Pressemitteilung —
iX-Magazin: Mangelnde Kostentransparenz
KI-Entwicklung wird teurer
Hannover, 22. Mai 2026 – Softwarehäuser und IT-Beratungen in Deutschland geben zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Entwickler und Jahr für KI aus, wie eine Umfrage des IT-Profimagazins iX in Ausgabe 6/2026 unter fünf Unternehmen zeigt. Die großen KI-Anbieter drehen weiter an der Preisschraube, Unternehmen müssen sich auf deutlich höhere Kosten vorbereiten.
Die befragten Unternehmen – QAware, codecentric, TNG, Mayflower und NETWAYS – entwickeln KI-Systeme für Kunden und nutzen Coding-Agenten intensiv in der eigenen Arbeit. Seit Ende 2025 ist der Einsatz deutlich gestiegen: Bei QAware etwa sprangen die monatlichen Ausgaben für KI-Dienste von 3.000 Euro im Herbst 2025 auf 15.000 Euro Anfang 2026.
„Im Vergleich zu den horrenden Zahlen, die für US-Tech-Riesen durch das Internet geistern, nimmt sich das bescheiden aus“, ordnet Ulrich Wolf, stellvertretender Chefredakteur der iX, die Angaben ein. „Doch die Preise steigen bereits jetzt, denn die KI-Anbieter fahren ihre Dumping-Angebote gerade zurück, mit denen sie ihre Produkte durch günstige Abos in den Markt drückten.“
Kostenkontrolle wird also wichtiger. Doch Spezielle Kontrollwerkzeuge sind noch die Ausnahme, wie Wolf erklärt. Die meisten Unternehmen prüfen ihre Ausgaben direkt in den Verwaltungsoberflächen der Anbieter. Nur codecentric setzt ein Gateway ein, das alle Anfragen an verschiedene KI-Anbieter bündelt und die Kosten für jedes Projekt einzeln ausweist.
Eine Alternative zu teuren Cloud-Diensten sind Open-Weights-Modelle auf eigenen Servern. Diese frei verfügbaren Sprachmodelle können die Kosten senken, sind aber nicht ganz so leistungsfähig und erfordern eigene GPU-Rechner – und die werden gerade massiv teurer. TNG betreibt neunzehn Server mit je acht Grafikprozessoren und kauft für jeden neuen Mitarbeiter eine weitere GPU. Ein Rechner mit acht Nvidia-B300-GPUs kostete vor drei Monaten 480.000 Euro, heute sind es 800.000 Euro.
„Ein ungelöster Punkt ist die Kostenweitergabe“, fasst Wolf zusammen. Bisher tragen die Dienstleister die Ausgaben für KI-Abfragen selbst oder verstecken sie in ihren Margen. Doch je mehr automatisierte Arbeitsabläufe den Verbrauch steigern, desto weniger funktioniert das. Statt wie bisher nur Zeit und Material abzurechnen, müsste künftig auch der Token-Verbrauch berechnet werden. Wie sich das am Markt durchsetzen lässt, ist unklar.
Alle Befragten rechnen damit, dass die Ausgaben weiter steigen. „Dass Softwareentwicklung zu einem kapitalintensiven Geschäft wird, ist keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits Gegenwart“, konstatiert Wolf. Ein passendes Abrechnungsmodell dafür fehlt noch. Die KI-Kosten belasten die Budgets bereits jetzt spürbar und die Branche muss Wege finden, diese Ausgaben wirtschaftlich abzubilden.
In weiteren Beiträgen der Ausgabe beleuchtet iX, wie sich KI-Kosten vorab schätzen lassen und stellt KI-Gateways vor, die die Ausgaben überwachen. Zudem betrachtet die Redaktion Messlücken beim KI-Einsatz in Unternehmen und ob sich die Investitionen tatsächlich auszahlen.
Themen
Kategorien
Regionen
Für die Redaktionen: Auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne den Inhalt zur Rezension.
Folgen Sie unserem Newsroom und nutzen Sie unsere Presse-Newsletter: Damit informieren wir Sie über Neuigkeiten aus dem Medienhaus heise und neueste Inhalte aus unseren Print- und Digitalangeboten – melden Sie sich direkt an!