Pressemitteilung —
Mehr Schöpfungsbewahrung auf den Landwirtschaftsflächen der EKBO
Das Konsistorium der EKBO initiiert Musterlandpachtvertrag mit neuem Schwerpunkt Biodiversität und geht damit mit gutem Beispiel voran
Berlin – Rechtzeitig zum Earth Day (22. April 2026) haben das Immobilienreferat des Konsistoriums und das Umweltbüro der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) mit dem neuen Musterlandpachtvertrag einen neuen Muster-Pachtvertrag entwickelt, der vorsieht, dass kirchliche, landwirtschaftliche Flächen so bewirtschaftet werden müssen, dass Artenvielfalt und Biodiversität bewahrt und gefördert werden. Bei Abschluss eines neuen Pachtvertrages auf Grundlage des neuen Musters müssen Pächterinnen und Pächter kirchlicher Flächen ab sofort aus einem vorgegebenen Katalog mindestens zwei von mehreren vorgegebenen Maßnahmen wählen und sich zur deren Umsetzung verpflichten, die zur jeweiligen Standortqualität und zur eigenen Bewirtschaftungsweise passen. Die ausgewählten Maßnahmen werden dann verbindlich im Pachtvertrag verankert.
Die Liste der Maßnahmen zur Förderung von Artenvielfalt und Biodiversität reicht von viergliedrigen Fruchtfolgen, über Blüh- und Brachstreifen, Lichtäckern und Lerchenfenstern auf Ackerland bis hin zur Bewirtschaftung von Grünlandflächen mit speziellen Maßnahmen wie Wieseninseln, Wiesenbrüterschutz oder einer maßvollen Weidenutzung. Erarbeitet wurde die Liste der Maßnahmen und die vertragliche Verankerung in einem kirchlich internen Konsultationsprozess, dem sich eine externe Fachanhörung mit Beteiligung von Organisationen aus der Wissenschaft, Landwirtschaft und dem Naturschutz anschloss. Von allen Beteiligten wurde das Anliegen, Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen zu fördern, ausdrücklich begrüßt und gelobt. Ebenso fand die Art und Weise der praktischen Umsetzung, die freie Auswahl von Maßnahmen durch die Pächterinnen und Pächter, großen Zuspruch.
Mit dem neuen Vertragsmuster nimmt die EKBO eine Vorreiterrolle gegenüber anderen Landeskirchen und Bistümern ein. Grob geschätzt gibt es in der EKBO etwa 24.000 ha Ackerfläche und 7.000 ha Grünlandfläche. Eigentümerinnen der kirchlichen Flächen sind die Kirchengemeinden. Einer der größten Verursacher des Arten- und Biodiversitätsverlustes ist die intensive Landwirtschaft. Monokulturen, Übernutzung und der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln schädigen die natürlichen Ressourcen des Bodens und des Wassers.
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Die EKBO ist eine Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit Sitz in Berlin. Ihr Gebiet umfasst Berlin, Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil Sachsens. Zur EKBO gehören 520 Kirchengemeinden mit ca. 746.000 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2025). Leitender Geistlicher ist Bischof Christian Stäblein. Die EKBO ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und die größte religiöse Gemeinschaft in ihrer Region.