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Chemins de la Contrebande, Jura & Drei-Seen-Land © Laurent Cheviet

Pressemitteilung

Auf den Spuren der Schmuggler

Versteckte Grenzpfade, aussichtsreiche Alpenpässe und geheimnisvolle Waldwege führen Wandernde zu den Schauplätzen einer faszinierenden Vergangenheit. Die historischen Schmugglerwege der Schweiz verbinden eindrucksvolle Natur mit spannenden Geschichten über Mut, Einfallsreichtum und das Leben entlang der Grenzen.

Lange bevor moderne Verkehrswege entstanden, nutzten Händler, Säumer und Schmuggler schmale Bergpfade und abgelegene Waldwege, um Waren über die Landesgrenzen zu transportieren. Hohe Zölle, wirtschaftliche Not und politische Umstände machten den Schmuggel vielerorts zu einem wichtigen Bestandteil des Alltags für die dortigen Männer und Frauen. Heute laden zahlreiche dieser historischen Routen dazu ein, die Schweizer Grenzgeschichte zu Fuß zu entdecken. Ob im Tessin, im Wallis, in Graubünden oder im Jura – jede Region erzählt ihre eigene Geschichte von Menschen, die Grenzen überwanden und Wege nutzten, die heute Wandernden offenstehen.

Tessin – auf den Spuren der „Spalloni“
Entlang der Grenze zur italienischen Lombardei entstand über Generationen ein weit verzweigtes Netz geheimer Pfade. Berühmt wurden die sogenannten „Spalloni“: Lastenträger, die schwere Säcke mit Kaffee, Zucker, Reis, Tabak oder Stoffen auf dem Rücken über die Berge transportierten. Der gemeinnützige Geschichtsverein „Insubrica Historica“ bietet eine vierstündige geführte Trekkingtour nahe der Grenze ab Ascona in Richtung Brissago auf einem historischen Pfad in Kleingruppen von vier bis sieben Teilnehmenden an. Auf einer Höhe von 1100 Metern überqueren die Teilnehmenden die Grenze nach Italien. In den 1940er und 1950er Jahren wurde dieser Pfad nicht nur für den Transport von Schmuggelware genutzt – auch Partisanen und Flüchtlinge gelangten auf diesem Wege in die Schweiz. Nächste Termine für die Trekkingtour sind der 25. Juli, 1. August und der 3. Oktober. Weitere Termine können auf Anfrage bei Insubrica Historica organisiert werden.

Wallis – Historische Alpenpässe zwischen Handel und Schmuggel
Neben Händlern und Säumern nutzen auch Schmuggler die anspruchsvollen Routen über die hohen Alpenpässe vom Wallis nach Norditalien, um Kaffee, Salz, Wein, Käse oder Vieh über die Grenze zu bringen. Besonders eindrucksvoll lässt sich diese Geschichte auf einer Wanderung über den Griespass erleben. Der historische Übergang zählt zu den bedeutendsten Schmugglerwegen der Alpen. Die anspruchsvolle achtstündige Wanderung auf einer Strecke von rund 20 Kilometern beginnt im Rhonetal im Dorf Ulrichen und führt dann entlang des historischen Maultierpfades in das Wilde Ägenetal über den Nufenenpass und den Cornopass bis zum Griespass an der Grenze zu Italien. Ebenso erinnern Wanderungen am Simplonpass oder am Grossen St. Bernhard an die Zeit, als Waren oftmals fernab der offiziellen Zollstationen transportiert wurden.

Graubünden – Schmuggler- und Säumerpfade durch die Alpen
Graubünden verfügt über eines der ältesten Verkehrswegenetze Europas. Die historischen Säumerwege über den Splügenpass, den Umbrailpass oder den Ofenpass waren jahrhundertelang wichtige Handelsverbindungen zwischen der Schweiz, Italien und Österreich. Ein Schmugglerlehrpfad – mit einer Länge von einem Kilometer geeignet für eine Tour mit der ganzen Familie – führt über 17 Stationen ab Maloja im Bergell bis zum Lägh da Bitabergh. Unterwegs auf dem Pfad, der in der Vergangenheit für Schmuggel nach Italien genutzt wurde, erfahren Jung und Alt einiges über die geschmuggelten Waren, die Schmuggler und die Tricks, um Gefahren am Wegesrand auszuweichen. Die kurze Tour führt durch Lärchenwälder zum Bitabergh See oberhalb von Maloja. Wer auf der Suche nach einer anspruchsvolleren Tour ist, für den ist die zweitägige Trekkingtour mit einer Länge von 23,4 Kilometern rund um die Madrisa diesseits und jenseits der schweizerischen-österreichischen Grenze das Richtige. Die Tour ist interaktiv gestaltet: Entlang der Route gilt es 12 Schmugglerdepots zu finden. Alle Depots enthalten Wissenswertes zur Welt der Schmuggler sowie ein Rätsel, mit dessen Lösung Wandernde zum nächsten Versteck auf der Route finden.

Jura & Drei-Seen-Land – Grenzwälder voller Geschichten
Auch entlang der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich entwickelte sich eine lebendige Schmugglerkultur. Die ausgedehnten Wälder und Schluchten des Juras boten ideale Voraussetzungen für heimliche Grenzübertritte. Geschmuggelt wurden unter anderem Kaffee, Tabak, Salz, Stoffe und Uhren. Auf drei verschiedenen mehrtägigen Schmugglerrouten mit einer Länge von 45 bis 77 Kilometern sowie einer Mountainbikestrecke mit einer Länge von 252 Kilometern „Les Chemins de la Contrebande franco-suisse“ können Reisende die geschichtsträchtige Landschaft erkunden. Die Wege führen entlang des Grenzflusses Doubs zwischen der Schweiz und Frankreich und durch die Wälder des Jura. Die enge Verbindung von Natur, Grenzgeschichte und dem Leben der Bevölkerung damals ist dort eindrucksvoll zu erleben.

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