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Pressemitteilung

Grußwort von Bischof Stäblein im heutigen CSD-Gottesdienst

Sperrfrist: heute, 24. Juli, 17.00 Uhr. Es gilt das gesprochene Wort

Berlin – Am heutigen Freitag, dem 24. Juli 2026, hält Landesbischof Dr. Christian Stäblein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) im Rahmen des Gottesdienstes am Vorabend des CSD ein Grußwort.

Der Gottesdienst findet heute um 17.00 Uhr in der Berliner St. Marienkirche statt.

Sperrfrist: 24. Juli 2026, 17.00 Uhr. Es gilt das gesprochene Wort.


Das Grußwort von Bischof Stäblein:

„Liebe Geschwister, Freundinnen und Freunde, Gemeinde heute,

schön, dass wir wieder zusammen sind.

Liebe braucht community, heißt das Motto dieses Jahr, Liebe braucht Gemeinschaft.

Das ist ein sehr richtiger Satz. Denn ja: Ohne Gemeinschaft geht Liebe ins Leere, geht es womöglich und schnell nur noch um mich selbst. Eine Gesellschaft der Ich-Linge aber ist gemeinschaftsunfähig. Im wahrsten Sinne des Wortes lieblos. Liebe braucht Community.

Der Satz ist so richtig, dass er in die Gefahr kommt, in die alle richtigen Sätze geraten können. Man überhört ihn, weil er so selbstverständlich scheint, so abstrakt und in allem und für alle so richtig, dass er leer wird. So ist es gerade für richtige Sätze essentiell, dass sie in ihrem Kontext bleiben, konkret, direkt. Liebe braucht Community heißt konkret: Gut, dass Ihr, dass Sie da sind. Das ist ja, auch wenn es inzwischen eine große und lange Tradition hat, alles andere als selbstverständlich, dass Ihr hier seid, dass CSD und queeres Leben und Lieben und der Ort der Kirche und das Bekenntnis der Religionen, also der Gott Liebenden -, dass das zusammen kommt. Ganz konkret also: Gut, dass Ihr hier seid, dass wir community bilden, queer und allys. In allem Selbstverständlichen halte ich einen Moment inne und halte das fest: Liebe braucht Gemeinschaft, also Dich und Sie und Sie und Dich und mich und uns und Euch. So wird es konkret. Jetzt und hier.

Liebe braucht Community. Der Satz ist nicht nur richtig und im besten Sinne selbst verständlich. Der Satz ist auch notwendig. In diesen Zeiten, in denen die, die Leben und Liebe normieren wollen, heftig und aggressiv unterwegs sind, da ist es wichtig, dass wir einander nicht allein lassen, ja, dass wir die Liebe nicht allein lassen. Liebe braucht den Schutz der Gemeinschaft, queer leben und lieben braucht und bekommt den Schutz der Gemeinschaft, das ist wichtig, das sagen wir laut, dazu stehen wir, ganz klar. Und umgekehrt gilt auch: Die Gemeinschaft braucht den Schutz durch die Liebe, denn ohne das verliert sie sich in Selbstbehauptungen und Selbstverliebtheit. Was wie wir wissen wenig mit Liebe zu tun hat. Liebe braucht Community, sonst ist sie schutzlos. Community braucht Liebe, sonst ist sie wertlos.

Liebe braucht Gemeinschaft. Ein richtiger, selbstverständlicher, konkreter, notwendiger Satz. Schließlich – wir sind hier in der Kirche – eine himmlische Botschaft, ein heiliger Satz. Gott will ja selbst nicht allein sein. Das gilt in der christlichen Tradition, wo wir uns, um uns vorzustellen, wie Gott in seinem Wesen Gemeinschaft und Beziehung ist, das alles mit der heiligen Trinität vor Augen führen. Aber wenn ich Ihnen heute schon am Anfang des Gottesdienstes im kurzen Zuspruch die Trinität auslegen wollte, fühlen Sie sich womöglich im falschen Rave. Also: ein andermal vielleicht. Nur das jetzt: Für alle unsere Glaubenstraditionen, jüdisch, muslimisch, christlich gilt: Gott will nicht allein sein, Gott will nicht ohne Menschen sein, seine, ihre Liebe sucht die Menschen, die Schöpfung. Gottes Liebe braucht Community. Die Bibel ist voll davon und fängt genau so an. Gott will nicht für sich sein, sondern mit, mit uns. Liebe braucht Community. Und auch hier gilt wieder zugleich das Umgekehrte: Community braucht auch Gottes Liebe. Gottes Segen, Gottes Schutz. Jedenfalls empfehle ich das mit Nachdruck. Denn sie macht Gemeinschaft achtsam, frei, vielfältig und offen für den und die Nächste. Erst so wird es ein himmlisches Miteinander. Gottes Liebe braucht Gemeinschaft. Und Gemeinschaft braucht Gottes Liebe. Die sprechen wir einander zu hier in dieser Stunde. Danke. Gut, dass Ihr, dass Sie da sind. Gerade heute ist das wahr und entscheidend und notwendig. Und: so sehr es sich von selbst versteht, versteht es sich doch nicht von selbst. So ist es um Gottes Willen und in seinem Namen auch gut so. Also: unter Gottes Schutz und Segen lasst uns feiern. Himmlisch und gut so.“

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Die EKBO ist eine Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit Sitz in Berlin. Ihr Gebiet umfasst Berlin, Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil Sachsens. Zur EKBO gehören 520 Kirchengemeinden mit ca. 746.000 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2025). Leitender Geistlicher ist Bischof Christian Stäblein. Die EKBO ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und die größte religiöse Gemeinschaft in ihrer Region.

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