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Produktion von erneuerbarem Wasserstoff: Energie des Nordens kauft Windgas-Elektrolyseur

Pressemitteilung   •   Jan 24, 2019 15:35 CET

Im Foto, v.l.: H-TEC-Geschäftsführer Frank Zimmermann, Energie des Nordens-Geschäftsführer Reinhard Christiansen und Greenpeace Energy-Vorstand Sönke Tangermann_Copyright: Greenpeace Energy eG

Hamburg: Die Erneuerbare-Energien-Gesellschaft Energie des Nordens, deren Hauptgesellschafter Greenpeace Energy ist, und H-TEC SYSTEMS aus Lübeck haben heute den Kaufvertrag für einen PEM-Elektrolyseur zur Wasserstoffproduktion unterzeichnet. Die neu entwickelte Anlage mit einer Nennleistung von einem Megawatt soll im schleswig-holsteinischen Haurup ab 2020 aus überschüssigem Windstrom jährlich bis zu drei Millionen Kilowattstunden Wasserstoff ins Gasnetz einspeisen. Damit trägt die Anlage auch zur Versorgung der rund 20.000 proWindgas-Kunden von Greenpeace Energy bei.

„Wir setzen in Haurup die neueste Elektrolyse-Technologie mit einem hohen Wirkungsgrad ein. Damit sammeln wir Erfahrungen bei der effizienten Speicherung von überschüssigem Windstrom im Gasnetz und für die Stabilisierung des in dieser windreichen Region stark beanspruchten Stromnetzes“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy und einer der Geschäftsführer der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN), bei der Unterzeichnung des Vertrages. EdN ist Betreiber des Windgas-Elektrolyseurs in Haurup. „Das ist ein perfekter Standort für das Projekt“, ergänzt Co-Geschäftsführer und Windkraftpionier Reinhard Christiansen, „weil es dort einen Netzknoten gibt, an dem besonders viel überschüssiger Windstrom anfällt, den wir mit unserem Elektrolyseur künftig in erneuerbaren Wasserstoff – also Windgas – umwandeln können. So nutzen wir jede Kilowattstunde anstatt Windkraftanlagen abzuschalten.“

Das Projekt werde wertvolle Erkenntnisse für eine erfolgreiche Energiewende beisteuern, ist H-TEC-Geschäftsführer Frank Zimmermann überzeugt. „Dass wir mit unserem neu entwickelten und bislang größten PEM-Elektrolyseur des Typs ME 450/1400 dazu beitragen können, finden wir sehr spannend.“ Wegen solcher wichtigen Lerneffekte wird das Projekt auch durch das von der Bundesregierung unterstützte Programm „Norddeutsche EnergieWende 4.0“ (NEW 4.0) gefördert, in dessen Rahmen Technologien mit besonderem Nutzen für die Energieversorgung der Zukunft in der Praxis erprobt werden.

Kapazitätsstarke Speichertechnologien wie Windgas lösen ein zentrales Problem der Energiewende. Gerade die stark schwankende Produktion von Windstrom fällt häufig in Zeiten an, in denen dieser nur schwer genutzt werden kann oder Netzengpässe eine Weiterleitung an entfernte Verbraucher verhindern. Diese Windenergie kann durch einen Elektrolyseur genutzt werden, der Wasser in Sauerstoff und klimafreundlichen Wasserstoff aufspaltet. Das erneuerbare Gas kann im vorhandenen Gasnetz gespeichert und überall in Deutschland bei Bedarf in flexiblen Gaskraftwerken wieder in Strom umgewandelt werden: „So haben wir auch in einem Energiesystem mit 100 Prozent erneuerbaren Energien selbst bei langen Dunkelflauten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind über Wochen nur schwach weht, volle Versorgungssicherheit“, erklärt Sönke Tangermann von Greenpeace Energy. Die Kapazität des deutschen Gasnetzes ist so groß, dass es bis zu drei Monate Energie für die Strom- und Wärmeversorgung bereithalten kann.

Der neue H-TEC-Elektrolyseur produziert aber nicht nur Wasserstoff, sondern ist zugleich so reaktionsschnell, dass er seine Leistung auf Signale des Netzbetreibers hin herauf- oder herunterfahren und so zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen kann.


Hintergrund:
Greenpeace Energy ist der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN) Ende Oktober 2018 beigetreten. EdN, ein Zusammenschluss von 70 Unternehmen der Erneuerbaren-Branche vor allem aus Schleswig-Holstein, betreibt den von H-TEC SYSTEMS (mit Sitz in Lübeck und Braak) entwickelten und gefertigten PEM-Elektrolyseur in Haurup. Dessen Betrieb bliebe auch gesichert, wenn sich die Stromüberschüsse in der Region im Zuge des künftigen Netzausbaus reduzieren sollten. Durch seine Fahrweise soll er dann die Integration des Windparks Ellhöft in das Stromportfolio von Greenpeace Energy unterstützen.

Pressekontakte:

Michael Friedrich
Greenpeace Energy eG
Telefon: 040 – 808 110 655
michael.friedrich@greenpeace-energy.de
www.greenpeace-energy.de


Reinhard Christiansen
Energie des Nordens GmbH & Co. KG
Telefon: 04663 – 7299
info@reinhard-christiansen.de
www.reinhard-christiansen.de


Birka Friedrich
H-TEC SYSTEMS GmbH (GP JOULE Gruppe)
Telefon: 04671 – 6074 237
b.friedrich@gp-joule.de
www.h-tec-systems.com

Über Greenpeace Energy: Unser gemeinsames Ziel ist die Energiewende - eine Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, ohne Kohle und Atom. Unsere Haltung, Überzeugung und unser Engagement haben ihre Wurzeln in der Umweltschutzorganisation Greenpeace e.V. Wir respektieren und schützen unsere Umwelt und begeistern möglichst viele Menschen dafür, mit uns eine saubere Energiezukunft zu gestalten. Im Auftrag unserer Kunden und Miteigentümer verbinden wir politische Forderungen mit energiewirtschaftlichen Lösungen. Um unser Ziel zu erreichen, haben wir von Greenpeace Energy gemeinsam mit unserer Tochterfirma Planet energy GmbH bereits mehr als 140 Millionen Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert und unserem Energiemix die härtesten Richtlinien der gesamten Energiebranche auferlegt. Damit ist unser Ökostrom sauberer, als es das Gesetz erlaubt. Und besteht zu 100 % aus Wind- und Wasserkraft. Über 25.000 Mitglieder und 140.000 Kunden haben sich bereits angeschlossen. Die Energiewende hat begonnen - jetzt ist es an uns, sie zu gestalten.

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