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Pressemitteilung

heise online über den aktuellen Hype

Was ist dran an der gefährlichen Super-KI?

Hannover, 17. September 2026 – OpenAI präsentiert sein neues Modell GPT-6 als Beginn der AGI-Ära – der künstlichen allgemeinen Intelligenz. Fachleute widersprechen. Für AGI gibt es jedoch bislang keine allgemein anerkannte Definition, schreibt Jo Bager auf heise online. Ohne diese und verlässliche Tests bleibt die Debatte um künstliche Superintelligenz vor allem eines: eine große Erzählung, die so gut verfängt, weil sie an der Sonderstellung des Menschen rüttelt. Die Menschheit verliere ihren exklusiven Anspruch auf Intelligenz.

Als OpenAI im September sein Modell GPT-6 vorstellte, sprach Präsident Greg Brockman von der AGI-Ära – der Ära der Artificial General Intelligence. Das System erreicht Bestwerte in vielen Leistungstests und soll sich in Software ähnlich wie ein Mensch zurechtfinden. Prompt widersprachen Experten wie der Kognitionswissenschaftler Gary Marcus: GPT-6 sei zwar ein Fortschritt, erfülle aber nicht die Kriterien für AGI. „Das Problem ist, dass es dafür keinen anerkannten Test gibt“, erklärt c’t-Redakteur Bager. „Es existiert nicht einmal eine gemeinsame Definition des Begriffs AGI."

OpenAI selbst definiert AGI als „hochautonome Systeme, die Menschen bei den meisten wirtschaftlich wertvollen Arbeiten übertreffen“. Googles Forschungslabor DeepMind schlug fünf Stufen vor, von „entstehend“ bis „übermenschlich“. Der Erfinder des ARC-Benchmarks für AGI, François Chollet, misst dagegen nicht Können, sondern Lerneffizienz: Wie effizient erschließt sich ein System neue Aufgaben?

„Jeder hat eine andere Definition", räumte OpenAI-Chef Brockman selbst ein. Die Hersteller messen deshalb nicht Intelligenz, sondern intelligent wirkendes Verhalten in zahlreichen Disziplinen Bei OSWorld, einem Test für die Bedienung echter Software, liegt Astras Wert bei 72,6 Prozent – ungefähr auf dem Niveau menschlicher Teilnehmer. Bei FrontierMath Tier 4 löst Astra 98 Prozent der schwersten Mathematikaufgaben.

Grundsätzlich zweifeln Forscherinnen und Forscher, ob generative Sprachmodelle überhaupt zu AGI führen können. Die Informatikerin Emily M. Bender argumentiert, dass Modelle nur Zeichenketten verarbeiten, nicht aber deren Bedeutung erfassen. „Bedeutung entsteht in der Beziehung zwischen Äußerung und Welt“, betont Bender. Auch Yann LeCun, ehemaliger Leiter der KI-Forschung bei Meta, hält Sprachmodelle für zu begrenzt.

Künstliche Intelligenz ist derzeit das beherrschende Thema bei Investoren. Die Bewertungen der Unternehmen beruhen auf Erwartungen, nicht auf heutigen Erlösen. „Solche Erwartungen brauchen eine große Erzählung", schreibt Jo Bager. „Und da kommt es gut zupass, dass es keine harte Definition gibt.“ Ohne verlässliche Tests könnten Anbieter einfach irgendetwas testen und die AGI-Ära ausrufen. Das Fazit des Autors: „Es steckt verdammt viel Hype in dem Begriff AGI.“

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