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Wallfahrt und Streiche: Das Pfingstfest in der Welt

Pressemitteilung   •   Jun 06, 2014 12:04 CEST

Pentekosté und das Pfingstwunder: der Ursprung des Kirchenfestes

An Pfingsten gedenken die Christen der Erscheinung des Heiligen Geistes gegenüber den Aposteln und Jüngern,  der Bibel zufolge am 50. Tag nach Ostern, weshalb der Name Pfingsten aus dem griechischen Wort „pentekosté“ (der Fünfzigste) entstanden ist und ins Englische mit „Pentecost“ und ins Französische mit „Pentecôte“ übertragen wurde. In der Apostelgeschichte (NT) beschreibt Lukas das sogenannte Pfingstwunder: „und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ (Apg. 2.4) Durch den Heiligen Geist sind die Jünger getauft worden und haben den lebendigen Glauben und die Fähigkeit erfahren, in anderen Sprachen zu sprechen, denn alle Menschen auf der Welt sollten von der großen Liebe Gottes erfahren. So steht das Pfingstwunder für die Mission der Kirche, alle Menschen auf der Welt anzusprechen. Europa, Australien, Nord– und Südamerika sind zu großen Teilen christlich geprägt und in Afrika und Asien sind starke christliche Minderheiten zu identifizieren. Vor allem in China zeichnet sich jüngst eine breite Faszination für das Christentum ab, so dass sogar von einem Boom und Hype die Rede ist.

Vom Pfingstochsen zum Wasservogelsingen: Traditionen in Deutschland

Alleine innerhalb Deutschlands existieren regional sehr verschiedene Pfingstbräuche. Zwar wurden diese mit Sicherheit vor rund 100 Jahren noch intensiver praktiziert, aber auch heute noch, gerade in den ländlichen Regionen, sind sie eine Tradition. Die Bedeutung reicht dabei vom religiösen bis zum jahreszeitlichen Bezug als Frühlings- oder Maibrauchtum. Im bergischen Land ziehen junge Männer mit ihren Pfingstgesängen von Haus zu Haus und in der Lüneburger Heide werden traditionsgerecht Pfingstbäume gepflanzt, um mit dem Frühling in die warme Jahreszeit einzustimmen. In Mecklenburg schmückt man den Pfingstochsen mit Blumen und Kränzen und gedenkt einem alten Hirtenbrauch. In anderen Teilen Deutschlands werden im Rahmen der Brunnenfeste die Pfingstbrunnen festlich mit jungen Birkenzweigen und Blumen geschmückt, als Symbol der Fruchtbarkeit und des Aufblühens der Natur. Und im südlichen Donau-Ries feiert man den Bettelbrauch des Wasservogels, während sich die Burschen im bayerischen Wald zum „Wasservogelsingen“ treffen und einen Wasserbrauch im ganzen Dorf zelebrieren.

Vom fernen Brauchtum: Pfingsttraditionen in anderen Kulturen

Für viele junge Christen ist Pfingsten der Tag der Firmung. Als Vollendung der Taufe spendet das Sakrament der Firmung den Heiligen Geist. In Großbritannien werden zu diesem Anlass weiße Roben getragen, weshalb Pfingsten auch „Whitsun“ oder „Whitsunday“ genannt wird. Auch veranstaltet man im Nordwesten Englands sogenannte „Whit Walks“ - Pfingstspaziergänge, bei denen Frauen ebenso weiße Kleider tragen. In Italien werden symbolisch rote Rosenblätter verstreut und in Frankreich bläst man Trompeten, um die Ankunft des Heiligen Geistes musikalisch zu symbolisieren. In der Schweiz führt man den Pfingstlümmel, einen in Laub gekleideten Jungen, durchs Dorf und feiert Pfingsten als Fruchtbarkeitsfest oder man lässt Wasser oder Rosenblätter, früher sogar Nüsse oder Bonbons, von den Kirchendecken herabrieseln, um die Ausgießung des Heiligen Geistes zu veranschaulichen.

Der Luilak: Ein Lausbube kommt zu Pfingsten

In den Niederlanden hat das Lausbubenfest Luilak Tradition zu Pfingsten. Der Brauch geht zurück auf das 17. Jahrhundert, bei dem der sogenannte Langschläfer oder Zuspätkommer unter den Männern als „luilak“ verspottet wurde. Daraus hat sich mit der Zeit ein Brauchtum entwickelt und für die Kinder war es üblich, am Pfingstsamstag umherzuziehen und sich gegenseitig Streiche zu spielen. Jedoch waren Feststimmung und Übermut oftmals nur eine Gradwanderung. Als das Streichespielen letzten Endes Gefahr lief, aus den Rudern zu geraten und teils sogar an Vandalismus grenzte, wurde das Brauchtum eingedämmt. Heute ziehen die Kinder und Jugendlichen am Samstag vor Pfingsten aber immer noch durch die Straßen, machen Lärm und hecken Streiche aus.

Pfingst-Wallfahrt - ¡Vamos a la Romería de El Rocío!

In Spanien findet an Pfingsten die größte Wallfahrt des Landes statt. Bis zu einer Million Menschen treffen sich in der spanischen Stadt Almonte (Provinz Huelva), um gemeinsam in den kleinen Wallfahrtsort Aldea del Rocío, 18 Kilometer weiter südlich, zu pilgern und der Heiligen Jungfrau von El Rocío, in ihrer Ermita, ihrer Wallfahrtskirche, zu huldigen und zu danken. Sara Infante Díez, Interkulturelle Expertin der ICUnet.AG, berichtet von diesem Spektakel: „Jedes Jahr machen sich die Rocieros aus über 100 Bruderschaften von ganz Spanien und teils vom Ausland aus auf eine wochenlange Reise und pilgern auf ihren Caminos, das sind traditionell festgelegte Wege, zu dem kleinen Ort an der Atlantikküste, wo sie am Sonnabend vor Pfingsten ankommen. Der Zug der Pilger ist eine wahre Augenweide: Die Frauen tragen bunte Flamenco-Kleider und die Männer traditionelle andalusische Trachten. Sie werden von geschmückten Pferden, Kutschen und Ochsenkarren begleitet. In der Nacht auf Pfingstsonntag wächst dann die Spannung, wenn die Ave Maria aus der Kapelle erklingen und keiner weiß, wann das Beten des Rosenkranzes zu Ende sein wird. Im Jahr 2013 war es um 02:50 Uhr nachts so weit, aber das Beten kann ebenso bis in die Morgenstunden andauern. Wenn schließlich der Moment gekommen ist, findet der Höhepunkt der Wallfahrt statt: Die Statue der Heiligen Jungfrau, genannt Blanca Paloma, wird aus ihrer Kapelle nach draußen gebracht und festlich, im Rahmen einer Prozession, durch das ganze Dorf getragen, wobei alle Anwesenden versuchen, ihr so nahe wie möglich zu kommen.“


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