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Das KNE auf dem 38. Deutschen Naturschutztag
Beiträge zu Mediation, Dialoggestaltung und Standards im Naturschutz
„Natur, Mensch, Zukunft“ – unter dieser Überschrift fand der 38. Deutsche Naturschutztag (DNT) in Berlin statt. Rund 1600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten aktuelle Fragen des Naturschutzes, tauschten Erfahrungen aus und informierten sich über neue Entwicklungen. Das KNE beteiligte sich mit verschiedenen Beiträgen.
Der Naturschutz steht vor vielen großen Herausforderungen – darüber waren sich wohl alle Besucherinnen und Besucher des 38. Deutschen Naturschutztages (DNT) einig. Der größte deutsche Naturschutzkongress fand vom 10. bis 14. März 2026 an der Freien Universität in Berlin-Dahlem statt. Es ging um Zukunftsfähigkeit von Instrumenten und Strategien, um innovative Ansätze im Monitoring und in der Finanzierung – und um neue rechtliche Vorgaben.
Intensiver Austausch im Barcamp
Gleich nach der Eröffnungsveranstaltung waren die Besucherinnen und Besucher eingeladen, in einem Barcamp eigene Ideen einzubringen, miteinander in kleineren Gruppen intensiv zu diskutieren und in einen engen Austausch zu gehen. Das KNE nutzte dieses partizipative Format, um in das Thema Dialog und Konflikt einzusteigen und die Arbeit des KNE-Pools für Prozessgestaltung, Moderation und Mediation vorzustellen.
Die KNE-Mediatoren Wiebke Heider und Matthias Bruhn gestalteten jeweils einen 45-minütigen Slot. Wiebke Heider stellte vor, wie erfolgreiche Kommunikation bei Projekten des Naturschutzes und der Energiewende gelingen kann – auch in emotionalen oder konfliktgeladenen Situationen. Sie berichtete von ihren eigenen Erfahrungen aus Bürgerinformationsveranstaltungen und Mediationen und stellte Kommunikationsstrategien vor.
Matthias Bruhn arbeitete mit der Kreativmethode „Brainwalking“. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden, wie mit dieser Methode Veranstaltungen mit größeren Gruppen gut moderiert und strukturiert werden können, was den Dialog fördert, was deeskalierend wirkt und wie sich Konfrontation abbauen lässt.
Standardisierung im Artenschutz
Am vierten Konferenztag sprach Dr. Elke Bruns, Leiterin der Fachinformation am KNE, über die Bedeutung technischer Standards im Naturschutz. Am Beispiel von Antikollisionssystemen (AKS) zeigte sie, wie Standardisierung helfen kann, Naturschutzanforderungen umzusetzen und welche besonderen Herausforderungen die Standardisierung automatisierter Detektion und Abschaltung mit sich bringt.
Kamerabasierte AKS an Windenergieanlagen sind seit 2022 als Schutzmaßnahme für kollisionsgefährdete Vogelarten im Bundesnaturschutzgesetz verankert. Diese Systeme erkennen Vögel im Umfeld einer Anlage automatisch und lösen eine temporäre Abschaltung aus, wenn ein Tier in Rotornähe gelangt. Ziel ist es, das Kollisionsrisiko durch automatisierte Prozesse deutlich zu senken, ohne Anlagen unnötig stillzulegen.
Damit diese Technik zuverlässig eingesetzt werden kann, wurden in den vergangenen Jahren Standards für Erprobung, Bewertung und Anwendung entwickelt. In der Validierung haben sich 3D-Systeme bewährt. Standards für den praktischen Einsatz besitzen bislang jedoch überwiegend Empfehlungscharakter, betonte Elke Bruns.
Zugleich erklärte sie, dass die gesammelten Erfahrungen auch auf andere Bereiche übertragbar seien – etwa auf Detektionssysteme zur automatisierten Erfassung von Bewirtschaftungsereignissen auf landwirtschaftlichen Flächen, die derzeit entwickelt werden. Diese Systeme sollen eine Abschaltung von Windenergieanlagen bei bestimmten landwirtschaftlichen Arbeiten erleichtern und damit die Kollisionsgefahr für Greif- und Großvogelarten mindern. Auch für die Echtzeitflugerfassung von Fledermäusen mittels Infrarotkameras können die bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen genutzt werden.