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Pressemitteilung

c’t Fotografie: Vom Licht zur KI

200 Jahre Fotografie – und was jetzt?

Hannover, 4. September 2026 – Vor 200 Jahren entstand die älteste erhaltene Fotografie der Welt. Anlässlich dieses Jubiläums blickt dasFotomagazin c’t Fotografie in Ausgabe 05/2026 auf zwei Jahrhunderte zurück – und stellt die Frage: Was ist eine Fotografie, wenn Bilder auch ohne Licht und Kamera entstehen können?

Joseph Nicéphore Niépce schob 1826 oder 1827 seine selbstgebaute Apparatur auf das Fensterbrett seines Landhauses im Burgund. Nach stundenlanger Belichtung blieb auf einer mit lichtempfindlichem Asphalt beschichteten Zinnplatte ein verschwommenes Bild zurück. Zum ersten Mal entstand ein dauerhaftes Abbild einer realen Szene allein mit Licht – ohne Pinsel oder Stift. Heute entstehen weltweit jeden Tag mehr als fünf Milliarden Fotos.

Der Durchbruch folgte 1839 mit der Daguerreotypie, die brillante Einzelstücke mit fast unwirklicher Detailschärfe lieferte. Parallel entwickelte William Henry Fox Talbot die Kalotypie, bei der sich aus einem Papiernegativ beliebig viele Positive herstellen ließen. Dieses Negativ-Positiv-Prinzip bildete die Grundlage der analogen Fotografie bis ins späte 20. Jahrhundert.

„You press the button, we do the rest!” Mit diesem Slogan revolutionierte Kodak 1888 den Markt. Dank des flexiblen Rollfilms und der handlichen Kodak No. 1 wurde Fotografieren zum Massenphänomen. Die Kamera ging zur Entwicklung an Kodak und kam mit fertigen Abzügen sowie einem neuen Film zurück. Somit wurden nun auch private Momente wie Reisen, Ausflüge und Feiern festgehalten.

Die Leica I von 1925 etablierte das Kleinbildformat. Die kompakte Kamera ermöglichte spontane Schnappschüsse. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich japanische Hersteller wie Nikon und Canon durch.

1975 baute der Kodak-Ingenieur Steven Sasson die erste Digitalkamera. Das Gerät speicherte Schwarz-Weiß-Bilder mit 0,01 Megapixeln auf einer Magnetkassette. 1999 schaffte die Nikon D1 den Durchbruch im professionellen Digitalmarkt.

Das iPhone von Apple leitete 2007 die Ära der Smartphone-Fotografie ein. Plattformen wie Instagram formten die Bildkultur neu. Fotografien wurden zum Kommunikationsmittel für ein Millionenpublikum. Heutige Smartphones verrechnen automatisch mehrere Aufnahmen zu einem optimierten Bild.

Doch seit 2022 erzeugen generative KI-Systeme aus Texteingaben fotorealistische Bilder, ohne dass Licht auf einen Sensor fällt. Die Frage der Authentizität wird zur zentralen Herausforderung. Medien und Plattformen ringen um Standards, wie KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden sollen.

„Der Grund, warum Menschen fotografieren, wird sich jedoch kaum ändern: Erinnerungen sollen bewahrt werden, Geschichten erzählt, flüchtige Augenblicke festgehalten – genau wie vor 200 Jahren“, resümiert Hendrik Vatheuer, Redakteur c’t Fotografie.

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