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Versorgungsmodelle neu gedacht

News   •   Mai 10, 2019 13:15 CEST

(v.r.n.l.) Jessica Hanneken, apoBank (Moderation), Martin Matz, Staatssekretär für Gesundheit des Landes Berlin, Dr. Gerald Gaß, DKG, Stefan Hofmeister, KBV, Phillip Schunke, Berliner Wirtschaftsgespräche und Michael Gabler, apoBank

Was können Versorger tun, um neue gesellschaftliche Bedarfe wirtschaftlich erfolgreich bedienen zu können? Die Frage beschäftigte die Diskussionsrunde, die am 6. Mai in der Berliner Filiale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) stattfand. Der Einladung der Berliner Wirtschaftsgespräche und der apoBank folgten Staatssekretär für Gesundheit des Landes Berlin, Martin Matz, Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KBV, sowie Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Lösungen für sektorenübergreifende Bedarfsplanung nötig

In seiner Eröffnungsrede vor über 80 Gästen aus der gesamten Gesundheitsbranche und der Politik wies Michael Gabler, Leiter Firmenkunden darauf hin, dass sich aufgrund von demographischem Wandel, Urbanisierung, Fachkräftemangel und veränderten Erwartungen an die Krankenversorgung und Prävention die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Deutschland - nicht nur - in ländlichen Räumenzunehmend schwieriger gestaltet. "Auch wenn im Moment eine gute Versorgungssituation in den meisten Regionen besteht, bedarf es in Deutschland dringend eines Strukturwandels in der gesundheitlichen Versorgung. Diese muss künftig konsequent über die Sektorengrenzen hinweg am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet werden", so Gabler. Staatssekretär Matz machte deutlich, dass eine sektorenübergreifende Bedarfsplanung sowie neue Strukturen der Vergütungsformen zwingend zu erörtern sind.

Intersektorale Gesundheitszentren als regionale Konzepte

Als ein Beispiel für ein neues Versorgungsmodell stellte Hofmeister das von der KBV in die Diskussion gebrachte intersektorale Gesundheitszentrum (IGZ) vor. Das vorgeschlagene Konzept soll eine wohnortnahe Versorgung sicherstellen, in dem kleine, häufig nicht rentabel arbeitende Krankenhäuser, in eine erweiterte ambulante Versorgungsstruktur integriert werden. "Bei einem IGZ handelt es sich nicht um ein Krankenhaus-light", so Hofmeister. "Zudem handelt es sich nicht um ein Konkurrenzangebot zum stationären Sektor. Vielmehr sind Kooperationen mit weiteren Leistungsanbietern erforderlich. Jeder Standort ist regional zu konzipieren und kann nicht auf eine Blaupause zurückgreifen."

Dass sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft zum Strukturwandel bekennt, betonte Gaß in seinen Ausführungen. Es bedürfe jedoch keiner neuen Konzepte, sondern vielmehr den Ausbau bereits bestehender, wie beispielsweise dem Medizinischen Versorgungszentrum. In einem solchen Zentrum könnten fachärztliche Filialpraxen, eine Physiotherapie, ein Notarztstandort sowie ein ambulanter Pflegedienst integriert sein.

Am Ende der Diskussion waren sich alle einig, dass eine zentralisierte, sektorenübergreifende Versorgung den Bedürfnissen der Leistungserbringer und der Bevölkerung entspricht. Zudem können die knapper werdenden Personalressourcen effizienter eingesetzt werden.