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Eine Frau für alle Fälle

News   •   Nov 02, 2016 14:15 CET

Anja Obermüller, eine Frau für alle Fälle

Anja Obermüller ist Fuhrparkmanagerin Food Logistics bei DACHSER in Hamburg. In dieser Funktion ist sie die erste Ansprechpartnerin für Transportunternehmer, Fahrer und Auszubildende, organisiert Schulungen und kennt den Fahrerberuf in allen Facetten. Ihre Mission: Den Arbeitsalltag für alle optimieren und das Berufsbild des Fahrers ins richtige Licht rücken.

Wenn Anja Obermüller morgens in die DACHSER Food Niederlassung in Hamburg kommt, weiß sie oft nicht genau, was der Tag bringt. Als Erstes dreht sie ihre Runde und geht bei Fahrern und Auszubildenden vorbei. Wenn es irgendwo hakt, sucht sie nach gemeinsamen Lösungen. Dafür hält sie Rücksprache mit der Disposition und dem Umschlaglager und holt alle Beteiligte an den Tisch. Sie kontrolliert die Fahrzeuge im Nahverkehrseinsatz, weist neue Fahrer ein und bespricht sich mit den selbstständigen Transportunternehmern, die für DACHSER im Einsatz sind. Auch die Fahrerschulungen betreut die Fuhrparkmanagerin. Mit ihren Kollegen aus dem Bereich Human Resources geht sie in Schulen und bewirbt die Berufskraftfahrer-Ausbildung bei Veranstaltungen zur Berufsorientierung. Beim internen Unterricht ist sie für die Auszubildenden zugleich Lehrerin.

„Ich organisiere gerne und liebe den Kontakt zu den verschiedenen Menschen“, sagt Obermüller. „Das Schulen und Ausbilden macht mir großen Spaß.“ Als Fuhrparkmanagerin muss Anja Obermüller ein feines Gespür und offenes Ohr haben für die Belange ihrer Kollegen. So hilft es ihr auch, dass sie als gelernte Disponentin ein Händchen für die Praxis hat. Da sie den LKW-Führerschein besitzt und sich gerne hinter das Lenkrad setzt, an Fahrsicherheitstrainings teilnimmt und einige Touren selbst begleitet, kennt sie den Berufsalltag der Fahrer gut. „Ich habe mir bei den Fahrern den nötigen Respekt und die Anerkennung verschafft, darauf bin ich stolz“, lächelt Obermüller. Ihre Praxiserfahrung hilft ihr auch bei der Betreuung der Auszubildenden. „Dadurch, dass ich jahrelang disponiert habe und weiß, wie sich ein LKW fährt, kann ich den Auszubildenden viele Dinge aus einem erweiterten Blickwinkel beibringen.“


Die Chemie muss stimmen

Zum Ausbildungsbeginn konnte Anja Obermüller neun junge Menschen für eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer begeistern. „Für uns sind die reinen Schulnoten nicht so ausschlaggebend, uns kommt es mehr auf das Zwischenmenschliche an. Nach einem persönlichen Gespräch merke ich schon, ob die Chemie stimmt.“ War sich ein Bewerber nicht ganz sicher, ob der Beruf das Richtige für ihn ist, konnte er bei einem Praktikum in den Arbeitsalltag eines Berufskraftfahrers schnuppern. „Auch Auszubildende ohne PKW-Führerschein bekommen bei mir eine Chance, da ich weiß, dass viele sich den Führerschein ohne Arbeit nicht leisten können. DACHSER übernimmt während der Ausbildung die Kosten für den PKW-Führerschein, da er die Voraussetzung für den LKW-Führerschein ist.“

Anja Obermüller setzt außerdem auf das Thema Wertschätzung. Der Beruf sei anspruchsvoll, hart und mitunter auch stressig. Deshalb sei es wichtig für die Fahrer, dass sie akzeptiert werden und dass man ihre Belange ernst nimmt. So organisiert Anja Obermüller zum Beispiel Kommunikationstrainings für Disponenten, um diese Schnittstelle zu optimieren. Sie hofft, dass dieses Training ein weiterer Meilenstein ist, um die Arbeitsbedingungen aller Akteure wieder ein Stück besser zu machen. Dann kann auch die Fuhrparkmanagerin abends beruhigt nach Hause gehen.