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Umfrage: Forscher zunehmend durch steigende Datenvolumen und Fragen zur Forschungsqualität belastet

Pressemitteilung   •   Aug 23, 2019 10:00 CEST

AMSTERDAM, 23. AUGUST 2019 - Wachsende Datenvolumen sowie fehlendes Vertrauen in die Qualität von Forschungsergebnissen wirken sich zunehmend auf die Arbeitsbelastung von Forschern aus. Darunter dürfte auch das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft leiden. Das zeigt eine neue Umfrage von Elsevier und der gemeinnützigen Organisation Sense about Science.

Für den „Trust in Research“ Report, den Elsevier in Kooperation mit Sense about Science durchgeführt hat, wurden im Mai über 3.000 Forscher befragt. Hinzu kam eine separate Befragung von 1.500 Wissenschaftlern im März. Die Studie ist damit eine der bislang größten Umfragen unter Mitgliedern der globalen Forschungscommunity.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Forscher heute fast so viel Zeit mit der Suche nach wissenschaftlichen Artikeln verbringen wie mit ihrer Lektüre. Im Schnitt verbringen die Forscher pro Woche etwas mehr als vier Stunden mit der Suche nach Forschungsartikeln und mehr als fünf Stunden mit dem Lesen. Dieser Befund hat sich in den letzten Jahren erhärtet - zwischen 2011 und 2019 haben Forscher 10 Prozent weniger Artikel gelesen, dafür aber 11 Prozent mehr Zeit mit der Recherche verbracht.

Während 62 Prozent der befragten Forscher alle oder einen Großteil der Forschungsergebnisse, die sie sehen, für vertrauenswürdig halten, gaben über ein Drittel (37 Prozent) an, dass sie nur die Hälfte oder einige von ihnen als vertrauenswürdig ansehen. Ein Prozent der Wissenschaftler gab an, Forschungsergebnissen generell zu Misstrauen. Als Reaktion darauf greifen Wissenschaftler auf neue Maßnahmen zurück, um die Zuverlässigkeit der von ihnen verwendeten Forschung zu gewährleisten. Dies führt wiederum zu einer höheren Arbeitsbelastung.

  • Fast drei Fünftel (57 Prozent) geben an, ergänzende Daten sorgfältig zu prüfen.
  • Knapp über die Hälfte (52 Prozent) versucht Forschungsergebnisse über andere vertrauenswürdige Quellen zu belegen.
  • Über ein Drittel (37 Prozent) greifen nur auf Forschung von Wissenschaftlern zu, die sie kennen.

Dieser Vertrauensverlust dürfte sich nach Ansicht der Forscher auch auf das öffentliche Vertrauen in die Wissenschaft auswirken. Über ein Drittel (41 Prozent) der Befragten gaben in diesem Kontext an, dass ein zunehmendes Volumen an Forschung mit geringer Qualität ein großes Problem darstellt. Ein Viertel (28 Prozent) der befragten Wissenschaftler gab an, dass die Menge an öffentlich zugänglichen Informationen ein großes Problem darstellt.

Der „Trust in Research“ Report ist Teil einer Reihe von Elsevier-Studien, die dabei helfen sollen, die aktuellen und künftigen Bedürfnisse der Forschungscommunity besser zu verstehen. Sie sollen zudem eine Debatte darüber anzustoßen, wie Informationsanalyseunternehmen am besten auf diese Bedürfnisse eingehen können.

„Die Überprüfung und Validierung von Informationen stellt Forscher vor immer größere Herausforderungen. Obwohl die meisten Forschungsergebnisse vertrauenswürdig sind, ist es bedenklich, dass die Mehrheit der Forscher sagt, sie könne sich nicht auf alle Informationen verlassen, die sie erhalten. Vielen hart arbeitenden Medizinern, Forschern und Wissenschaftlern fällt es daher zunehmend schwer, eine Pause einzulegen, geschweige denn einen Durchbruch in ihrer Forschung zu erzielen.“, so Adrian Mulligan, Elsevier Research Director für Customer Insights.

„Wir setzen uns daher dafür ein, dass Forscher besser mit der Komplexität umgehen können, mit der sie konfrontiert sind. Im ersten Schritt geht es darum, der Forschungscommunity zuzuhören und die Ergebnisse zu veröffentlichen, um eine Diskussion anzuregen. Wenn wir verstehen, was Forschern am meisten hilft, werden wir auch in der Lage sein, bereits existierende Lösungen zu verbessern und neue Lösungen zu entwickeln, die Forscher wollen (und brauchen). So unterstützen wir Forscher dabei, ihre Arbeit besser zu überprüfen, die Effizienz zu steigern und mit Komplexität umzugehen, damit sie sich besser auf ihre eigentlichen Ziele konzentrieren können“.

Sense about Science Director Tracey Brown fügt hinzu: „10 Jahre nach Veröffentlichung der Studie „Peer Review Survey 2009“ haben wir Forscher in diesem Sommer erneut zum Thema „Vertrauenswürdigkeit“ in der Wissenschaft befragt, um zu beleuchten, welche Veränderungen im Bereich Qualität und Verlässlichkeit stattfinden. Wir werden uns vor Veröffentlichung der Ergebnisse im Rahmen der Peer Review Week im September weiter zu den Meinungen beraten und diese auch teilen.

Was ich bereits jetzt sagen kann, ist, dass die Notwendigkeit der Qualitätskontrolle und -steigerung angesichts der zunehmenden Menge an Forschungspapieren und neuen Veröffentlichungsformen für Forscher einen immer höheren Stellenwert einnimmt. Dies wird auch für betroffene gesellschaftliche Gruppen, politische Entscheidungsträger und Journalisten immer wichtiger.“

Forscher sind dazu eingeladen, mehr über den Report herauszufinden und unsere Ressourcen zu nutzen, um uns bei der Verbreitung der Informationen zu unterstützen: https://www.elsevier.com/connect/trust-in-research


Hinweise für Redakteure

  • Die Umfrageergebnisse zur Arbeitsbelastung stammen aus der im März 2019 durchgeführten Elsevier „Search and Discovery“ Umfrage mit einem Sample von 1.450. Die Ergebnisse zu Qualität und Vertrauen stammen aus der im Mai 2019 gemeinsam von Elsevier und Sense about Science durchgeführten Umfrage „Quality and Research Evidence“ mit einem Sample von 3.133 Teilnehmern.
  • Den Research Futures Report von Elsevier, der im Februar 2019 in Zusammenarbeit mit Ipsos MORI durchgeführt wurde, finden Sie hier: https://www.elsevier.com/connect/elsevier-research-futures-report

Medienkontakt

Sacha Boucherie, Global Communications

Elsevier

s.boucherie@elsevier.com

newsroom@elsevier.com

Heinrich Nachtsheim

APCO Worldwide

hnachtsheim@apcoworldwide.com

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