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James Dyson Award Österreich 2018: Multifunktionales Gadget für Menschen mit Seheinschränkung gewinnt Designpreis

Pressemitteilung   •   Sep 13, 2018 10:00 CEST

Clara Fessler, Absolventin des Masterstudiengangs Industrial Design an der FH Joanneum, University of Applied Sciences, in Graz gewinnt mit dem Projekt „REY“ den James Dyson Award auf nationaler Ebene. REY befähigt Menschen mit Seheinschränkung dazu, ihren Alltag selbständiger zu gestalten und erleichtert soziale Integration. Der Sprachassistent REY passt sich an die Bedürfnisse des Nutzers an und unterstützt somit sowohl Menschen mit Seheinschränkung als auch Sehende in ihren individuellen Herausforderungen.

„REY“ wurde im Rahmen einer Masterarbeit von Clara Fessler, Studentin des Masterstudiengangs Industrial Design an der FH Joanneum, University of Applied Sciences, in Graz mit starkem Fokus auf Nutzerrecherche und Co-Creation entwickelt. Inspiriert wurde sie dabei durch ihren familiären Background: „Durch meinen Vater, der im Odilien-Institut Graz, einer Schule für Menschen mit Sehbehinderung, als Lehrer tätig ist, wusste ich über viele alltägliche Probleme und Vorurteile, mit denen sich Menschen mit Sehbehinderung täglich herumschlagen müssen, Bescheid. Ich war mir daher bald sicher, dass ich diese Zielgruppe besser kennenlernen möchte um gemeinsam eine Design-Lösung zu erarbeiten“, berichtet Clara Fessler.

REY ist ein tragbares, durch Sprache gesteuertes Gerät, welches den Nutzer in verschiedensten Aufgaben unterstützt. Es wird wie ein Headset am Kopf getragen und kann somit freihändig bedient werden, was beim zusätzlichen Benutzen eines Blindenstocks oder Führen Blindenhundes eine wichtige Anforderung darstellt. Personen mit Sehbehinderung ermöglicht REY durch taktile Navigation, Beschreibung und Lokalisierung von Objekten mit 3D Sound ein selbständigeres Leben.

Das Produkt besteht aus mehreren Komponenten. Herzstück ist ein Tiefensensor und eine Front-Kamera, welche visuelle Eindrücke aus Sicht des Benutzers erfasst sodass sie in hörbare Eindrücke übersetzt werden können. Menschen mit visuellen Einschränkungen werden durch REY befähigt Texte zu lesen und Farben, Personen, Gesichtsausdrücke sowie Hindernisse wahrzunehmen. Nutzer können in der Unterhaltung mit REY spezifische Dinge erfragen und bekommen durch die Beschreibungen ein besseres Verständnis ihrer Umgebung. Die zwei integrierten Knochenleitungs- Lautsprecher lassen den Benutzer REYs Stimme hören ohne dass dabei Umgebungsgeräusche, die für Personen mit Sehbehinderung äußerst wichtig sind, überdeckt werden. Die Lautsprecher können zudem 3D-Sound, also räumlich lokalisierbare Töne, ausgeben, die in Verbindung mit zwei Vibrationsmotoren Navigationsanweisungen viel intuitiver und genauer verständlich machen. Objekte die für Menschen mit Seheinschränkungen schwer wahrnehmbar sind, wie beispielsweise Hindernisse über Hüfthöhe, können somit auditiv erfahrbar gemacht werden. Das Lokalisieren verschiedenster Objekte, sei es eine freie Parkbank oder ein Produkt im Supermarktregal, hat das Potential eine Vielzahl von Aufgaben des täglichen Lebens einfacher zu gestalten.

Auch das freihändige Steuern des Smartphones ist mit REY möglich und zeigt, dass sich die Bedürfnisse Sehenden und von Menschen mit Seheinschränkungen in vielen Bereichen überschneiden. Durch die Interaktion lernt REY den Nutzer besser kennen und passt sich automatisch an individuelle Anforderungen an. Daher spricht REY im Gegensatz zu traditionellen Hilfsmitteln nicht eine spezielle Nutzergruppe an, sondern versucht als universelles Produkt Gemeinsamkeiten anstelle von Unterschieden hervorzuheben.

Echte Probleme und ausgezeichnete Lösungen

Jurymitglied Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria, meint zum Siegerprojekt: „Die Probleme, mit denen Menschen mit Sehbehinderung konfrontiert sind, variieren stark abhängig von Augenerkrankungen, persönlichen Einstellungen und Lebenssituationen. REY ist ein tragbarer Sprachassistent, welcher den Nutzer in verschiedensten Aufgaben unterstützt und somit sehr individuelle Probleme lösen kann. Wir sind überzeugt, mit „REY“ einen würdigen Gewinner des James Dyson Awards 2018 gefunden zu haben und wünschen Clara Fessler für die Zukunft viel Erfolg mit ihrem Projekt.“

Neben „REY“ zeichnete die Experten-Jury noch zwei weitere Einreichungen aus:

FLAMINGO – Volle Mobilität trotz Beinverletzung
Flamingo ist eine neue Art von Gehhilfe für die Genesungszeit nach einer Fuß- oder Knöchelverletzung. Das Innovative ist, dass beide Hände während des frei sind. Im Vergleich zu Krücken erhöht Flamingo die Beweglichkeit und ermöglicht zudem eine ergonomischere Haltung während des Gebrauchs. Jinny Krohn

CIRCULARIS – smartes Recycling System für Küchen
Circularis ist ein smartes und nachhaltiges Produkt-Service-System, welches das Recycling von Küchenabfällen einerseits für den Nutzer sehr einfach macht, andererseits für die Entsorgungsfirmen sehr wirtschaftlich.

Jessica Castor


Informationen zum James Dyson Award

Der James Dyson Award wird in 27 Ländern ausgeschrieben und steht Studierenden (oder frischen Hochschulabsolventen) der Ingenieurwissenschaften und der Fachbereiche Produktgestaltung und Industriedesign offen. Folgende Länder nehmen am James Dyson Award teil: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Indien, Italien, Irland, Japan, Malaysia, Niederlande, Neuseeland, Philippinen, Russland, Schweden, Singapur, Spanien, Südkorea, Schweiz, Taiwan, Vereinigte Arabische Emirate, Mexiko, Großbritannien und die USA.

In jedem Land, in dem der Award stattfindet, wird ein nationaler Gewinner ausgewählt. In der nächsten Stufe prüft ein Gremium die Einreichungen aller Länder und nominiert 20 Projekte für die internationale Shortlist. Der internationale Gewinner wird von James Dyson ausgewählt. Die Bekanntgabe des internationalen Gewinners und der Finalisten erfolgt am 15. November 2018.

Der internationale Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 33.500 Euro. Der Fachbereich des internationalen Gewinners erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.500 Euro. Die Zweitplatzierten auf internationaler Ebene erhalten jeweils 5.500 Euro. Die Gewinner auf nationaler Ebene erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 2.200 Euro.

Der James Dyson Award wird von der James Dyson Foundation ausgeschrieben, einer im Jahr 2002 gegründeten Stiftung, die das Ziel hat, die nächste Generation von Ingenieuren und Designern zu begeistern und zu unterstützen.

Mehr Informationen unter www.jamesdysonaward.org.

Informationen und Updates zum James Dyson Award auf Facebook.

Über Dyson

  • Dyson ist ein globales Technologieunternehmen mit Forschungs- und Testlaboren in Malaysia, Singapur, auf den Philippinen und in Großbritannien. Dyson beschäftigt weltweit über 12.000 Mitarbeiter, darunter 4.500 Ingenieure und Wissenschaftler – mit einem wachsenden Anteil in Südostasien.
  • Weltweit setzen verschiedene Teams Dysons ehrgeizige Ziele durch Forschung und Entwicklung neuer Technologien um, wie zum Beispiel der Festkörperbatterie, High-Speed-Elektromotoren, Vision-Systemen, maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz.
  • Dysons 67 Hektar großer Campus in Malmesbury, in der Grafschaft Wiltshire, beherbergt das Dyson Institute of Engineering and Technology, das im September 2017 eröffnet wurde. Dyson investiert 31 Millionen britische Pfund in britische Hochschulbildung, um den Mangel an Ingenieuren in Großbritannien zu überwinden. Der vierjährige, gebührenfreie Studiengang deckt im ersten und zweiten Studienjahr die Grundlagen des Ingenieurswesens ab. Im dritten und vierten Studienjahr umfasst er Inhalte zu Elektronik- und Maschinenbau – alles im Zuge einer bezahlten Beschäftigung innerhalb des Forschungs- und Entwicklungsteams von Dyson, das mit führenden Ingenieuren und Wissenschaftlern an realen Produkten arbeitet.
  • Im September 2017 gab Dyson bekannt, dass das Unternehmen seit drei Jahren an einem Elektrofahrzeug arbeitet. Dyson investiert 2 Milliarden britische Pfund in die Entwicklung eines batteriebetriebenen Elektroautos, das voraussichtlich im Jahr 2021 auf den Markt kommen soll. Das Projekt basiert auf Dysons Know-how hinsichtlich Festkörperbatterien, Motoren, Vision Systemen, Robotik, HVAC (Heizung, Lüftung und Klimatechnik) sowie Aerodynamik.

Als Technologie- und Erfinderunternehmen hat es sich Dyson zur Aufgabe gemacht, Produkte des täglichen Lebens durch neue Ideen zu verbessern. Mit diesem Anspruch revolutionierte Unternehmensgründer James Dyson die seit 1901 praktisch unveränderte Staubsaugertechnologie. Inzwischen entwickelt und vertreibt Dyson aber nicht mehr nur Staubsauger sondern auch Airblade Händetrockner, Luftreiniger sowie Luftbefeuchter und Haartrockner. 

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