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„Der Ausbau der Infrastruktur wird für Wachstum sorgen“

News   •   Nov 08, 2016 13:52 CET

Die achtspurige Brücke "Rajiv Gandhi Sea Link" verbindet Bandra im Westen mit Worli im Süden von Mumbai.

Um Logistik in einem Land der Größe Indiens erfolgreich zu betreiben, sind Know-how, Erfahrung und vor allem ein schlagkräftiges Team gefragt. Huned Gandhi, Managing Director Air & Sea Logistics India bei DACHSER, setzt in erster Linie auf Qualität und bereitet sich auf den Schwung vor, den neu aufgelegte Regierungsprogramme in die indische Wirtschaft bringen.        

    

1. Herr Gandhi, Sie bedienen ein Gebiet von der Größe eines Subkontinents. Wie organisieren Sie das?

Indien ist in der Tat ein sehr großes Land, fast so groß wie ein Kontinent, aber gar nicht so schwer zu managen. Mit unseren Area General Managern und Branch Managern, die jeder für sich in ihrem Zuständigkeitsgebiet eine entscheidende Rolle spielen, verfügen wir über ein landesweit sehr starkes und erfahrenes Team.

2. Indien gehört zu den am stärksten expandierenden Volkswirtschaften der Welt. Welche Rolle spielt der indische Markt für DACHSER?

Indien spielt eine Schlüsselrolle in der Weltwirtschaft und wächst mit 7 bis 7,5 Prozent immer noch schneller als andere Volkswirtschaften. Für DACHSER war Indien schon immer ein wichtiger Markt, den wir mit einem soliden Netzwerk von 25 Niederlassungen flächendeckend bedienen. Was uns auszeichnet, ist unser Fokus auf Qualität, den unsere Kunden schätzen, und der uns über die Jahre ein stetiges Wachstum ermöglicht hat. Die bevorstehende Vereinheitlichung der „Goods and Services Tax“ (GST) und diverse Regierungsinitiativen, wie „Ease of doing business“ oder „Make in India“, ebnen den Weg für weiteres Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren.

3. Was sind die wichtigsten Import- und Exportgüter für DACHSER India?

Indien verfügt über eine große wirtschaftliche Bandbreite mit Branchen wie Automotive, Maschinenbau, Handel und Biowissenschaften, um nur einige der Hauptwachstumstreiber zu nennen.

4. Die neue Regierung hat es sich zum Ziel gesteckt, die Infrastruktur zu stärken. So soll beispielsweise in die Bereiche Schiene, Häfen und Luftverkehr erheblich investiert werden. Profitiert die Logistik in Indien schon von diesen Maßnahmen?

Der Ausbau der Infrastruktur gehört zu den Prioritäten des Landes. Mehr Flug- und Seehäfen sowie der Ausbau des Schienen- und Straßennetzes werden für einen weiteren Wachstumsschub sorgen. Erste Investitionen in die Infrastruktur wurden bereits getätigt, und wir rechnen damit, dass wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren davon profitieren werden.

Das geplante Transhipment-Hub in Enayam ist in Planung und wird Colombo als Umschlaghafen Konkurrenz machen. Für die Schifffahrtsindustrie bedeutet der Hafen einen großen Gewinn. Der Standort eignet sich insbesondere wegen der natürlichen Tiefe des Hafenbeckens von 20 m, bei der die großen Containerschiffe problemlos navigieren können. Die indischen Häfen sind deutlich effizienter geworden, dennoch haben wir gegenüber Häfen wie Singapur, Shenzhen und Shanghai noch großen Aufholbedarf.

5. Thema Seefracht: Gute Umschlagsleistungen an Terminals in Europa und auf dem indischen Subkontinent sorgen für eine Belebung . Welche Bedeutung hat Sea Freight für DACHSER India? Und wie steht es mit der Luftfracht?

Die indischen Luft- und Seefrachtterminals haben in jüngster Zeit enorm aufgeholt. Dennoch stehen die Hauptseehäfen wie Chennai und Nhava Sheva mit ihrem hohen Umschlagsvolumen stark unter Druck. Auch die Luftfrachthäfen Delhi und Mumbai sind überlastet. Wir erwarten jedoch eine Entschärfung der Situation in den kommenden Jahren, da bereits erhebliche Investitionen in den Bau neuer Flug- und Seehäfen auf den Weg gebracht wurden. Das regionale Anbindungsprogramm „Regional Connectivity Scheme“ des neuen Strategiekonzepts für die Verkehrsluftfahrt sieht ebenfalls den Bau neuer Flughäfen vor, sodass voraussichtlich auch der nationale Luftfrachtmarkt ein Comeback feiern wird.

6. Zusammen mit terre des hommes engagiert sich DACHSER stark im indischen Uttar Pradesh, neuerdings auch in Maharashtra. Wie nimmt DACHSER India seine gesellschaftliche Verantwortung wahr?

Corporate Social Responsibility ist ein ganz wesentlicher Aspekt, den DACHSER India sehr ernst nimmt und mit großem Engagement umsetzt. Wir freuen uns, dass wir bei den CSR-Programmen von DACHSER mitwirken und so unseren gesellschaftlichen Beitrag leisten können. Die bisherigen Ergebnisse dieser Projekte sind vielversprechend und umso spannender, da die Projekte auf langfristigen und nachhaltigen Nutzen ausgelegt sind.

7. Was sind die logistischen Herausforderungen, wenn man als europäisches Unternehmen im indischen Markt aktiv werden möchte?

Mein Rat an europäische Unternehmen würde lauten, sich mit der logistischen Infrastruktur und dem Umfeld in Indien vertraut zu machen und auf dieser Basis ihre Logistiklösungen zu planen. Das ist sicherlich kein Kunststück, da bereits viele europäische Unternehmen seit Jahren erfolgreiche Geschäfte in Indien betreiben und sehr wettbewerbsfähige Lösungen für ihren Logistikbedarf gefunden haben. Ich treffe häufig auf europäische Kunden, die aus Indien heraus arbeiten und die logistischen Herausforderungen des Landes bereits sehr gut verstanden haben und erfolgreich bewältigen.

8. Was sind die nächsten Meilensteine für DACHSER India?

DACHSER India ist strategisch sehr gut aufgestellt, und wir rechnen mit einem stetigen Wachstum. Mittelfristig wollen wir den Bereich ontraktlogistik verstärkt in den Fokus nehmen und die Vorteile des weltweiten Netzwerks von DACHSER nutzen, um unser Luft- und Seefrachtgeschäft auszubauen.

Huned Gandhi, Managing Director Air & Sea Logistics India          


Huned Gandhi, Managing Director Air & Sea Logistics India

Huned Gandhi blickt auf mehr als 20 Jahre Erfahrung Logistikerfahrung zurück. Der diplomierte Betriebswirt erwarb im Rahmen eines Aufbaustudiums an der University of Pune ein Diplom im Außenhandel und 2005 am Narsee Monjee Institute of Management Studies in Mumbai ein EMBA in Supply Chain Management.

1996 begann Gandhi seine Laufbahn in der Cargo Division von AFL (jetzt DACHSER India) als Trainee im Verkauf. Später wurde er zum Branch Manager Puna und 2007 zum General Manager der Region Western India befördert. Von 2008 bis 2011 fungierte er zusätzlich als Trade Lane Manager für die Handelsverbindungen Japan-Europa und Korea-Europa. 2012 zog er nach Malaysia, um dort DACHSER aufzubauen. 2014 kehrte er zurück und übernahm als Managing Director Air & Sea Logistics die Leitung der Landesgesellschaft.

Gandhi interessiert sich für Sport, Reisen, Musik und liest gerne Management-Bücher und Wirtschaftsmagazine.