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Cover c’t 10/2026

Pressemitteilung

c’t-Magazin: KI-Restaurierung analoger Aufnahmen

Alte Fotos zu neuem Leben erwecken

Hannover, 30. April 2026 – Vergilbte Familienfotos aus dem Schuhkarton lassen sich mit künstlicher Intelligenz auf Knopfdruck restaurieren, kolorieren und animieren. Europas führendes IT- und Technikmagazin c’t hat in Ausgabe 10/2026 fünf KI-Dienste getestet, die alte Foto-Schätze aufbereiten. Die Ergebnisse reichen von behutsamer Verbesserung bis zu drastischer Veränderung der Originale.

AlteFamilienfotos stellen hohe Anforderungen an die Restaurierung. „Ein Großteil der Details geht mit der Zeit verloren”, erklärt c’t-Redakteur André Kramer. Die Abzüge sind häufig unscharf, körnig und von Staub oder Kratzern gezeichnet. Abhilfe schaffen neue KI-Dienste. Sie analysieren Bildschäden oder erkennen Gesichter und rekonstruieren verlorene Details automatisch aus den umgebenden Pixeln. Nicht allen gelingt dies, ohne das Original zu verfälschen.

c’t hat die Web-Apps DeepImage, Let’s Enhance, MyHeritage Photo Enchancer, Topaz Gigapixel AI sowie den kostenlosen KI-Dienst Google Gemini an rund 20 Familienfotos aus den Jahren 1913 bis 1983 getestet. Die Web-Apps lassen sich monatsweise zu einem geringen zweistelligen Betrag oder per Credits abonnieren, MyHeritage kostet deutlich mehr, lässt sich aber 14 Tage umfangreich kostenlos testen.

DeepImage restauriert sehr stark, ergänzt Details, schärft und koloriert in einem Zug. Der Dienst neigte im Test vereinzelt zu Halluzinationen und ergänzte beispielsweise Blumentöpfe im Hintergrund, liefert aber insgesamt gute Ergebnisse. Die Fotorekonstruktion mit Google Gemini lieferte teils hervorragende Ergebnisse, änderte jedoch eigenmächtig Details: In einem Test vertauschte die KI Kleidungsstücke und änderte sogar die Rasse des abgebildeten Hundes.

Let’s Enhance verarbeitet ganze Bildersammlungen schnell mit guter Balance aus Schärfe und Artefaktkontrolle, koloriert aber oft nur teilweise. MyHeritage konzentriert sich auf Porträts, überoptimiert Gesichter jedoch künstlich. Mit dem Dienst „Deep Nostalgia“ entstehen animierte Porträts in Form von MP4-Videos. „Eine authentische Animation wie im ‚Tagespropheten’ von Harry Potter gelingt aber nicht“, urteilt Kramer. Topaz Gigapixel AI rekonstruiert Details behutsam und erhält die analoge Farbstimmung, veränderte Gesichtszüge jedoch deutlich.

Da die Resultate stark vom Bildinhalt abhängen, lohnt es sich, mit mehreren Diensten zu experimentieren.

Erinnerungen, die in analogen Videos und Fotos festgehalten wurden, sollten ins digitale Zeitalter gerettet werden, bevor sie verblassen. Die c’t-Artikelstrecke zeigt Lösungen zur Digitalisierung und Restaurierung und gibt Tipps, wie die Ergebnisse sicher archiviert und erfolgreich präsentiert werden können.

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