Skip to main content

Podiumsdiskussion: Ist Föderalismus noch zeitgemäß? Regionale Schulpolitik in einer globalisierten Welt? Prof. Michael Nagy mit starkem Auftritt

Pressemitteilung   •   Apr 18, 2018 17:05 CEST

Die ProtagonistInnen des Edu-Talks (v.re.): Volker Auracher, Michael Nagy, Maiko Post, Azize Ekinci, Volker Schebesta, Anabel Görtz, weitere Beteiligte. Text & Foto: Franz Motzko.

Ist der Bildungsföderalismus noch zeitgemäß oder schafft er vielmehr Bildungsgrenzen auf dem Weg unsere Schüler fit für die globale Welt zu machen? Wie können die zentralen Aufgaben eines kontinuierlich hohen Bildungsniveaus, die Digitalisierung in Schulen, der Ganztagsausbau und die Inklusion bewältigt werden?

Machbarkeit sowie Chancen und Risiken eines Wandels in der Bildungspolitik

Das Moderatorenteam Giuseppe Randisi und Ricardo Cali diskutierten mit Bildungspolitikern, Wirtschaftsvertreter, Lehrer und Schüler über Notwendigkeit, Machbarkeit sowie Chancen und Risiken eines Wandels in der Bildungspolitik.Auf dem Podium: Volker Schebesta, MdL, Staatssekretär Ministerium für Kultur,Jugend und Sport Baden-Württemberg, Prof. Dr. Michael Nagy, Präsident der Hochschule der Wirtschaftfür Managment, Volker Auracher, Geschäftsführer Autohaus Stoppanski GmbH, Maico Post, Leitung Aus- und Weiterbildung Sparkasse Rhein Neckar Nord, Daniel Gerard, Lehrkraft Wilhelm-Wundt-Realschule sowie Anabel Görtz, Schülerin des Elisabeth-Gymnasiums.

Internationalisierung des Hochschulwesens erfordert Optimierung des Schulsystems

Volker Schebesta startete die Diskussion mit einem Statement pro föderatives Schulsystem. Danach seien historische Entwicklungen und Fächer-Canon im Kontext mit den politischen Gegebenheiten zu sehen. Die Länder haben den Auftrag, gut zu sein. Der Bildungsplan 2004 habe bei der Harmonisierung bereits sehr gute Fortschritte gebracht. Alle Beteiligten seien bemüht, die Standards weiter anzugleichen.

Prof. Nagy bezog sich auf die ausgeprägte Diversifizierung der deutschen Hochschullandschaft und die sich daraus ergebenden Herausforderungen der Zukunft. Dabei kam er zu dem Schluss, dass das derzeitige 16er System weder zukunftssicher noch zielführend sei. „Lehrer und Schüler sollen sehr wohl experimentieren, aber Politiker sollten es mit ihren ,Experimenten‘ am Schulsystemen nicht übertreiben“. Es gelte, Kräfte zu bündeln und nicht auf 16 Organisationen aufzuteilen. Und man müsse bereit sein, den alten „Wurmfortsatz“ über Bord zu werfen. „Wir sollten gerade in Jahren der Prosperität alles versuchen, den Status des Schulwesens zu optimieren und nicht erst dann, wenn es vielleicht mal ,bitter nötig‘ sein wird“, sagt Nagy.

Schülerin Anabel Görtz: „Das heutige Schulsystem ist nicht mehr zeitgemäßig“

Auf die Problematik G8/G9 an Gymnasien in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ging Schülerin Annabel Görtz ein: „Föderalismus im Schulsystem scheint mir wirklich nicht mehr zeitgemäßig. Mein Wechsel vom einen in das andere Bundesland, der mich in der 10ten Klasse ereilte, zeitigte genau diese Problematik“.

Maico Post verwies auf die Unterschiedlichkeiten in der Notengebung in den einzelnen Bundesländern. Bei Einstellungsgesprächen zeige sich immer wieder, dass die Abi-Noten nicht allein entscheidend sein sollten, sondern das Gespräch ein sehr wichtiges Kriterium über die Bewertungen einzelnen Bewerber sei. Dem schloss sich Volker Auracher an, der noch hinzufügte, dass persönliche Einsätze in Ehrenämtern und soziales Engagement junger Menschen auch wichtige Kriterien für die Beurteilung von Bewerbern sein sollte.

Inklusion und Effizienz im Schulsystem weiter nach vorne bringen

Nagy verwies auf weitere Herausforderungen wie Inklusion und Effizienz im Schulsystem. Es gelte, die UN-Behinderten-Konvention umzusetzen, was ein überaus kompliziertes Verfahren in Deutschland nach sich ziehe – gerade wegen der Zersplitterung des deutschen Schulsystems. Fächer sind out – Kompetenz ist in! Aber Kompetenzorientierung setzt erst einmal kompetente Bildungsmanager voraus, denen man genau Spielräume lässt. Diese provokante These wurde ausführlich diskutiert. Ein weiteres Thema war die Lehrerfortbildung.

Auch sollte die Zusammenarbeit von IHK und Schulen intensiviert werden. Konzepte wie Schnupper-Ausbildung könnten den Weg in die Zukunft weisen. Auch das Thema Meister-Qualifizierung wurde angerissen. So gebe die Situation der Meister, die ein Studium anstreben, erheblichen Anlass für Verbesserungen. In Rheinland-Pfalz könne z.B. ein Meister direkt in einen Master-Studiengang einsteigen, in Baden-Württemberg hingegen ist dieser Weg verbaut. Und weiter: Das duale System in seiner Gesamtheit sei ein „Schatz“, den es zu bewahren gelte.

Prof. Nagy: Bildungsprobleme lösen - Bildung einziger ,Rohstoff‘, über den Deutschland verfügt

Nagys Fazit: „Es gilt, die Bildungsprobleme grundsätzlich und nachhaltig zu lösen. Bildung ist der einzige ,Rohstoff‘, über den Deutschland verfügt. Digitalisierung, Industrie 4.0, Integration, Nachhaltigkeit und Effizienzsteigerung der Systeme sind die Herausforderungen, die es künftig zu meistern gilt“.

Daniel Gerard führte einige praktische Beispiele an, die „den Unsinn der verschiedenen Politiken in den diversen Bundesländern eindrucksvoll belegen. Mehr Praxisnähe und Berufsorientierung im Schulunterricht wäre hilfreich und würde sogar dabei helfen, dem Fachkräftemangel entgegenwirken“.

Eine überaus anspruchsvolle, originelle Darbietung bot im Rahmenprogramm Poetry-Slammer Dalibor, einem „Beatboxer und Spoken Word Poet. Immer auf den Punkt und immer streetwise. Ein Poet, der die Sprache dreht und wendet bis die Synapsen zu glühen beginnen.

Die Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) ist eine staatlich anerkannte, private Hochschule im Herzen Mannheims. Seit 2011 bietet die HdWM von Firmen geförderte Management-Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschluss an.

Einmaliges Studienmodell in Deutschland

Die HdWM verfolgt das Ziel, leistungsmotivierte Studierende für die Management-Anforderungen moderner Unternehmen auszubilden und so den Arbeitsmarkt der Zukunft aktiv mitzugestalten. Die Management-Studiengänge an der HdWM basieren auf einem einzigartigen Studienmodell, dem geförderten Management-Studium, das die Vorteile eines Vollzeitstudiums mit denen eines dualen Studiums kombiniert und die Stärken beider Studienformen in einem Studienprogramm bündeln. In Zusammenarbeit mit namhaften Großunternehmen sowie innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen wurden die Studieninhalte speziell auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Zukunft ausgerichtet.

Mit einem ganz besonderen Finanzierungskonzept, welches durch die Förderung der Partnerunternehmen ermöglicht wird, entsteht eine Gewinnsituation für alle Beteiligten. Interessenten, die an der HdWM studieren möchten, lernen eine Vielzahl unterschiedlicher Wirtschaftsunternehmen während des Studiums kennen und legen sich erst nach dem Praxissemester auf ihren zukünftigen Arbeitgeber fest. Die Partnerunternehmen schöpfen im Gegenzug aus einem Pool von qualifizierten Studierenden zukünftige Fach- und Führungsnachwuchskräfte, welche den Anforderungen im modernen Management entsprechen. 

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Kommentar

Durch das Absenden Ihres Kommentars akzeptieren Sie, dass Ihre persönlichen Daten Mynewsdesks Datenschutzerklärung entsprechend verarbeitet werden.