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Pressemitteilung

c’t 3003: KI-Musik bleibt unsichtbar

Streaming-Dienste versagen bei Kennzeichnung

Hannover, 21. August 2026 – Spotify, Apple Music und YouTube Music kennzeichnen KI-generierte Songs nicht oder nur versteckt – selbst wenn Uploader die künstliche Herkunft der Musik offenlegen. Das zeigt ein Test von ct 3003, dem YouTube-Channel von Europas größtem IT- und Technikmagazin ct. Nur kleinere Anbieter wie Tidal und Deezer zeigen sichtbare Labels und erkennen KI-Titel automatisch.

Einen Country-Song per Texteingabe erstellen, ohne musikalisches Talent oder Instrument – KI-Dienste wie Suno machen es möglich. In wenigen Minuten entstehen professionell klingende Titel, die sich anschließend bei Streaming-Plattformen hochladen lassen. c’t-3003-Redakteur Sahin Erengil wollte wissen, ob die großen Anbieter solche KI-generierten Musikstücke transparent machen. „Ich war erstaunt, wie einfach man in wenigen Minuten generierte Songs bei Streaming-Plattformen unterbringen konnte, fasst Erengil seine Erfahrung zusammen.

Das Ergebnis des Experiments fällt ernüchternd aus: Spotify, YouTube Music und Apple Music zeigen kein sichtbares KI-Label an – selbst dann nicht, wenn beim Upload ausdrücklich angegeben wird, dass die Musik vollständig von einer künstlichen Intelligenz stammt. Bei Spotify findet sich ein Hinweis lediglich in den Song-Informationen. Ab September will Spotify mit einem “AI Persona”-Label KI-Künstleridentitäten markieren, jedoch nicht die Songs selbst. Bei Apple Music und YouTube Music fehlte in den Testfällen jeder entsprechende Vermerk. Allerdings hat auch Apple Music angekündigt „noch in diesem Jahr”. KI-Labels einzuführen, Details dazu gibt es noch keine.

Bei Spotify findet sich ein Hinweis lediglich in den Song-Informationen. Bei Apple Music und YouTube Music fehlte in den Testfällen jeder entsprechende Vermerk — obwohl die Angabe beim Upload über den Distributor als Metadatum mitgeliefert wird und den Plattformen damit vorliegt.

Anders verhalten sich die kleineren Dienste Tidal und Deezer. Beide markieren KI-Musik prominent: Deezer platziert Hinweise an Alben und Playlists, Tidal direkt neben dem Songtitel. Zudem verlassen sich diese Anbieter nicht nur auf die freiwilligen Angaben der Uploader, sondern setzen auf automatische Erkennungssysteme. Im Test identifizierten sie Songs des kommerziellen Generators Suno zuverlässig. Titel, die mit dem offenen Tool ACE-Step 1.5 erstellt wurden, blieben allerdings zunächst unerkannt.

Seitdem 2. August 2026 schreibt der EU AI Act vor, dass Anbieter generativer KI-Systeme ihre Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen müssen. Für Systeme, die vor diesem Datum bereits verfügbar waren, gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Eine Pflicht für Distributoren und Streaming-Plattformen, diese Markierungen auszulesen und für Hörerinnen und Hörer sichtbar zu machen, enthält die Verordnung jedoch nicht.

Für Musikschaffende und Hörer bedeutet das, zumindest zum aktuellen Zeitpunkt: Transparenz über die Herkunft von Songs bleibt weitgehend dem guten Willen der Plattformen überlassen.

Das komplette Video von c’t 3003: https://www.heise.de/news/Ich-bin-jetzt-KI-Musiker-und-hasse-es-c-t-3003-11414495.html

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