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Neuer Warnhinweis auf Packung - Nehmen Sie Schmerzmittel nicht zu lange ein

Pressemitteilung   •   Jul 19, 2018 09:45 CEST

Warnhinweis auf frei verkäuflichen Schmerzmitteln

Folgender Warnhinweis soll in Zukunft gut sichtbar auf den Verpackungen frei verkäuflicher Schmerzmittel aufgedruckt werden: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben. Und das aus gutem Grund: „Bei einer zu langen Einnahme oder zu hohen Dosierung können die Wirkstoffe mitunter lebensbedrohliche Nebenwirkungen haben“, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). „Möglich sind zum Beispiel Leber- und Nierenschäden sowie Magenblutungen.“

Nicht länger als vier Tage

Von der Regelung betroffen sind Medikamente, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt werden. Sie enthalten zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Eine Studie des Robert-Kochs-Instituts aus dem Jahr 2013 zeigt: In Deutschland verwendet fast jeder zweite Erwachsene innerhalb von vier Wochen mindestens einmal Medikamente gegen Schmerzen, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind. In den Packungsbeilagen wird in der Regel empfohlen, die Mittel ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als vier Tage anzuwenden. Doch nicht allen Anwendern ist diese Empfehlung bekannt. Der Warnhinweis auf der Verpackung soll helfen, dies zu ändern.

Lassen Sie sich beraten

Für die Hersteller gibt es bei der Regelung eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Bis der Warnhinweis auf allen betroffenen Packungen zu lesen ist, kann es daher noch dauern. „Umso wichtiger ist es, dass Anwender, die frei verkäufliche Schmerzmittel ohne ärztliche Rücksprache einnehmen, selbst daran denken, zuvor die Packungsbeilage zu lesen“, sagt Dr. Schenkel. „Lassen Sie sich beim Kauf vom Apotheker zudem über die richtige Einnahme, die Risiken und Nebenwirkungen beraten.“ Eine abweichende Einnahme sollte nur auf Anweisung eines Arztes erfolgen. Sie haben Fragen zum Thema? Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) berät Sie kostenlos und neutral unter der Telefonnummer 0800 011 77 22. Weitere Infos unter www.patientenberatung.de.

Was können Personen tun, die einen zu hohen Gebrauch der Medikamente bei sich selbst oder Menschen in ihrem Umfeld beobachten? „Bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln kann der Entzug in der Regel schlagartig erfolgen und ambulant oder stationär durchgeführt werden. Zuvor sollten Betroffene sich von einem Arzt beraten lassen“, sagt Dr. Schenkel. Zu den möglichen Entzugserscheinungen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und Unruhe. „Üblicherweise verschwinden die Beschwerden jedoch nach einigen Tagen.“

Über die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

Die UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH (UPD) mit Sitz in Berlin ist eine gemeinnützige Einrichtung. Sie hilft Ratsuchenden, sich im deutschen Gesundheitssystem besser zurechtzufinden und Entscheidungen im Hinblick auf medizinische oder sozialrechtliche Gesundheitsfragenselbstbestimmt, eigenverantwortlich und auf informierter Grundlage zu treffen.

Gut erreichbar, bürgernah, qualifiziert: Das Beratungsangebot der UPD

Die unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung der UPD ist für alle Menschen in Deutschland zugänglich – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind. Ratsuchende können die Patientenberatung unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail, oder Onlineberatung, in den 30 festen Beratungsstellen und an weiteren 100 Standorten in Deutschland, die regelmäßig von einem der drei UPD-Mobile angesteuert werden.

Neben medizinischen Fachteams und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gehören auch Juristen und Sozialversicherungsfachangestellte zum UPD-Beraterteam.

Dem gesetzlichen Auftrag (§ 65b des Sozialgesetzbuchs V) entsprechend macht die Patientenberatung über die individuelle Beratung hinaus Politik und Entscheidungsträger auf Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen aufmerksam, unterbreitet Lösungsvorschläge aus Patientensicht und stärkt auf diese Weise die Patientenorientierung im Gesundheitswesen.

UPD – Die kostenlose Patientenauskunft für Deutschland im Serviceüberblick

Die telefonische Beratung der UPD steht über – aus allen Netzen, auch Mobilfunk – kostenlose Rufnummern auf Deutsch, Türkisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung und ist wie folgt erreichbar: Beratung in deutscher Sprache, Rufnummer: 0800 011 77 22, Zeiten: montags bis freitags von 8.00 bis 22.00 Uhr und samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr.

Fremdsprachige Angebote: Beratung Türkisch, Rufnummer: 0800 011 77 23, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Russisch, Rufnummer: 0800 011 77 24, Zeiten: montags bis samstags von 8.00 bis 18.00 Uhr; Beratung Arabisch, Rufnummer: 0800 332 212 25, Zeiten: dienstags 11.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags 17.00 bis 19.00 Uhr.

Der Beratungs-Service vor Ort oder im UPD Beratungsmobil kann nach telefonischer Terminabstimmung genutzt werden, und zwar unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 011 77 25 (Zeiten: Mo – Fr 8.00 bis 22.00 Uhr, Sa 8.00 bis 18.00 Uhr)..

Die Adressen der 30 Vor-Ort-Beratungsstellen sowie eine Übersicht über die 100 Städte, in denen das Beratungsmobil Halt macht, stehen unter www.patientenberatung.de.

Weitere Informationen, auch zu Online-Beratungsmöglichkeiten und der App, finden Ratsuchende unter www.patientenberatung.de, Facebook, Twitter oder Vimeo.