Pressemitteilung —
Mein Hund trinkt zu wenig: So kommen Hunde an heißen Tagen sicher durch den Sommer
Flüssigkeitsbedarf bei Hitze – warum Senioren und trinkfaule Hunde besonders gefährdet sind und woran Halter einen Flüssigkeitsmangel erkennen
Ein ausgewachsener, gesunder Hund braucht täglich etwa 40 bis 60 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht – bei Hitze, Bewegung und Trockenfutter deutlich mehr. Die Hundstage vom 23. Juli bis 23. August gelten als heißeste Zeit des Jahres, auch wenn sie rein gar nichts mit unseren Vierbeinern zu tun haben. Ob die bisherigen Hitzewellen getoppt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Gerade im Sommer sollten Hundebesitzer besonders genau auf den Flüssigkeitsbedarf ihres Tieres achten.
Wie viel Flüssigkeit braucht ein Hund am Tag?
Als Faustregel gelten 40 bis 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Für einen 20 Kilogramm schweren Hund sind das rund 0,8 bis 1,2 Liter, für einen 5-Kilo-Hund etwa 200 bis 300 Milliliter. Dieser Wert gilt für normale Aktivität und Temperaturen unter 20 Grad Celsius – an heißen Sommertagen liegt der tatsächliche Bedarf darüber.
Andrea Göbel, Ernährungsexpertin bei Happy Dog, empfiehlt: „Ein gesunder, ausgewachsener Hund benötigt bei normaler Aktivität und einer Umgebungstemperatur von unter 20 °C täglich etwa zwischen 40 und 60 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Durch Bewegung und bei wärmeren Temperaturen steigt der Bedarf an. Auch Sporthunde haben durch Training und Wettkampf einen erhöhten Bedarf. Bewährt haben sich Maßnahmen wie mehrere Wassernäpfe im Haushalt, feuchte Futtervarianten oder spezielle Suppen für Hunde, die ebenfalls sehr gut ankommen und oft auch wählerische Fellnasen zum Trinken animieren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass solche Rezepturen unbedingt ohne Zusatz von Zucker auskommen.“
Warum ist Wasser der wichtigste Nährstoff für den Hund?
Wasser hält den Stoffwechsel in Gang und hilft dabei, die Körpertemperatur zu regulieren. Rund 60 Prozent des Körpers eines erwachsenen Hundes bestehen aus Wasser, bei Welpen sind es sogar etwa 75 Prozent. Hunde können nicht schwitzen wie Menschen – sie geben Wärme fast ausschließlich über das Hecheln ab und verlieren dabei zusätzlich Flüssigkeit. Je heißer der Tag, desto stärker der Verlust.
Manche Vierbeiner trinken jedoch von Natur aus zu wenig oder nur unregelmäßig. Besonders Hunde, die ausschließlich Trockenfutter erhalten, sind auf die zusätzliche Wasseraufnahme durch das Trinken angewiesen: Ein Hund, der ausschließlich Trockenfutter bekommt, muss die gesamte Flüssigkeit über den Napf aufnehmen.
Wie schwitzen Hunde?
Hunde schwitzen fast nicht – sie kühlen sich über das Hecheln. Schweißdrüsen besitzen sie nur an den Pfotenballen und in geringem Maß an der Nase. Deren Sekret dient in erster Linie der Haftung und Geruchsmarkierung, zur Temperaturregulierung trägt es kaum bei. Über die restliche Körperoberfläche kann ein Hund keine Wärme durch Verdunstung abgeben, weil sein Fell das verhindert.
Stattdessen läuft die Kühlung über zwei Wege: Beim Hecheln strömt Luft über die feuchte Zunge und die Schleimhäute im Maul- und Rachenraum, das verdunstende Wasser entzieht dem Körper Wärme. Zusätzlich weiten sich die Blutgefäße in Ohren, Bauch und Innenschenkeln, sodass Wärme über die Haut abgegeben wird.
Genau hier entsteht der Flüssigkeitsverlust: Jeder Hechelzug transportiert Wasser aus dem Körper. Ein Hund, der an einem heißen Tag stundenlang hechelt, verliert entsprechend viel Flüssigkeit – und muss sie über das Trinken wieder aufnehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass Hecheln bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich schlechter kühlt, weil die Verdunstung gebremst wird. Schwüle Tage sind für Hunde daher belastender als trockene Hitze bei gleicher Temperatur.
Was im Hundekörper bei Hitze passiert
Hunde haben im Gegensatz zu vielen anderen Tieren fast keine Schweißdrüsen. Die wenigen vorhandenen Schweißdrüsen liegen am Nasenspiegel und an den Pfoten. Ihre Körpertemperatur regulieren Hunde deshalb durch das Hecheln. Damit verschaffen sie sich über die Zunge etwas Kühlung und regeln die normale Körpertemperatur von ca. 38 °C bis 39 °C. Diese Kühlung verbraucht viel Energie und vor allem Wasser – der Hund muss also ständig trinken. Ab etwa 41 Grad kommt es zu Schäden an Zellen und Organen, jenseits von 42 Grad wird es akut lebensbedrohlich.
Anders als bei der Katze ist Hecheln beim Hund zunächst normal – es ist sein wichtigster Kühlmechanismus. Alarmierend wird es, wenn das Hecheln pumpend und angestrengt wirkt und der Hund sich trotzdem nicht beruhigt. "Weitere Warnzeichen seien so Andrea Göbel: "Starkes Speicheln, dunkelrote oder bläuliche Schleimhäute, taumelnder Gang, glasiger Blick, Erbrechen, Durchfall und Apathie bis hin zum Kollaps. In diesen Fällen heißt es: den Hund sofort an einen kühlen, schattigen Ort bringen, Pfoten und Beine mit lauwarmem Wasser kühlen – nie mit Eiswasser – und umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktieren."
Bereits im Vorfeld eines Hitzschlags wirkt sich ein Flüssigkeitsdefizit gravierend aus. Während ein Hund unter normalen Bedingungen einige Tage ohne Wasser überleben kann, verkürzt sich dieser Zeitraum bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke stark. In extremen Fällen kann der Zustand schon innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden – besonders bei Welpen, Senioren, kurznasigen Rassen und chronisch kranken Tieren.
Woran erkenne ich, dass mein Hund zu wenig trinkt?
Ein beginnender Flüssigkeitsmangel zeigt sich meist an mehreren Anzeichen gleichzeitig:
- Hautfaltentest: Zieht man die Haut im Nackenbereich leicht hoch, sollte sie sofort zurückgleiten. Bleibt sie stehen, ist das ein Warnsignal.
- Trockenes oder klebriges Zahnfleisch statt feucht-glänzender Schleimhäut
- Dunkler, stark riechender Urin und seltenerer Harnabsatz
- Eingefallene, matt wirkende Augen
- Trägheit, Appetitlosigkeit, verzögerte Reaktionen
Treten mehrere dieser Zeichen zusammen auf, gehört der Hund in tierärztliche Behandlung.
Nicht jeder Hund ist gleich betroffen. Ein erhöhtes Risiko haben:
- Senioren: Das Durstempfinden lässt im Alter nach, die Nierenfunktion ist häufig eingeschränkt.
- Welpen: Sie bestehen zu einem höheren Anteil aus Wasser und verlieren Flüssigkeit schneller.
- „Trinkfaule“ Hunde, die auch ohne Hitze nur unregelmäßig ans Wasser gehen
- Hunde mit reiner Trockenfütterung
- Kurznasige (brachyzephale) Rassen
- Übergewichtige Hunde und Tiere mit dichtem oder dunklem Fell
- Sport- und Arbeitshunde mit hoher Belastung
- Chronisch kranke Hunde, etwa mit Nieren- oder Herzerkrankungen
Was kann ich tun, wenn mein Hund zu wenig trinkt?
- Mehrere Wassernäpfe in der Wohnung, im Garten und an den Lieblingsplätzen aufstellen
- Wasser mehrmals täglich wechseln – frisches, kühles (nicht eiskaltes) Wasser wird lieber angenommen
- Feuchte Futtervarianten ergänzen oder Trockenfutter mit lauwarmem Wasser aufweichen
- Flüssige Ergänzungen wie Suppen für Hunde anbieten, die auch wählerische Tiere zum Trinken animieren – wichtig: Produkte ohne Zusatz von Zucker wählen
- Wasser auf Spaziergänge mitnehmen,faltbarer Napf oder Trinkflasche
- Napfmaterial und Standort prüfen: Manche Hunde meiden Metallnäpfe oder Plätze neben lauten Geräten
Wie erleichtere ich meinem Hund heiße Tage?
- Gassizeiten verlegen: früh morgens und spät abends statt mittags
- Asphalt prüfen: Lässt sich der Handrücken nicht sieben Sekunden auf dem Boden halten, ist er für Pfoten zu heiß
- Schattige Rückzugsorte und Kühlmatten anbieten, Zugluft vermeiden
- Hunde niemals im geparkten Auto zurücklassen– auch nicht kurz und nicht im Schatten
- Abkühlung von unten: Pfoten und Beine langsam mit lauwarmem Wasser benetzen, nie schockartig mit Eiswasser übergießen
- Aktivität drosseln: Ballspiele und Hundesport an Hitzetagen aussetzen
Häufige Fragen zum Flüssigkeitsbedarf von Hunden im Sommer
Wie viel muss ein Hund pro Tag trinken?
Etwa 40 bis 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht bei Temperaturen unter 20 Grad. Bei Hitze, Bewegung und Trockenfütterung steigt der Bedarf.
Mein Hund trinkt zu wenig – was kann ich tun?
Mehrere Wassernäpfe aufstellen, Wasser häufig wechseln, feuchte Futtervarianten oder zuckerfreie Suppen für Hunde anbieten und Wasser auf jeden Spaziergang mitnehmen.
Woran erkenne ich Flüssigkeitsmangel beim Hund?
An zurückgleitender Nackenhaut, trockenem Zahnfleisch, dunklem Urin, eingefallenen Augen und auffälliger Mattigkeit.
Welche Hunde leiden bei Hitze am meisten?
Senioren, Welpen, kurznasige Rassen, übergewichtige Hunde, Tiere mit dichtem Fell sowie chronisch kranke und trinkfaule Hunde.
Darf ich meinem Hund Eiswasser geben?
Nein. Kühles, aber nicht eiskaltes Wasser ist besser – schockartige Abkühlung kann den Kreislauf belasten.
Wie schwitzen Hunde?
Hunde haben Schweißdrüsen nur an den Pfotenballen. Sie regulieren ihre Temperatur fast ausschließlich über das Hecheln und über erweiterte Blutgefäße in Ohren, Bauch und Innenschenkeln.