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Klangtherapie im Kinderhospiz Bärenherz

News   •   Mai 26, 2016 15:02 CEST

Friedhelm Bretschneider singt Elena das Lied von Gerhard Schöne „Alles muss klein beginnen“ vor

Im Kinderhospiz Bärenherz wird einmal in der Woche eine Klangtherapie angeboten. Der Klang ist ein therapeutisches Hilfsmittel, das seit Jahrhunderten in vielen Kulturen wegen seiner heilenden Wirkung eingesetzt wird. Klänge berühren Menschen in besonderer Weise. Sie können Ängste und Schmerzen lindern, intensive Gefühle auslösen und auch Ruhe und Entspannung unterstützen.

Jeden Donnerstag kommt nun der Klangtherapeut Friedhelm Bretschneider ins Kinderhospiz. Immer mit dabei sind eine Vielzahl von Instrumenten und Klangkörpern, die er über Jahre erworben oder selbst angefertigt hat. Seine Sammlung ist beeindruckend: Zuerst fällt der große Gong ins Auge, dann die unterschiedlichen Klangschalen und Instrumente wie Gitarre, Flöte, Glöckchen, Trommeln, Shaker und die Körpertambura. Außerdem hat er unterschiedliche Tierfiguren mitgebracht: Frosch, Hahn, Eule, Ente, Grille, Schaf und Kuh scheinen nur darauf zu warten, dass ihnen Töne entlockt werden.

Die Therapiestunden finden im Snoezellenraum des Kinderhospizes statt. Elena ist heute die erste, die sich auf ein Klangerlebnis freuen darf. Friedhelm Bretschneider beginnt mit einem Gitarrenspiel und stimmt das Lied von Gerhard Schöne „Alles muss klein beginnen“ an. Nach anfänglichem Zögern freut sich Elena und wippt im Takt mit. Dem starken Bewegungsdrang des Mädchens versucht der Therapeut mit der großen Ocean Drum gerecht zu werden. Diese doppelseitig bespannte Rahmentrommel aus Holz und Naturfell ist mit vielen winzigen Stahlkugeln gefüllt. Es ist äußerst faszinierend für das Mädchen, den Bewegungen der kleinen Kugeln zuzusehen und dem Rauschen, das diese verursachen, zu lauschen. Elena beginnt rhythmisch zu trommeln. Die Freude darüber ist ihr sofort anzusehen. Mit Amalia geht es weiter. Da ihre Aufmerksamkeit wandert, versucht der Therapeut diese über ein Klangmärchen so lang wie möglich zu halten. „Die Bremer Stadtmusikanten“ liest er vor, und alle Instrumente, die im Märchen erwähnt werden, kommen zum Einsatz. Neben der Flöte, dem Waldhorn und der Trommel gibt es auch einen Donnergroll zu hören. Amalia gefällt es, sie bleibt die ganze Sitzung aufmerksam und wirkt aktiv mit.

Marie kommt in den Genuss der Klangschalen. Friedhelm Bretschneider stellt diese dem Mädchen auf die Beine und schlägt sanft mit dem Klöppel dagegen. Der Klang wird hier nicht nur mit den Ohren gehört, sondern auch körperlich gefühlt und erlebt. Schwingungen, die den Körper des Mädchens durchdringen, bewirken eine Beruhigung. Marie entspannt sich und ihr fortwährendes Zähneknirschen hört auf. Auch andere Instrumente, die nicht im klassischen Sinne zum Musikmachen eingesetzt werden, haben die gleiche Wirkung auf sie.

Nach Marie widmet sich Friedhelm Bretschneider Kilian, der in Begleitung von Schwester Julia zu seiner Stunde kommt. Der kleine Junge achtet zunächst nur beiläufig auf das einsetzende Gitarrenspiel, sein Interesse wird damit jedoch nicht geweckt.Deshalb versucht es der Therapeut mit anderen Klangkörpern und Instrumenten: Körpertampura, Flexaton und auch ein Shaker verfehlen ebenfalls ihre Wirkung. Bei der Ocean Drump schaut Kilian auf einmal aufmerksam auf und lächelt.

Breitschneider setzt nun die lautgebenden Tierfiguren ein: Ente, Wildschwein, Grille. Als schließlich der Klang eines Hahnes und eines Schafes ertönen, muss Kilian so herzhaft lachen, das auch Schwester Julia und Friedhelm Bretschneider davon ansteckt werden und mitlachen. Noch mehrmals schreit der Hahn, das Lachen ebbt nicht ab, die Stimmung könnte nicht besser sein.

Diese schönen und zugleich bereichernden Momente motivieren Friedhelm Bretschneider immer wieder aufs Neue sein großes Klang-Equipment einzupacken, um im Kinderhospiz Bärenherz Klangtherapien durchzuführen. Sie bestätigen seine Arbeit.

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