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Fressnapf Tierratgeber 02/2019: Alles für ein artgerechtes Kaninchenleben

Pressemitteilung   •   Apr 18, 2019 15:57 CEST

Kaninchen begleiten den Menschen schon seit langer Zeit. So sind Kaninchen geliebte Haustiere, die von ihren Besitzern verwöhnt und umsorgt werden. Gerade zu Ostern rückt die Wackelnase wieder in den Fokus der Tierfreunde. Allerdings haben sie grundlegend andere Ansprüche und auch ein gänzlich anderes Verhalten als etwa Hunde oder Katzen. Um den liebenswerten Tieren gerecht zu werden, sollte man sich ausführlich über deren Bedürfnisse informieren.

Wie kann ich Kaninchen artgerecht halten?

Kaninchen sind intelligente und neugierige Tiere, die Anregung und Beschäftigung brauchen – ein abwechslungsreiches Gehege mit Verstecken, Buddelmöglichkeiten und kaninchengerechtem Spielzeug ist ein absolutes Muss. Auch den Platzbedarf der Tiere sollten Sie nicht unterschätzen: Kaninchen können zwar gemächlich vorwärts hopsen, aber auch plötzlich losflitzen, übermütig Haken schlagen und überraschende Luftsprünge machen.

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere, die in freier Wildbahn in großen Gruppen leben. Auch ein Hauskaninchen benötigt Gesellschaft von mindestens einem Artgenossen, um entspannt und gemäß seiner Natur leben zu können. Es ist wichtig, dass es sich bei dem zweiten Tier auch tatsächlich um ein Kaninchen handelt. Entgegen der verbreiteten Praxis ist die Vergesellschaftung mit Meerschweinchen nicht artgerecht. Zwar können die Tiere durchaus miteinander klarkommen, dennoch handelt es sich um unterschiedliche Spezies, die einander bestenfalls tolerieren, aber nicht miteinander kommunizieren können.

Wenn Sie sich für zwei oder mehr Kaninchen entscheiden, achten Sie darauf, dass die Tiere möglichst im gleichen Alter sind. Um Nachwuchs zu vermeiden, können Sie gleichgeschlechtliche Tiere wählen. Rammler sollten im Alter zwischen acht und zehn Wochen kastriert werden, damit es nicht zu aggressiven Revierstreitigkeiten kommt. Auch in gemischten Gruppen sollten die männlichen Tiere vor Einsetzen der Geschlechtsreife kastriert sein. Eine gute Konstellation ist ein Pärchen aus einem Weibchen und einem Kastraten.

Um ein artgerechtes Kaninchenleben führen zu können, benötigen die Tiere viel Auslauf, geeignete Kaninchenkost und Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihrer Natur entsprechen: Buddeln, Knabbern und Bewegung.

Das ideale Kaninchen-Außengehege

Ein Kaninchen-Außengehege besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen: einer Schutzhütte und einer kaninchensicheren Umzäunung. Die Hütte muss so beschaffen sein, dass das Kaninchen sie jederzeit nach Belieben aufsuchen kann. Damit sie bei Regen Schutz spendet, ist ein wasserdichtes Dach Voraussetzung. Stellen Sie die Hütte bitte nicht mit unmittelbarem Bodenkontakt auf, sondern etwas erhöht und für die Tiere über eine Rampe leicht zu erreichen. Kaninchen sind richtige Springginkerl. Aus diesem Grund sollte der Freilauf nicht unter 75cm hoch sein. Bei sprungfreudigen Kaninchen sogar lieber 80-100 cm Höhe. Zwecks der Ausbruchsicherheit sollten keine Gegenstände an den Rand gestellt werden und auch angrenzende flache Gehege sind oft eine Ausbruchshilfe!

Das Außengehege selbst muss genügend Platz zum Hoppeln und Ausstrecken bieten: Vier Quadratmeter sind das Minimum für ein Kaninchenpaar; für jedes Tier im Gehege müssen wenigstens zwei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Als Untergrund für das Gehege eignet sich am besten eine dichte Wiese. Hier wird selten und nur mühsam gebuddelt. Es reicht, regelmäßig ein Auge auf den Untergrund zu werfen und Buddel-Ansätze zu verschließen oder das Gehege umzustellen. Wer seinen Kaninchen ein Buddeln ermöglichen möchte, kann Gehwegplatten entlang der Ränder einlassen, so entsteht ein langlebiger, stabiler Buddelschutz. Steine können nicht rosten oder faulen und sind deshalb besonders langlebig. Bei dieser Sicherungsform ist wichtig, Löcher in der Nähe des Zauns regelmäßig zu kontrollieren und ggf. zu verschließen.

Bitte achten Sie darauf, dass das Gehege nicht den ganzen Tag in praller Sonne liegt. Die Kaninchen müssen jederzeit die Möglichkeit haben, einen schattigen Platz aufzusuchen, der ausreichend groß für alle Tiere ist. Auch für anregende Spielmöglichkeiten sollten Sie sorgen. Rascheltunnel etwa werden von Kaninchen gern genutzt; Rampen, Wippen und Röhren aus Naturmaterialien sorgen ebenfalls für Abwechslung im Gehege.

Wenn die Kaninchen – etwa nach der Neuanschaffung oder nach einem Umzug – erstmals ins Freigehege ziehen sollen, ist es wichtig, dass dies bei frostfreiem Wetter, am besten im Frühling oder Sommer geschieht. Im Vorfeld sollten Sie den Tieren bereits frisches Gras und Kräuter reichen, um die Umstellung auf Frischfutter von der Wiese zu erleichtern.

Wie reagieren Kaninchen im Sommer auf Hitze?

In der Natur sind Wildkaninchen dämmerungsaktiv und meiden pralle Sonne. Kaninchen können nicht schwitzen und durch ihren Pelz auch kaum Wärme abgeben. Eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Körpertemperatur spielen die Ohren. Kaninchen vertragen Hitze also nicht gut und müssen stets die Gelegenheit haben, in einen schattigen Bereich des Geheges auszuweichen. Ein Sonnendach oder kleines Sonnensegel spenden Schatten; als mobile Beschattung eignen sich herkömmliche Sonnenschirme.

Höhlen aus Stein oder Holz sind ebenfalls beliebte Zufluchtsorte bei Hitze. Auch mit der richtigen Ernährung können Sie Kaninchen an heißen Tagen Kühlung verschaffen: Zum gewohnten Raufutter bereichern Sie den Speiseplan mit frischem, feuchtigkeitshaltigem Obst und Gemüse. Wichtig ist allerdings, dieses Futter gegen Abend zu reichen, nicht vormittags. Da die Tiere und deren Verdauung bei Hitze träger sind, kann es zu Stoffwechselproblemen durch Gärung des Grünfutters im Magen kommen. Karotten, Gurken und Brokkoli sind geeignete Gemüsesorten nach einem heißen Tag. Außerdem müssen die Kaninchen den ganzen Tag über Zugang zu Frischwasser haben. Füllen Sie die Näpfe öfter.

Das sollten Sie beachten:

  • Witterungsschutz: Bringen Sie an zwei Seiten des Außengeheges zur Wetterseite hin einen Windschutz an.
  • Vergitterung: Das Gitter muss kaninchensicher sein. Punktverschweißter, verzinkter Volierendraht ist als Meterware erhältlich. Achten Sie auf eine ausreichende Maschenstärke. Das Gitter oder der Draht müssen dem Nagetrieb der Gehege-Bewohner standhalten und auch stabil und fest montiert sein, damit kein Einbruch von außen durch Katzen, Hunde oder Marder erfolgen kann. Zwei Zentimeter Abstand zwischen den Gittern oder Maschen sind ideal. Ungeachtet der Warenbezeichnung eignet sich sogenannter Kaninchendraht nicht als dauerhafte Gehege-Umzäunung: Dieses Material ist in der Regel zu dünn und aufgrund seiner Maschenstruktur schnell durchgenagt.
  • Sicherung nach oben: Auch den oberen Bereich des Geheges sollten Sie nach Möglichkeit vergittern oder zumindest mit einem straff gespannten Geflügelnetz abdecken, um Greifvögel abzuhalten.
  • Grenze nach unten: Kaninchen sind emsige Buddler und können in erstaunlich kurzer Zeit Zäune untergraben. Um das zu vereiteln, können Sie vor der Anlage eines selbst gebauten Außengeheges Kaninchendraht einige Zentimeter tief im Boden verlegen und die Außengitter ein Stück weit versenken oder längs der Umzäunung eine Umrandung aus Steinen anlegen, die den Tieren die Grabetätigkeit an diesen Stellen erschwert.
  • Ungefährliches Terrain: Innerhalb des Geheges sollen die Kaninchen sich sicher bewegen können. Achten Sie darauf, dass die Tiere beim Graben nicht etwa auf unterirdisch verlegte Schläuche oder Leitungen stoßen und sich keine kaninchengefährlichen Pflanzen in Reichweite befinden.
  • Sicherer Standort: Zur Sicherheit der Tiere sollte sich das Kaninchengehege, wenn machbar, ständig in Ihrem Blickfeld befinden (zum Beispiel vom Fenster aus), aber möglichst nicht von der Straße her einsehbar sein, sodass die Anwesenheit von Kaninchen auf dem Grundstück für Unbefugte nicht sofort offensichtlich ist und auch nicht das Interesse von passierenden Hunden erregt.

Mehr zum Thema "sicherer Kaninchenauslauf" finden Sie auf unserem Video:

Fressnapf ist österreichweit mit 133 Filialen Marktführer bei Tierfutter und -zubehör. Die österreichische Fressnapf Handels GmbH wurde 1997 gegründet und ist der erfolgreichste Auslandsmarkt der Fressnapf-Kette mit 1.000 Mitarbeitenden. Im Jahr 2018 hat Fressnapf Österreich einen neuen Rekordumsatz von 173,5 Millionen Euro erzielt. In Europa ist Fressnapf Marktführer im Heimtierbedarf. Das Unternehmen wurde 1990 von Inhaber Torsten Toeller in Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) gegründet. Die Fressnapf-Kette ist derzeit mit rund 1.500 Fachmärkten in elf europäischen Ländern aktiv (dort meist unter dem Namen Maxi Zoo). Die Gruppe beschäftigt mehr als 11.000 Menschen aus über 50 Nationen. Der Jahresumsatz liegt bei rund zwei Milliarden Euro. Die Fressnapf-Gruppe legt großen Wert auf ein breites und vielfältiges Sortiment in modernen Märkten, stationär wie online. Fachkompetente Beratung, erweiterte Serviceangebote und exklusiv bei Fressnapf erhältliche Marken runden das kundenfokussierte Angebot ab. Die Fressnapf-Gruppe ist Förderer verschiedener gemeinnütziger Projekte rund um die Mensch-Tier-Beziehung und den aktiven Tierschutz. Die Mission der Unternehmensgruppe lautet: „Wir geben alles dafür, das Zusammenleben von Mensch und Tier einfacher, besser und glücklicher zu machen.“

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