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Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Wie Deutschland auf Landwirtschaft blickt
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Pressemitteilung -

Studie zeigt: Landwirtschaft wird differenzierter wahrgenommen – besonders von Jüngeren

Berlin, 16. Februar 2026 – Die öffentliche Wahrnehmung von Landwirtschaft befindet sich im Wandel: Eine aktuelle, bundesweit repräsentative Studie von Civey im Auftrag von Forum Moderne Landwirtschaft (FML) zeigt, dass viele zentrale Narrative differenzierter betrachtet werden als noch vor einigen Jahren – insbesondere bei jüngeren Bevölkerungsgruppen. Damit wird sichtbar: Der Dialog über moderne Landwirtschaft wirkt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Veranstaltung im Futurium in Berlin vorgestellt und anschließend veröffentlicht.

„Die Ergebnisse zeigen: Viele Debatten über Landwirtschaft sind heute deutlich differenzierter als noch vor einigen Jahren“, sagt Lea Fließ, Geschäftsführerin Forum Moderne Landwirtschaft. „Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von mehr Transparenz, mehr Austausch und mehr Dialog.“

Nachhaltigkeit: Generationen blicken unterschiedlich auf Landwirtschaft
Zwar stimmen insgesamt 51,8 Prozent der Befragten der Aussage zu, Landwirtschaft sei früher nachhaltiger und naturnäher gewesen als heute. Ein genauer Blick zeigt jedoch ein differenziertes Bild: Während ältere Befragte dieser Aussage mehrheitlich zustimmen, lehnt mehr als ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen sie ab. Das deutet darauf hin, dass jüngere Generationen moderne Landwirtschaft zunehmend als leistungsfähig, reguliert und nachhaltig weiterentwickelt wahrnehmen – nicht zuletzt durch einen besseren Zugang zu Informationen und Einblicken.

„Landwirtschaft braucht heute Gespräche auf Augenhöhe“, so Fließ weiter. „Die Studie zeigt: Wo erklärt wird, wächst Vertrauen – und genau diesen Dialog wollen wir weiterführen.“

Kuh als Klimakiller? Dieses Narrativ verliert an Boden
Ein besonders positives Signal setzt die Studie beim Thema Klima: Die Aussage, Nutztiere seien die größten Klimakiller der Landwirtschaft, wird von einer Mehrheit (54,5 Prozent) abgelehnt. Selbst in jüngeren Altersgruppen hält sich Zustimmung und Ablehnung nahezu die Waage. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein lange dominierendes Vereinfachungsnarrativ differenziert betrachtet wird – ein Ergebnis jahrelanger Aufklärungs- und Kommunikationsarbeit innerhalb der Branche, die Wirkung zeigt.

Nachhaltigkeitsdebatten bleiben komplex – auch bei Alternativen

Auch bei alternativen Ernährungsformen zeigt die Studie, wie stark Nachhaltigkeitsdebatten von vereinfachten Annahmen geprägt sind: 58,6 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, Tofu sei genauso klimaschädlich wie Fleisch, weil dafür Regenwälder abgeholzt würden. Nur 21,6 Prozent lehnen diese Aussage ab. Das Ergebnis macht deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht automatisch einzelnen Produkten zugeschrieben wird, sondern differenziert betrachtet werden muss – über alle Produktionsformen hinweg.

„Die Ergebnisse zeigen, wie komplex Nachhaltigkeitsfragen wahrgenommen werden – und dass einfache Zuschreibungen, egal in welche Richtung, der Realität oft nicht gerecht werden“, bekräftigt Lea Fließ, Geschäftsführerin Forum Moderne Landwirtschaft.

Bio-Landwirtschaft: breite Zustimmung, aber kein Entweder-oder
Dass der biologischen Landwirtschaft die Zukunft gehört, findet über alle Altersgruppen hinweg breite Zustimmung. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Bio zwar sehr positiv wahrgenommen wird, die gesellschaftliche Debatte aber differenzierter geführt wird als häufig angenommen. Landwirtschaftliche Zukunft wird nicht eindimensional gedacht, sondern als Zusammenspiel verschiedener Produktionsweisen.

Vertrauen in Landwirtinnen und Landwirte bleibt hoch
Fast jede zweite befragte Person (48,5 Prozent) vertraut darauf, dass Landwirtinnen und Landwirte Pflanzenschutzmittel nur so viel einsetzen wie nötig. Besonders ausgeprägt ist dieses Vertrauen bei älteren Befragten, während jüngere Zielgruppen zurückhaltender sind. Insgesamt bestätigt sich jedoch: Landwirtinnen und Landwirte genießen in der Bevölkerung einen hohen Vertrauensvorschuss – auch im Vergleich zu anderen Akteuren der öffentlichen Debatte.

Regionalität verbindet die Gesellschaft
Der stärkste gesellschaftliche Konsens zeigt sich beim Thema Regionalität: 75,6 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass der Kauf regionaler Lebensmittel umweltfreundlicher ist. Über Generationen hinweg verbindet dieses Thema Erwartungen an Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Nähe – und bietet einen zentralen Anknüpfungspunkt für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.

Zukunft der Landwirtschaft: zwischen Verantwortung und Innovation
In offenen Antworten verbinden die Menschen mit der Zukunft der Landwirtschaft sowohl wirtschaftliche Herausforderungen als auch Nachhaltigkeit, Regionalität, Tierwohl und Klimaschutz. Themen wie Bürokratie, technologische Innovation, Digitalisierung und internationale Rahmenbedingungen werden ebenfalls genannt. Das zeigt: Landwirtschaft wird als komplexes Zukunftsfeld wahrgenommen – nicht als eindimensionales Problem.

„Die größte Herausforderung für Landwirtschaft ist nicht mangelnde Nachhaltigkeit, sondern mangelnde Nähe“, betont Lea Fließ, Geschäftsführerin Forum Moderne Landwirtschaft. „Genau deshalb setzen wir auf Dialog statt auf Polarisierung.“

Fazit:
Die Studie zeigt keine Entfremdung, sondern eine zunehmend differenzierte Auseinandersetzung mit Landwirtschaft. Viele zentrale Botschaften der vergangenen Jahre sind angekommen. Gleichzeitig bleibt der Dialog entscheidend, um unterschiedliche Erwartungen, Generationenperspektiven und Wissensstände weiter zusammenzuführen – und die Zukunft der Landwirtschaft gemeinsam zu gestalten. Die gesamte Studie finden Sie auch hier: moderne-landwirtschaft.de/studie-landwirtschaft-mythen-2026

Methodischer Hinweis
Die Ergebnisse basieren auf einer bundesweit repräsentativen Online-Befragung der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren. Befragt wurden 2.500 Personen im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 2026 (statistischer Fehler: 3,6–3,8 Prozentpunkte je nach Fragestellung).

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