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Urbanes Windrad gewinnt den prestigeträchtigen internationalen James Dyson Award 2018

Pressemitteilung   •   Nov 15, 2018 09:00 CET

Nicolas Orellana und Yaseen Noorani gewinnen mit ihrer Erfindung, der O-Wind Turbine, den diesjährigen internationalen James Dyson Award.

Inspiriert von einem Space-Rover der NASA wollen zwei junge Erfinder aus Chile und Kenia in windigen Städten Strom erzeugen. Ihre Erfindung O-Wind nutzt horizontalen und vertikalen Wind in Städten. Urbane Apartmentbewohner können damit effizient und nachhaltig Strom erzeugen und von Einspeisetarifen in fast 80 Ländern profitieren. Mit dieser Erfindung haben Nicolas Orellana und Yaseen Noorani den diesjährigen James Dyson Award auf internationaler Ebene gewonnen.

Ob Klimawandel oder Armut – globale Probleme erfordern zunehmend gemeinsame, interkulturelle Lösungen. Nicolas Orellana und Yaseen Noorani, die aus Chile bzw. Kenia stammen, stehen für diese neue Ära, in der die Menschen zusammenarbeiten, um Technologien zur Lösung unserer gemeinsamen Probleme zu entwickeln. Sie studieren beide im Masterstudiengang „International Innovation“ an der Lancaster University in Grossbritannien und wollen mit ihrer innovativen Turbine den Wind in Städten nutzen.

Aber was ist eigentlich das Problem mit dem Wind? Je höher wir unsere Städte bauen, desto windiger werden sie. Bei der Suche nach erneuerbaren Energiequellen bleibt diese mächtige und im Überfluss vorhandene Ressource jedoch weitgehend ungenutzt, da traditionelle Windkraftanlagen nur den Wind in eine Richtung erfassen. Durch ihre einfache geometrische Form kann die O-Wind Turbine diese leistungsstarke, bisher ungenutzte Ressource verwenden und selbst an windigsten Tagen Energie erzeugen.

„Die Aufgabe, etwas zu entwickeln, das ein Problem löst, ist absichtlich breit angelegt. Sie soll talentierte, junge Erfinder dazu motivieren, mehr als nur Probleme zu erkennen“, so Sir James Dyson. „Sie sollen ihren Einfallsreichtum nutzen, um innovative Lösungen zu entwickeln. Die
O-Wind Turbine ist genau das. Damit rückt die enorme Herausforderung, erneuerbare Energien zu erzeugen, in greifbare Nähe, denn durch ihre Geometrie können wir die Energie, die bereits an Orten vorhanden ist, an denen wir bisher kaum gesucht haben, nutzen – und zwar in Städten. Es ist ein geniales Konzept.“

Nicolas Orellana begann sich mit der Herausforderung des multidirektionalen Windes zu beschäftigen, als er auf den Tumbleweed Rover für den Mars der NASA stiess. Mit einem Durchmesser von knapp zwei Metern wurde diese aufblasbare Kugel so konstruiert, dass sie wie ein Steppenläufer autonom über die Oberfläche des Mars hüpft und rollt, um die atmosphärischen Bedingungen und die geographische Lage zu messen. Wie auch herkömmliche Windkraftanlagen wurde der Rover durch unidirektionale Windstösse angetrieben, die seine Bewegungsrichtung vor allem bei Hindernissen stark beeinträchtigten, was ihn häufig vom Kurs abbrachte und letztendlich zum Scheitern des Projekts führte.

Als Nicolas die Grenzen des Tumbleweed Rovers erforschte, wurde seine dreidimensionale Windturbinentechnologie geboren. Nicolas und sein Kommilitone Yaseen Noorani entdeckten bald, wie Städte diese Technologie nutzen könnten, um die Energie zur Stromerzeugung zu nutzen.

Wie funktioniert die O-Wind Turbine?
Die O-Wind Turbine ist eine Kugel mit 25cm Durchmesser und geometrischen Öffnungen. Sie sitzt auf einer festen Achse und dreht sich, wenn der Wind aus einer beliebigen Richtung auf sie trifft. Wenn die Windenergie die Turbine dreht, treiben Getriebe einen Generator an, der die Kraft des Windes in Elektrizität umwandelt. Diese kann entweder direkt als Stromquelle genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden. Nicolas und Yaseen würden die O-Wind-Turbine gern an grossen Bauwerken, zum Beispiel der Seite eines Gebäudes oder eines Balkons installieren, weil dort die Windgeschwindigkeiten am höchsten sind. Klicken Sie hier, um die Turbine in Aktion zu sehen.

„Wir hoffen, dass die O-Wind Turbine die Nutzbarkeit und Erschwinglichkeit von Turbinen für Menschen auf der ganzen Welt verbessern wird. In Städten ist es immer windig, aber wir nutzen diese Ressource derzeit nicht“, erklärt Nicolas Orellana. „Unsere Überzeugung ist die Folgende: Wenn es einfacher wird, Ökostrom zu erzeugen, motiviert dies die Leute viel mehr dazu, zum Schutz unseres Planeten beizutragen. Dass wir jetzt den internationalen James Dyson Award gewonnen haben, hat unser Konzept bestätigt. Die Aufmerksamkeit, die wir bisher erhalten haben, war überwältigend. Sie gab uns das Vertrauen, dieses Konzept weiter zu entwickeln. Wir führen bereits Gespräche mit Investoren und hoffen, in den kommenden Monaten einen Deal zu erzielen.

James Dyson Award 2018 – Zweitplatzierte auf internationaler Ebene
Da 40 Prozent der Weltbevölkerung in Gebieten mit Malariarisiko lebt, sterben jedes Jahr über eine Million Menschen an Malaria. EXCELSCOPE 2.0 – erfunden von einem Team der TU Delft, Niederlande – ist ein halbautomatisches, intelligentes Gerät zur Diagnose von Malaria, das durch das einfache Antippen eines Smartphones verwendet werden kann, um die Effizienz und Genauigkeit der Behandlung in Entwicklungsländern zu verbessern.

Air Chair
Seinen Alltag im Rollstuhl zu bestreiten kann schwierig sein, selbst an barrierefreien Orten. Die Kombination aus Treppen, schmalen Sitzen und die Abhängigkeit vom Personal zum Betreten und Verlassen eines Flugzeugs macht jedoch Fliegen für Rollstuhlfahrer zu einer grossen Herausforderung. Aamer Siddiqui und Ali Asgar von der American University in Sharjah haben daher Air Chair erfunden, eine einfachere Lösung, bei der die Benutzer einen einzigen Stuhl für die gesamte Strecke von der Abflughalle bis zum Start des Flugzeugs verwenden können.

Nationaler James Dyson Award Gewinner aus der Schweiz
Fabian Engel aus St. Gallen und Simon Oschwald aus Chur haben zusammen an der ZHdK Industriedesign studiert und mit ihrer Diplomarbeit Project Circleg wortwörtlich eine Innovation aus dem Boden gestampft.

Project Circleg ist ein neuartiges Beinprothesensystem, welches für Menschen mit einer Beinamputation in weniger entwickelten Ländern kreiert wurde. Aufgrund von Verkehrsunfällen, mangelnder medizinischer Versorgung oder gewalttätigen Konflikten ist in solchen Ländern die Nachfrage nach kostengünstigen Beinprothesen sehr hoch. Allerdings fehlte bis anhin ein zufriedenstellendes und kostengünstiges Prothesensystem. Daraus ist bei den beiden innovativen Studenten die Idee „Project Circleg“ entstanden. Durch die Verwendung von recycelten Kunststoffabfällen und den bestehenden Produktionsmethoden vor Ort kann die Beinprothese lokal und kostengünstig hergestellt werden.

„Wir wollten unsere Fähigkeiten als Designer nutzen, um etwas Positives zu bewirken. Das Projekt erfüllt auf einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Ebene alle Anforderungen“, so Fabian. Dass ihr Projekt die Jury vollumfänglich überzeugt hat, überraschte die beiden Zürcher: „Wir sind beeindruckt von der Qualität der teilnehmenden Projekte und freuen uns deshalb umso mehr, dass unsere Idee als nationaler Gewinner gekürt wurde.“ Weiter meinen sie: „Es ist grossartig, dass wir nun internationaleAufmerksamkeit für unsere Entwicklung bekommen. Das motiviert uns, weiterzumachen!“

Mehr Informationen zum nationalen Gewinner „Project Circleg“ sind hier zu finden.

Weitere Informationen zum James Dyson Award
Der James Dyson Awardwird in 27 Ländern ausgeschrieben und steht Studierenden (oder frischen Hochschulabsolventen) der Ingenieurwissenschaften und der Fachbereiche Produktgestaltung und Industriedesign offen. Folgende Länder nehmen am James Dyson Award teil: Australien, Österreich, Belgien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Indien, Italien, Irland, Japan, Malaysia, Niederlande, Neuseeland, Philippinen, Russland, Schweden, Singapur, Spanien, Südkorea, Schweiz, Taiwan, Vereinigte Arabische Emirate, Mexiko, Grossbritannien und die USA.

In jedem Land, in dem der Award stattfindet, wird ein nationaler Gewinner ausgewählt. In der nächsten Stufe prüft ein Gremium die Einreichungen aller Länder und nominiert 20 Projekte für die internationale Shortlist. Der internationale Gewinner wird von James Dyson ausgewählt.

Der internationale Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von CHF 38`000. Der Fachbereich des internationalen Gewinners erhält ein Preisgeld in Höhe von CHF 6`250. Die Zweitplatzierten auf internationaler Ebene erhalten jeweils CHF 6`250. Die Gewinner auf nationaler Ebene erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils CHF 2`500.

Der James Dyson Award wird von der James Dyson Foundation ausgeschrieben, einer im Jahr 2002 gegründeten Stiftung, die das Ziel hat, die nächste Generation von Ingenieuren und Designern zu begeistern und zu unterstützen.

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