichten derjenigen vortragen, die auf der Flucht ihr Leben verloren haben, erinnern und würdigen wir sie. Wir setzen so ein Zeichen gegen das Vergessen. Die Würde und die Rechte aller Menschen müssen Maßstab unseres Handelns bleiben. Alle haben die gleiche Würde vor Gott, ihr Name sei in Gottes Gedächtnis aufgehoben. – Menschen, die fliehen, brauchen Unterstützung. Mit unserer Hilfe können wir ein starkes Zeichen gelebter Nächstenliebe setzen.“
Begleitet wird die Lesung von Musik und gemeinsamen Aktionen. So werden die Namen der Toten auf Stoffstreifen geschrieben und an meterlagen Bändern vor der Kirche ausgehängt. Viele Menschen beteiligen sich an der Aktion - mit dem Ziel, zu zeigen, dass hinter den Zahlen Menschen und ihre Geschichten stehen. Und um die Opfer durch ihre Sichtbarmachung zu würdigen.
Am 19. Juni 2026 wird der EKD-Beauftragte für Flüchtlingsfragen und EKBO-Landesbischof Bischof Dr. Christian Stäblein von 18 bis 19.30 Uhr die Aktion gemeinsam mit den Pfarrerinnen Barbara von Bremen und Ute Gniewoß eröffnen. Unter anderem werden Teile aus dem dokumentarischen Theater „Mittelmeer-Monologe“ präsentiert.
Termin: 19. Juni 2026, 18 Uhr bis 20. Juni 2026, 19 Uhr Passionskirche, Marheinekeplatz, Berlin-Kreuzberg https://www.beimnamennennen.ch/city/berlin
Ablauf (Änderungen vorbehalten)
Ab ca. 17.50 Uhr Musik
Ca. 18.00 Uhr Begrüßung und Einführung: Pfarrerin i. R. Barbara von Bremen
Ca. 18.15 Uhr Pfarrerin Ute Gniewoß: Verlesung eines Briefes von Efi Latsoudi (Lesvos Solidarity) über den Umgang mit gestorbenen Geflüchteten auf Lesbos
Ca. 18.30 Uhr Statement von Bischof Dr. Christian Stäblein
Ca. 18.40 Uhr Vorstellung des dokumentarischen Theaters „Mittelmeer-Monologe“
Ca. 19.15 Uhr Fürbitte
Ca. 19.20 Uhr Beginn des Verlesens durch Bischof Dr. Christian Stäblein
Die 24-stündige Lesung der Namen endet mit einem politischen Abendgebet am Samstag, 20. Juni, um 18 Uhr. Unter der Überschrift „hinschauen-beten-handeln“ wird am Weltflüchtlingstag der Opfer von Fluchtbewegungen überall auf der Welt und speziell an den Grenzen Europas gedacht. Die Besucherinnen und Besucher sind zum aktiven Gedenken, zum Gebet und zum Handeln eingeladen. Betroffene und Unterstützende kommen zu Wort, protestieren gegen alte und neue Ungerechtigkeiten und verabreden sich zum Handeln.
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Die EKBO ist eine Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit Sitz in Berlin. Ihr Gebiet umfasst Berlin, Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil Sachsens. Zur EKBO gehören 520 Kirchengemeinden mit ca. 746.000 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2025). Leitender Geistlicher ist Bischof Christian Stäblein. Die EKBO ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und die größte religiöse Gemeinschaft in ihrer Region.