Pressemitteilung -
Stabile Energieinfrastruktur sichern: Breite Branchenallianz warnt vor Kurswechsel bei Erdverkabelung
Eine Allianz führender Branchenverbände unter Beteiligung des Rohrleitungsbauverbandes (rbv) spricht sich mit Nachdruck dafür aus, die Nutzung der Erdverkabelung bei Gleichstromprojekten beizubehalten. Die Initiative repräsentiert mehrere tausend deutsche Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Kabel- und Rohrherstellern über Leitungsbau und Tiefbau bis hin zu spezialisierten Technologieanbietern. Die gemeinsame Botschaft ist eindeutig: Erdkabel sind kein technisches Detail, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor für eine stabile und resiliente Energieinfrastruktur in Deutschland.
Akzeptanz beschleunigt Umsetzung: Messbarer Systemnutzen
Gleichstrom-Erdkabel genießen hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Vereinbarungen mit landwirtschaftlichen Verbänden und repräsentative Umfragen belegen breite Unterstützung. Diese Akzeptanz ist ein zentraler Beschleunigungsfaktor für Genehmigungen und Bau. Ein konkretes Beispiel: Das Projekt A-Nord wird ab 2027 jährlich rund 700 Millionen Euro Redispatch-Kosten einsparen. Entscheidend für die Gesamtwirtschaftlichkeit ist damit nicht allein der Baupreis, sondern die schnelle Inbetriebnahme und Reduzierung systemischer Engpasskosten. Hybridlösungen können laut Netzbetreibern bis zu 70 Millionen Euro pro Übergabestation zusätzlich kosten.
Planungssicherheit ist Standortpolitik
rbv-Hauptgeschäftsführerin Dipl.-Ing. Martina Buschmann und Dipl.-Ing. Susanne Hake, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, erklären gemeinsam: „Unsere Unternehmen haben Kapazitäten aufgebaut, Fachkräfte eingestellt und in Maschinen investiert, im Vertrauen auf klare und verlässliche Fahrpläne. Planungssicherheit ist kein Detail, sondern Voraussetzung für stabile Investitionen und sichere Arbeitsplätze. Ein grundlegender Kurswechsel würde Projekte verzögern, Mehrkosten verursachen und Beschäftigung gefährden. Das hat auch der Monitoringbericht Energiewende ausdrücklich festgestellt.“ Die Allianz warnt ausdrücklich vor möglichen Arbeitsplatzverlusten, sollten bereits angestoßene Investitionen durch politische Unsicherheit entwertet werden.
Europäische Wertschöpfung sichern
Dr. Volker Wendt, Generalsekretär von Europacable, betont: „Erdkabel sind technologische Spitzenprodukte aus Europa. Sie schaffen Akzeptanz für den erforderlichen Netzausbau, stärken unsere industrielle Wertschöpfung, sichern Know-how und reduzieren strategische Abhängigkeiten. Wer Erdverkabelung infrage stellt, schwächt die europäische Industrie und ihre weltweite Technologieführung.“ Europäische Hersteller haben in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in Produktions- und Entwicklungskapazitäten in Deutschland und Europa investiert. Diese gilt es nachhaltig zu sichern.
Resilienz in Zeiten zunehmender Angriffe
Die Sicherheit kritischer Energieinfrastruktur steht zunehmend im Fokus. Sabotageakte und Angriff wie zuletzt in Berlin oder Grünheide zeigen die Verwundbarkeit exponierter Strukturen. Unterirdische Leitungen sind gegenüber physischen Angriffen, Extremwetterereignissen und klimatischen Belastungen deutlich robuster. Sie ermöglichen darüber hinaus digitale Überwachungssysteme, etwa durch Glasfaser-gestützte Monitoring-Technologien.
Annika Bach, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Grabenlose Technologien, erklärt: „Erdkabel sind keine Option, sondern die Grundlage einer akzeptierten Energiewende. Wer den Netzausbau beschleunigen will, darf die gesellschaftliche Akzeptanz und die investierte technologische Kompetenz nicht infrage stellen. Moderne Gleichstrom-Erdkabel können in Kombination mit grabenlosen Verfahren effizient, bodenschonend und resilient umgesetzt werden. Planungssicherheit ist dafür die zentrale Voraussetzung.“
Wirtschaftlichkeit im Gesamtbild betrachten
Zwar sind Freileitungen im reinen Bau günstiger. Doch das häufig zitierte Einsparpotenzial von 20 Milliarden Euro ist laut Monitoringbericht der Bundesregierung nicht belastbar. Entscheidend ist die Gesamtrechnung: Verzögerungen, Umplanungen und Hybridlösungen treiben Kosten erheblich.
Gemeinsamer Appell
Die Allianz fordert:
- die Erdverkabelung bei Gleichstromprojekten nicht grundsätzlich infrage zu stellen,
- Planungssicherheit für Industrie, Bauwirtschaft und Netzbetreiber zu gewährleisten,
- Investitionen und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern,
- und den Netzausbau konsequent voranzubringen.
Ihre Ansprechpartner:
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Annika Bach annika.bach@grabenlos.de +49 30 86320635 |
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| Europacable AISBL |
Volker Wendt v.wendt@europacable.eu +32 2 290 89 96 |
| Gütegemeinschaft Leitungstiefbau |
Dipl.-Ing. Susanne Hake info@kabelleitungstiefbau.de +49 30 212 86 236 |
| Hauptverband der Deutschen Bauindustrie |
René Hagemann rene.hagemann@bauindustrie.de +49 30 21286 271 |
| Kunststoffrohrverband |
Dr. Johannes Lis johannes.lis@krv.de +49 2381 9755981 |
| Rohrleitungsbauverband |
Dipl.-Ing. Martina Buschmann buschmann@rbv-koeln.de +49 221 37668-36 |
| Verband Güteschutz Horizontalbohrungen (DCA) |
Dipl.-Geol. Dietmar Quante d.quante@dca-europe.org +49 241 9019290 |
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Der Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv) fördert Forschung und Technik in den Bereichen Leitungsbau und Netzdienstleistungen der Wasser- und Abwasserwirtschaft, der Energieversorgung und der Telekommunikation. Der rbv arbeitet an technischen Regelwerken mit und vertritt die technischen Belange des Leitungsbaus gegenüber Behörden, Institutionen und der Öffentlichkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 600 Mitgliedsunternehmen. Die Berufsförderungswerk des Rohrleitungsbauverbandes GmbH (brbv) und die rbv GmbH sind bundesweit tätige Dienstleister für die Fort- und Weiterbildung im Leitungsbau. Mit mehr als 1.000 Veranstaltungen pro Jahr gehören die beiden Gesellschaften zu den führenden Anbietern.
Der rbv wurde 1950 gegründet und hat seinen Sitz in Köln.