Pressemitteilung —
heise online: Himmelsschauspiel im August
Sonnenfinsternis braucht freie Sicht
Hannover, 11. August 2026 – Am Mittwochabend, dem 12. August, schiebt sich der Mond vor die Sonne. In Deutschland werden über 80 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein – in Bern sogar 90 Prozent. Das Problem: Die Sonne geht verfinstert unter. Wer das Schauspiel sehen oder fotografieren will, braucht deshalb einen Platz mit freiem Blick nach Westen, raten die Experten von heise online.
Die partielle Sonnenfinsternis beginnt gegen 19:22 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne noch etwa 12 Grad über dem Horizont, erklärt das Haus der Astronomie. Doch während der Mond vor ihr vorüberzieht, sinkt sie immer weiter ab. Gegen 20:45 Uhr verschwindet sie schließlich verfinstert hinter dem Horizont. Das Ende lässt sich also nicht mehr beobachten.
Wer mit der Familie oder Freunden zusehen möchte, sollte rechtzeitig nach einem geeigneten Ort suchen. Ideal sind erhöhte Standorte wie Hügel, offene Felder oder Uferpromenaden – Hauptsache ohne Häuser, Bäume oder Berge im Westen. Neben dem Wetterbericht lohnt sich auch ein Blick auf die Internetseite zur Langen Nacht der Astronomie. Dort sind Veranstaltungen gesammelt, bei denen Vereine und Sternwarten gemeinsame Beobachtungen anbieten.
Fotografen müssen ihre Aufnahmen besonders sorgfältig planen, betont das Fachmagazin c’t Fotografie. Neben dem richtigen Standort braucht die Kamera spezielle Filteraufsätze oder Folien aus dem Fachhandel. Diese schützen nicht nur die Augen, sondern auch den Kamerasensor vor Schäden. Ohne Filter drohen irreparable Schäden an der Technik. Wer mit längeren Brennweiten arbeitet, sollte ein stabiles Stativ mitbringen. Bei der tief stehenden Sonne am Abend lassen sich zudem interessante Vordergrundmotive wie Bäume oder Gebäude einbeziehen.
Eine so starke Verfinsterung gibt es in Deutschland erst wieder in 55 Jahren – am 3. September 2081. Wer am 12. August in Spanien oder auf Island ist, erlebt sogar eine totale Sonnenfinsternis. In weiten Teilen Nord- und Zentralspaniens, in Katalonien und auf den Balearen wird die Sonne für gut eine Minute komplett verschwinden. Carole Mundell, Wissenschaftsdirektorin der europäischen Weltraumorganisation ESA, sagt dazu: „Eine totale Sonnenfinsternis ist einer dieser seltenen Momente, in denen Millionen von Menschen gemeinsam in den Himmel blicken und dabei sowohl Staunen als auch Neugier verspüren.“
Trotz der späten Stunde und des Sonnenuntergangs ist der Schutz der Augen unverzichtbar. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt warnt: Weil die Sonne weniger hell scheint, reagiert der Lidschlussreflex schwächer. Die Strahlung bleibt aber gefährlich. Selbst wenn nur noch eine schmale Sichel zu sehen ist, können die Augen Schaden nehmen.
Sicheren Schutz bieten nur zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen, die es beim Augenoptiker gibt. Normale Sonnenbrillen, Schweißerbrillen, rußiges Glas, Röntgenbilder, CDs oder Rettungsdecken reichen nicht aus, betont das Bundesamt für Strahlenschutz. Eine sichere und kinderfreundliche Alternative ist die Projektion durch eine Lochkamera. Mit dieser einfachen Camera obscura lässt sich die Sonnenfinsternis indirekt auf einer Fläche betrachten – ganz ohne Risiko.
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