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Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien

Pressemitteilung —

c’t-Magazin: Online-Anträge scheitern an Authentifizierung

E-Perso bremst digitale Verwaltung

Hannover, 29. September 2026 – Der elektronische Personalausweis blockiert die digitale Verwaltung. Eine c’t-Umfrage unter den 25 größten deutschen Städten zeigt: Bürgerservices ohne E-Perso-Pflicht erreichen Nutzungsquoten bis 98 Prozent – mit E-Perso brechen sie drastisch ein. Hohe Investitionen des Staates verpuffen, weil die Authentifizierung mit dem E-Perso für die meisten Bürger zu kompliziert ist.

Überall dort, wo Bürgerinnen und Bürger sich mit dem elektronischen Personalausweis authentifizieren müssen, bleiben Onlinedienste Ladenhüter. Die elektronische Wohnsitzanmeldung erreicht selbst beim Spitzenreiter Köln nur einen Anteil von 20 Prozent an allen Ummeldungen. Bei der Kfz-Zulassung mit E-Perso-Pflicht werden nur 3 bis 10 Prozent aller Vorgänge digital abgewickelt. Wo der E-Perso nicht nötig ist, sieht es anders aus: Die Fahrzeugabmeldung kommt auf 27 Prozent.

„Die Daten bestätigen das bekannte Problem, dass der E-Perso für viele Nutzer eine hohe Hürde darstellt, auch beim Umweg über die BundID“, erklärt c’t-Redakteur Christian Wölbert. Die Online-Funktion des Ausweises ist für viele zu kompliziert, die PIN oft vergessen.

Die Bürger sind jedoch keineswegs digital-resistent. Beim Bewohnerparkausweis erreichen München und Nürnberg Onlinequoten um 90 Prozent. Nutzer benötigen bei der Antragstellung in der Regel nur ein Foto oder einen Scan des Fahrzeugscheins und müssen online eine Gebühr zahlen. „Wenn Onlinedienste unkompliziert und schnell zum Erfolg führen, werden sie von einem überwältigenden Anteil der Bevölkerung genutzt“, so Wölbert. In Hamburg liegt die Digitalquote beim Parkausweis sogar bei 98 Prozent. Hier ist die Gebühr bei der Online-Antragstellung niedriger als in der Behörde, zudem können Nutzer den Parkausweis zu Hause sofort ausdrucken.

Nicht die Bürger blockieren die Digitalisierung – es ist die Technik. Hinzu kommt, dass viele Stadtverwaltungen offenbar die Onlinequoten ihrer Dienstleistungen für Bürger nicht zentral überwachen. Die Quoten gelten offenbar nicht als Information, die die Stadtspitze im Blick behalten sollte.

Das Dashboard Digitale Verwaltung der Bundesregierung zeigt zwar, wie viele Onlinedienste verfügbar sind, verschweigt aber die tatsächlichen Digitalquoten. Immerhin sind diese Quoten bei der Kfz-Zulassung und der Wohnsitzummeldung in den vergangenen Jahren gestiegen.

Hoffnung macht darüber hinaus die für 2027 geplante EUDI-Wallet, die den Zugang mit digitaler Identität vereinfachen soll. Außerdem soll die Registermodernisierung viele Antragsverfahren beschleunigen.

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