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Tool-Box für die City-Distribution

News   •   Jul 10, 2017 10:52 CEST

In einem aktuellen Forschungsprojekt erkundet DACHSER neue Wege der City-Distribution für Europas Metropolen. Ein Ergebnis steht schon fest: die DACHSER Tool-Box mit modularen Bausteinen für die Gestaltung der letzten Meile in den Innenstädten.

Dauerstau, Parkplatznot, Verkehrsbeschränkungen, dazu der Ausstoß von Treibhausgasen samt Feinstaub- und CO2-Alarm: Es steht vielerorts nicht gut um den Verkehr in den urbanen Zentren. Das gilt für Pkw und Lkw gleichermaßen. In Städten wie Paris, und Stuttgart drohen bereits zu kritischen Zeiten Fahrverbote und Zugangsbeschränkungen insbesondere für Diesel-Fahrzeuge.

Als Vorreiter auf dem Stückgutmarkt muss DACHSER hier seinen eigenen Weg gehen, Innovationen frühzeitig erkennen und umsetzen. Michael Schilling, COO Road Logistics bei DACHSER, gibt die Richtung vor: „Unser Ziel ist es, innovative, nachhaltige Geschäftsmodelle zu schaffen, damit die Ware unserer Kunden in die Innenstädte kommt. Wer die Stadtbelieferung von morgen gestalten will, muss bewährte Logistiksysteme mit neuen Ideen verknüpfen.“

Stefan Hohm, Corporate Director Corporate Solutions, Research & Development, schlägt in dieselbe Kerbe: „Das Wachstum von Städten und Ballungsräumen überall auf der Welt in Kombination mit einem veränderten Konsumverhalten und verstärktem Umweltbewusstsein stellt die Logistik vor neue Herausforderungen. Umweltauflagen, Verkehrsstaus und veränderte Kundenwünsche erfordern neue Lösungen.“ In Hohms Verantwortungsbereich liegt das Projekt „City-Distribution“, mit dem DACHSER im Rahmen des strategischen Programms Idea2net auf zukunftsweisende Netzwerkinnovationen abzielt.

Jede Stadt ist anders

„Wir müssen uns den Herausforderungen im urbanen Raum stellen“, erklärt Hella Abidi, Consultant Research & Development bei DACHSER, die das Projekt City-Distribution leitet. Dazu gehören unter anderem die zunehmende Individualisierung von Produktion und Handel, eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, steigende und kleinteiligere Warenmengen sowie immer höhere und spezifischere Kundenanforderungen. „Diese sind aber in jeder Metropole unterschiedlich ausgeprägt.“

Für eine effiziente und nachhaltige Stadtbelieferung entwickelt DACHSER deshalb eine Tool-Box mit Maßnahmen und Lösungen, die nach einer Analyse der jeweiligen Metropolregion hinsichtlich Topographie, Demographie, Gesetze und Verordnungen passgenau von den einzelnen Niederlassungen vor Ort implementiert werden können. „Nur wer sich mit den spezifischen Anforderungen auseinandersetzt, kann auch künftig eine optimale logistische Versorgung von Städten und Metropolregionen anbieten“, sagt Hella Abidi.

Dialog, Prozesse, Technologien

Im besonderen Fokus der DACHSER Forschung ist neben der multimodalen Lieferketten- und Prozessgestaltung, die auch Konzepte zur Abend- und Nachtzustellung berücksichtigt, auch der Einsatz von innovativen, innenstadtgerechten Antriebskonzepten. Schließlich steht am Ende der messbare Beitrag zur Nachhaltigkeit mittels fundierter CO2-Kalkulation.

„In der City-Distribution ist Individualität Trumpf “, erklärt Stefan Hohm. „Dennoch geht es uns nicht um Insellösungen, sondern mittel- und langfristig darum, emissionsfreie Zonen in Europa möglichst als System zu steuern und entsprechende Standardprozesse zu implementieren.

Gleichzeitig kommen die innovativen Fahrzeuge sowohl bei den Fahrern als auch bei den Kunden gut an“. Dabei sei aber auch klar: „Eine nachhaltige City Distribution ist nicht zum Nulltarif erhältlich“ prognostiziert Stefan Hohm.

In unserer Bildergalerie haben wir Ihnen einige der neuen Konzeptstudien zusammengestellt, die DACHSER im Rahmen des Projekts City-Distribution testet.

Viel Spaß beim Entdecken:

Gemeinsam mit dem Spezialisten ORTEN hat DACHSER in Paris den Einsatz von E-Trucks in der Innercity-Belieferung mit häufigen Start-Stopp Frequenzen analysiert. Mit einer knappen Reichweite von rund 100 Kilometern und einer recht geringen Nutzlast von 2.400 Kilogramm machte das Testfahrzeug eine gute Figur bei der emissionsfreien Innenstadtbelieferung.

Gemeinsam mit dem französischen Karrossierbau-Unternehmen Libner hat DACHSER in Frankreich über drei Monate eine innovative City-Distributionslösung für Paris getestet: „BIL” - Base Intelligente de Logistique. Das Konzept ist einfach: Ein Lkw führt im „Huckepack” ein 2,50 Meter kurzes, extrem wendiges Elektrofahrzeug mit sich, mit dem der Fahrer auf der allerletzten Meile seine Ware problemlos auch beim Handel in Fußgängerzonen oder engen Gassen ausliefern kann. Das emissionsfreie E-Mobil ist dazu mit einer Hubgabel ausgestattet, die Paletten mit einem Gewicht von bis zu 600 Kilogramm tragen kann.

In der Münchner Innenstadt ist der Fuso Canter Eco Hybrid, ein besonders sparsamer und umweltschonender Transporter für den Verteilerverkehr, unterwegs. Beim Losfahren greift das hochmoderne Vierzylinder-Turbodiesel-Fahrzeug mit 110 kW (150 PS) Leistung auf einen 40 kW (54 PS) Elektromotor zu, der vom Start weg voll zur Verfügung steht und dabei extrem leise ist. Erst wenn mehr gefordert wird, kommt der Verbrennungsmotor ins Spiel.

Auf leisen Sohlen kommt im südspanischen Málaga „El Carrito“ daher, ein kleines und besonders wendiges Elektromobil, das eigens für den Einsatz in Fußgängerzonen konzipiert wurde, wo sich 14 Prozent der Geschäfte Málagas befinden. Vollbeladen ist „El Carrito“ 7 km/h schnell, hat einen Wendekreis von gerade einmal 1,65 Metern bewegt sich geräuscharm und extrem wendig durch Málagas Altstadtgässchen. Nachts findet das Gefährt Unterschlupf in einer Tiefgarage, wo es bei Bedarf Steckdosenenergie für den nächsten Arbeitstag tankt.

In den innerstädtischen Zentren von Stuttgart, Tübingen und bald auch Berlin testet DACHSER auf der letzten Meile elektrisch unterstützte Lastenräder. Diese können in ihren Aufbauten bis zu 250 Kilogramm transportieren und alle für den Radverkehr freigegebenen Strecken nutzen. Auf der transport logistic-Messe hat DACHSER den Prototyp einer eigens entwickelten Lastenrad-Wechselbrücke ausgestellt. Über eine elektrisch betriebene Hebe- und-Senkhydraulik lässt sich der Koffer vom Heck des Lastenrads entfernen. Im Inneren bietet der zwei Meter hohe Aufbau etwas mehr als Palettenmaß und erlaubt sogar die Beladung mit dem Hubwagen.