Pressemitteilung —
IT-Profimagazin iX: Sicherheitstests mit KI
Künstliche Intelligenz prüft Firmennetzwerke
Hannover, 23. Juli 2026 – Sicherheitsexperten, die Firmennetzwerke auf Schwachstellen testen, setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz. Doch die Technik hat Grenzen: Sensible Daten dürfen nicht in die Cloud, und die KI macht zu viele Fehler für vollautomatische Tests, berichtet das IT-Profimagazin iX in Ausgabe 8/2026.
Unternehmen beauftragen regelmäßig Sicherheitsprüfer, sogenannte Pentester, die versuchen, sich wie Hacker in ihre Netzwerke einzuschleichen. So lassen sich Schwachstellen finden, bevor echte Angreifer sie ausnutzen können. Diese Sicherheitstests dauern oft mehrere Tage und erfordern viel Handarbeit. Mehr als fünfzehn Experten aus Firmen wie cirosec, HiSolutions und nviso haben der iX nun erzählt, wie sie dabei KI-Assistenten einsetzen – und wo die Grenzen liegen.
„KI kann uns bei zeitaufwendigen Aufgaben helfen, aber wir müssen jedes Ergebnis genau prüfen“, erklärt Jan Hoersch von HiSolutions. Die Systeme können sich irren oder Sicherheitslücken erfinden, die gar nicht existieren. Deshalb bleibt der Mensch weiterhin der Chef im Team.
Ein großes Problem ist der Datenschutz. Bei den Tests kommen die Prüfer regelmäßig mit vertraulichen Firmendaten in Kontakt – Netzwerkpläne, Nutzernamen, interne Systeme. Diese Informationen dürfen auf keinen Fall zu externen KI-Diensten wie ChatGPT geschickt werden. Deshalb betreiben die Sicherheitsfirmen eigene KI-Computer in ihren Büros. Das ist aufwendig und teuer, aber notwendig.
Die KI hilft vor allem beim Durcharbeiten großer Informationsmengen. Emil Abajdulin von Nexgap beschreibt ein Beispiel: Aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Firmenpräsentationen oder Handbüchern kann die KI Muster erkennen – etwa wie ein Unternehmen seine internen Computernamen vergibt. Mit diesem Wissen finden die Prüfer dann leichter versteckte Systeme im Netzwerk.
Vollautomatische Tests lehnen alle befragten Experten ab. Die Gefahr ist zu groß, dass die KI versehentlich wichtige Systeme lahmlegt oder über die vereinbarten Grenzen hinausgeht. „Die Prüfung produktiver Netzwerke erfordert viel Fingerspitzengefühl“, heißt es in der iX. Das können KI-Systeme derzeit nicht leisten.
Die Experten fordern, dass Anbieter von Pentests klar kennzeichnen müssen, wo und wie stark sie KI einsetzen. Denn für Kunden ist von außen nicht erkennbar, ob ein Testbericht von erfahrenen Fachleuten erstellt wurde oder größtenteils von einer KI stammt. „Unreflektiert eingesetzte vollautomatische Tests können wichtige Lücken übersehen“, warnt iX-Redakteurin Ute Roos.
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