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Foto: Adam Sevens

Pressemitteilung

Ausstellung "In Echt? - Virtuelle Begegnungen mit NS-Zeitzeug:innen" auf dem Eberswalder Marktplatz

Vom 9. bis 10. September 2026 macht das bundesweite Bildungsprojekt "In Echt? - Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen" auf dem Eberswalder Marktplatz Halt.

Die Eröffnung findet am 9.10., 14:30 Uhr, im Beisein von Dr. Sylvia Setzkorn, Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration des Landkreises Barnim, Diana Sandler, Kommunikations- und Antisemitismusbeauftragte beim Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg, Johanna Jahn, Leiterin der Kreisvolkshochschule Barnim, und Johanna Schüller, Projektleiterin "In Echt?" statt.

Die Ausstellung ermöglicht mithilfe von Virtual-Reality-Technologie eindringliche Begegnungen mit fünf Überlebenden der Shoah: Ruth Winkelmann, Kurt Hillmann, Charlotte Knobloch, Inge Auerbacher und Leon Weintraub. Ergänzt wird die virtuelle Erfahrung durch einen interaktiven Lernparcours mit historischen Materialien, Biografien und medienpädagogischen Zugängen. Ziel ist es, insbesondere junge Menschen für historische Zusammenhänge zu sensibilisieren und Bezüge zur Gegenwart herzustellen.

Von 8:30 bis 14:00 Uhr nehmen Schulklassen ab der 9. Jahrgangsstufe im Rahmen von Workshops teil, in denen neben der historischen Wissensvermittlung insbesondere die Reflexion über aktuelle Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung gefördert wird. Anschließend ist das mehrsprachige und barrierearm gestaltete Angebot für die interessierte Öffentlichkeit bis 17 Uhr zugänglich und richtet sich gleichermaßen an Jugendliche und Erwachsene.

Schirmherr des Projekts ist der Publizist Michel Friedman. Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen warnt er vor einer schleichenden Verschiebung demokratischer Maßstäbe. Anlass ist unter anderem seine Ausladung von einer Lesung anlässlich des 120. Geburtstags Hannah Arendts im Literaturhaus der Stadt Klütz, bei der seine klare Haltung gegenüber antisemitischen Positionen als "zu konfrontativ" bewertet wurde. Friedman stellt dazu fest: "Wenn nicht mehr die Täter-Haltungen das Problem sind, sondern diejenigen, die ihnen widersprechen, dann haben wir ein ernstes kulturelles Problem in diesem Land."

Er betont zugleich die besondere Bedeutung von Projekten wie "In Echt?": Erinnerung dürfe nicht auf die Vergangenheit beschränkt bleiben, sondern müsse als Lernprozess für Gegenwart und Zukunft verstanden werden. Die strukturellen Anfänge von Ausgrenzung und Gewalt wiederholten sich - umso wichtiger sei es, historische Erfahrungen auch mit modernen technischen Mitteln zugänglich zu machen und gesellschaftliche Verantwortung zu stärken.

Mit "In Echt?" wird Erinnerungskultur im öffentlichen Raum erfahrbar - als lebendiger Beitrag zur Demokratiebildung.

Das demokratiefördernde Erinnerungsprojekt entstand aus der Kooperation des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Potsdam mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und wird in der Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert. Vor Ort wird die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Barnim organisiert.

Im Auftrag
Robert Bachmann
Pressesprecher

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