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Von China in die USA: Eine Fabrik zieht um

News   •   Jan 22, 2018 10:15 CET

Logistik im XXL-Format: Wenn eine ganze Produktionsanlage von einem Kontinent auf den anderen transportiert wird, müssen Experten ran. Mit all ihrer Erfahrung. Und manchmal auch starken Nerven.

Der 19.000 Kilometer lange Transport einer zerlegten Fabrik der GELITA AG vom chinesischen Cangnan nach Sioux City in den USA war auch für die erfahrenen Projektlogistiker von DACHSER Air & Sea Logistics eine nicht alltägliche Herausforderung.

Die Details: Transportgut von über fünf Meter Höhe und 3,50 Meter Breite sowie voluminöse Einzelteile mit einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen. „Ohne professionelle Planung und Vorbereitung kann ein solcher Umzug nicht gelingen. Der Umzug einer ganzen Produktionsanlage gehört auch für uns nicht zum Standard, aber wir haben das Know-how und die Erfahrung, auch solche Herausforderungen zu bewältigen“, sagt Hans-Ulrich Brüggemann, Leitung Projekte Seefracht Air & Sea Logistics bei DACHSER in Köln.

Auf die Seite gelegt

Als schwierigste Aufgabe stellte sich der Transport vom Startpunkt Cangnan zum 70 Kilometer entfernten Hafen Wenzhou heraus. Der „Road-Survey, eine standardisierte Untersuchung, bei der mögliche Fahrwege genauestens unter die Lupe genommen werden, hatte eine vermeintliche „Unmöglichkeit“ des Projekts zutage gebracht: Mit vertretbarem Aufwand ließ sich keine Strecke zum Hafen ermitteln, die eine Transporthöhe von über fünf Metern ermöglicht hätte. „Deshalb haben wir gleich bei der Planung mit unserem Kunden GELITA geklärt, dass die größten Maschinenteile für den Straßentransport in China auf die Seite gelegt werden müssen“, berichtet Stefan Dahnken, Route Development Manager Indien/Bangladesh Air & Sea Logistics bei DACHSER. So konnte die maximal erforderliche Durchfahrthöhe der Transport-Einheiten um die entscheidenden 1,5 Meter gesenkt werden. Nach Genehmigung der ausgearbeiteten Strecke durch die Behörden war so der Weg frei zum Hafen Wenzhou.

Doch dann das: Völlig unerwartet versperrten in der ersten der drei geplanten Transportnächte plötzlich Straßenarbeiten den Weg. „Die Nachricht von der Baustelle hat uns schon kalt erwischt“, gibt Herr Brüggemann zu. Aber nur kurz. Denn trotz aller noch so minutiösen Planungen und Vorbereitungen sei man bei solchen Großprojekten vor Überraschungen nie gänzlich gefeit. In diesem Fall hatten zuständige Behörden nicht miteinander kommuniziert, die eigentlich offiziell freigegebene Strecke war dann doch nicht frei.

Der Bulldozer hilft

Dann gilt es, unaufgeregt schnell eine praktikable Lösung zu finden. „Wir haben in Abstimmung mit den Behörden die Baustelle einfach kurzerhand mit Bulldozern wieder zuschieben lassen“, berichtet der erfahrene Projektmanager. Danach konnte der XXL-Transport wie geplant fortgesetzt werden: vom Hafen Wenzhou per Küstenschiff 300 Kilometer nach Shanghai, von dort per Überseefrachter über mehr als 10.000 Seemeilen (dies entspricht mehr als 18.000 Kilometern) durch Pazifik, Panama-Kanal und Karibik bis nach New Orleans, anschließend knapp 1.200 Kilometer per Binnenschifftransportverband auf Mississippi und Missouri bis Sioux City. Die letzten rund zehn Kilometer über die Straße zum Werk von GELITA stellten dann auch kein Problem mehr dar. Warum auch? Es war ja schließlich auch alles perfekt geplant. „Wir sind sehr zufrieden, mit DACHSER einen kompetenten Partner für dieses herausfordernde Projekt gefunden zu haben und bedanken uns für die reibungslose Umsetzung“, sagt Wolfgang Maurer Global Category Manager Procurement Logistics bei GELITA AG.