Pressemitteilung —
Technology Review: KI verbessert Krebsdiagnosen
Künstliche Intelligenz erkennt deutlich mehr Tumore
Hannover, 26. Mai 2026 – Künstliche Intelligenz entdeckt bei Vorsorgeuntersuchungen rund 18 Prozent mehr Krebsfälle als herkömmliche Verfahren. Gleichzeitig verkürzt sie die Auswertung der Bilder erheblich. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin MIT Technology Review in Ausgabe 4/2026. Für viele Patientinnen und Patienten könnten sich dadurch die Heilungschancen verbessern.
Beim Mammographie-Screening in Hannover unterstützt seit 2022 das KI-System Vara die Radiologin Regine Rathmann und ihr Team. Unauffällige Aufnahmen lassen sich heute oft in rund 20 Sekunden bewerten – der Zeitaufwand hat sich damit nahezu halbiert. Studien zeigen zudem: Mit Unterstützung der KI werden mehr Tumore erkannt, ohne dass es häufiger zu Fehlalarmen kommt.
Ab 2027 soll das Mammographie-Screening in Deutschland auf Frauen zwischen 45 und 75 Jahren ausgeweitet werden. Rathmann sagt gegenüber Technology Review, dass KI helfen könne, den zunehmenden Ärztemangel in der Radiologie auszugleichen.
KI soll künftig nicht nur Tumore erkennen, sondern Ärzte auch bei Therapieentscheidungen unterstützen. Der Medizinprofessor Stefan Fröhling vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelt Systeme, die Patientendaten, Bildaufnahmen und Informationen über Tumore automatisch auswerten. Hintergrund ist die wachsende Zahl neuer Krebsmedikamente: Jedes Jahr kommen rund 50 neue Präparate hinzu.
Auch sogenannte Tumorboards–Konferenzen, in denen Fachärzte gemeinsam Therapien festlegen, könnten künftig teilweise automatisiert werden. Der Dresdner KI-Forscher Jakob Kather hat dafür Ende 2025 einen KI-Agenten entwickelt, der Therapieempfehlungen nach medizinischen Leitlinien erstellt.
Experten sehen jedoch weiterhin offene Fragen. Viele KI-Systeme seien bislang nicht ausreichend klinisch geprüft. Zudem müsse am Ende immer medizinisches Fachpersonal die Entscheidungen kontrollieren. Kather betont, dass der Einsatz von KI in der Medizin deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung sei.
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