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Da Vinci operiert feinfühlig und völlig zitterfrei

Pressemitteilung   •   Mai 09, 2014 06:39 CEST

Ab heute dreht sich in Bologna auf der Sachsen-Anhalt auf der COSMOFARMA alles um die Gesundheitswirtschaft. Sachsen-Anhalt präsentiert sich als leistungsstarker Investitionsstandort im Herzen Deutschlands für die Pharmabranche in der Halle 22/ Stand B73-C74. Wir geben Ihnen einen Einblick in die Life-Science-Branche aus Sachsen-Anhalt.

Die roboterassistierte Chirurgie eröffnet dem Gesundheitswesen neue Dimensionen. „Da Vinci“ heißt der technische Assistent, der seit kurzem im Hallenser Uniklinikum mit am OP-Tisch steht. In Echtzeit, zuverlässig, präzise und zitterfrei führen seine vier Arme aus, was ihnen der leitende Operateur vorgibt.Es ist 8 Uhr. Im OP-Raum 16 des Hallenser Uniklinikums liegt ein 48 Jahre „junger“ Mann. Dr. Felix Kawan legt die Betonung auf jung. „Durch die modernen Diagnostikverfahren“, sagt er, „werden Prostatakarzinome schon im sehr frühen Stadium entdeckt. In der Folge steigt die Zahl der vergleichsweise jungen Patienten, für die mögliche Operationsfolgen wie Impotenz und Inkontinenz eine große Rolle spielen.“

Kawan ist Oberarzt an der Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie in Halle. Deren Direktor, Professor Dr. Paolo Fornara, hatte den heute 35-Jährigen schon als Medizinstudent für die Urologie begeistert. Fornara zählte in den 1990er Jahren zu denen, die in Deutschland der Laparoskopie den Weg bereiteten. Seit 2000 hat er in Halle den Lehrstuhl für das Fach Urologie inne und fördert seitdem den Ausbau der minimal-invasiven Operationstechniken in der Urologischen Universitätsklinik. Mit „da Vinci“, dem OP-Roboter der neuesten Generation, gehört die Universitätsklinik Halle nun auch zu den Standorten in Deutschland, wo neueste innovative Entwicklungen auf dem medizintechnischen Gebiet ihre erfolgreiche Anwendung finden.

Der Patient im OP-Saal 16 ist vorbereitet. Seine Operation wird Nasreldin Mohammed leiten. Der 38-jährige Urologe kam vor sechs Jahren an die Universitätsklinik für Urologie. Er ist deren Stellvertretender Direktor und Leitender Oberarzt.

Dr. Mohammed besitzt wie auch sein Kollege Kawan hervorragende Kompetenzen auf dem speziellen Gebiet der roboterassistierten Chirurgie. „Im Pariser Trainingszentrum der Herstellerfirma und in den bedeutenden Urologischen Kliniken der Universitätsklinika Hamburg und Leipzig haben wir uns intensiv auf die Zusammenarbeit mit da Vinci vorbereitet“, erzählt Dr. Mohammed.

Sachsen-Anhalt hat 1,8 Millionen Euro in die Anschaffung dieses neuen „Kollegen“ an der Hallenser Uniklinik investiert. Auch in Magdeburg assistiert solch ein Roboter am OP-Tisch. Langfristig, so Kawan, helfe der Einsatz neuester Medizintechnik auch dabei, Kosten im Gesundheitswesen einzusparen.

Zum Operations-Team von Dr. Mohammed gehört an diesem Morgen auch da Vinci. Mit seinen vier Armen wird der Roboter sehr „feinfühlig“ vorgehen beim Entfernen der Prostata des Patienten. Und nur vier bis fünf kleine Narben werden später zu sehen sein, wo jetzt die Trokare gesetzt werden. Das sind fingerdicke Metallrohre, durch die dann die Instrumente geführt werden, mit denen die Roboterarme operieren. Wohlgemerkt: Da Vinci ist eine Assistenz. Er führt aus, was der leitende Operateur ihm vorgibt.

Nebenan in Raum 15 führt Dr. Kawan eine traditionelle Laparoskopie durch. Die Art des Engriffes – ob offen chirurgisch, herkömmliche Schlüssellochtechnologie oder robotergestütztes Operieren – sei immer individuell auf den Patienten abgestimmt, sagt Dr. Kawan: „Bei einem kleinen technisch einfachen Eingriff muss nicht das Großgerät zum Einsatz kommen.“

Die Entfernung der Prostata und der Lymphknoten ist kein „kleiner“ Eingriff. Und harmlos ist er auch nicht. Wird das umliegende Nerven- und Muskelgewebe verletzt, kommt es zu den gefürchteten postoperativen Problemen wie Impotenz und Inkontinenz. „Kommen diese Beschwerden zu dem ursächlichen Problem einer Krebserkrankung hinzu, zieht das oft psychische Belastungen nach sich“, sagt Dr. Mohammed und dass sein Assistent da Vinci einen entscheidenden Beitrag leisten könne zum gewebeschonenden Operieren – und zum anschließenden Wohlbefinden des Patienten.

Die vorn übergebeugte Körperhaltung des Kollegen im Raum nebenan zum Beispiel wäre bei dieser lange dauernden OP eine zusätzliche körperliche Belastung für den Arzt. Dr. Mohammed sitzt locker auf seinem Drehstuhl vor der Chirurgenkonsole und führt von hier aus die Operation durch – in nächster Nähe und mit Blickkontakt zum OP-Tisch. Wenn nötig, baucht es nur einen Schritt, und er steht bei seinen Kollegen. Den eigentlichen Operationsbereich aber sieht er an seinem 3D-Monitor. Die Kamera überträgt die Bilder aus dem Bauchraum des Patienten in hoher Auflösung und bis zu zehnfacher Vergrößerung.

Mit den sogenannten „Mastergriffen“ steuert der Arzt die miniaturisierten Hände an den Roboterarmen – in Echtzeit, völlig zitterfrei, präzise und in einem Bewegungsradius von 360o. Nerven- und Muskelfasern schieben sie sanft beiseite, ohne sie zu verletzten. So bahnen sich die Instrumente einen fokussierten Weg. Führen feinste Schnitte durch und nur dort, wo es nötig ist.

Felix Kawan indessen hat seine Laparoskopie beendet und schaut nun da Vinci auf die Finger. Der Mediziner ist fasziniert von deren technischen Vorteilen. „Mit der Einführung des roboterassistierten Chirurgie“, sagt er, „ist nicht nur die potenzerhaltende Operation am Prostatakarzinom möglich. Nierentumore können organerhaltend; bzw. Niere, Blase, Lymphknoten können schonend und sehr sicher für den Patienten entfernt werden.“

Nach vier Stunden ist die Operation in OP-Saal 16 beendet. Voraussichtlich könne der Patient die Klinik in fünf Tagen verlassen, prognostizieren die Ärzte. Den verkürzten Krankenhausaufenthalt mache die geringere Belastung für den Organismus möglich.

Durch das schonenden Operieren mit da Vinci, sagen die Mediziner, könnten vor allem bei älteren Menschen operationsbegleitende Probleme wie Schlaganfall oder Herzinfarkt vermieden werden. Das wirke sich positiv auf die Lebensqualität aus – und helfe nicht zuletzt, die zusätzlichen Kosten für Folgebehandlungen zu sparen.

Autorin: Kathrain Graubaum
Bildtext: Blick auf die Cosmofarma 2013; Rechte Messegesellschaft

Kontakt:

Universitätsklinik und Poliklinik für Urologie

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Dr. Nasreldin Mohammed
Tel. 0345/5572203


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