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Sachsen-Anhalt auf der Frankfurter Buchmesse

Pressemitteilung   •   Okt 10, 2012 10:10 CEST

Zum Start der Frankfurter Buchmesse stellen wir, die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, die Kreativen Köpfe aus Sachsen-Anhalt vor.
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Bücher, Bücher, nichts als Bücher – zweimal im Jahr stehen die bundesdeutschen Verlage im Focus des öffentlichen Interesses: Einmal im März zur Leipziger Buchmesse und dann wieder im Oktober, wenn die Frankfurter Buchmesse am Main ihre Pforten öffnet. Das gilt natürlich auch für die Verlage in Sachsen-Anhalt. Allerdings ist die Zahl im Vergleich zu anderen Bundesländern nicht groß. 75 Unternehmen tauchen als steuerpflichtig in der Statistik des Wirtschaftsministeriums auf und erzielen einen Umsatz von 15.880.100 Euro. Bei der Landesvertretung des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Hauptsitz Frankfurt am Main) sind 51 Buchverlage zwischen Altmark und Burgenlandkreis registriert. 20 davon sind Mitglied im Verband. Zu den bekanntesten zählen der Mitteldeutsche Verlag und der Hasenverlag aus Halle, die Sich Verlagsgruppe aus Magdeburg, der Oscherslebener Dr. Ziethen Verlag.

Geschäftsführerin Regine Lemke vom Landesverband sagt: „Sachsen-Anhalt hat von allen drei Bundesländern, die wir vertreten, die wenigsten Buchverlage.“ Interessant: Die Verlage in Sachsen-Anhalt haben fast ausnahmslos interessante und attraktive Nischen gefunden, die ihr Überleben im hart umkämpften Buchmarkt sichern.

„Unsere Chance ist die klare und professionelle Positionierung im regionalen und überregionalen Segment“, sagt Roman Pliske vom Mitteldeutschen Verlag. „Kleine Regionalverlage haben kaum Liquidität und können entsprechend wenig Marketing- oder PR-Arbeit leisten oder eine ausreichende Autorenpflege betreiben. Das aber ist nötig, um mit einem Buch auch Gewinn zu machen.“
Nach seiner Meinung scheitern daran oft kleine Regionalverlage: „Und das wiederum ist schade für die Buch- und Lesekultur.“
Glücklicherweise ging dieser Kelch bisher an Sachsen-Anhalts Regionalverlagen vorüber.
Beispiel wirtschaftliches Krisenjahr 2009: Das überstanden die Verlage Sachsen-Anhalts nahezu unbeschadet, keiner musste Insolvenz anmelden. „Es zeigte sich, dass in wirtschaftlich schweren Zeiten die Lust am Lesen und am Buch zugenommen hat“, erinnert sich Regine Lemke.
Dennoch stehen die Regionalverlage ständig vor neuen Herausforderungen, derzeit zum Beispiel fordern Ebooks und der Onlinevertrieb kreative Veränderungen.
Das sieht auch Roman Pliske so. Er übernahm 2004 als Geschäftsführer den Mitteldeutschen Verlag in Halle, ist mittlerweile geschäftsführender Gesellschafter: „Unser Angebot steht neben der Belletristik auf drei Säulen: „Zeitgeschichtliche Sach- und Fachbücher. Literatur- und Kunstbücher, sowie Reiseführer. Auch die ersten Ebooks gibt es von uns, sowohl Sachbücher als auch Belletristik. Und derzeit entwickeln wir einen Ebook-Reiseführer.“

Dank Spezialisierung, der individuellen Betreuung regionaler Buchhandlungen in Sachsen-Anhalt („wir sind mit zahlreichen Titeln auch bei den Grossisten für den überregionalen Markt gelistet“) und einem Standbein als Dienstleister für andere Agenturen und Verlage erzielen wir konstant „ein bis zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr“, sagt Roman Pliske, der schon als Germanistikstudent in Heidelberg einen Verlag gründete.
Peter Gerlach, Inhaber und Geschäftsführer des 2005 in Halle gegründeten Hasenverlages nennt keine Zahlen, beurteilt die Umsatzlage aber „als leicht steigend.“ Ausgefallene Kunstbücher, Kinderbücher aber auch die Hasen-Edition (Mitteldeutsche Kulturhistorische Hefte) gibt Peter Gerlach heraus. Darunter Titel wie „Von Müllstation zu Größenwahn - Punk in der halleschen Provinz“ oder das Kinderbuch „SchönSchön“, die Geschichte eines Briefträgers, der auf Händen geht.

Auch Peter Gerlach setzt nach wie vor auf das traditionelle Buchgeschäft („unsere Nischen stoßen auf reges Interesse“) und den Handel, aber: „Das Onlinegeschäft ist für uns ebenso eine Herausforderung wie die Gründung von Verlagsbuchhandlungen.“ Trotz aller Veränderungen auf dem Buchmarkt, steht für den Frankfurter, der 1990 nach Halle kam, fest, „dass interessante Bücher immer ihre Leser finden und deshalb nicht aussterben“. Ähnlich denkt auch der Magdeburger Wolfgang Sich. Zwar stand er 2008 vor der Entscheidung seinen Sich-Verlag zu verkaufen. Doch als er das Angebot bekam, den Klotz Verlag Frankfurt am Main zu übernehmen, sagte er zu: „Seitdem geht es langsam aber stetig bergauf.“ Über 400 Autoren schreiben mittlerweile für die Sich Verlagsgruppe – zeitgenössische Literatur, Kinderbücher oder Krimis. Die Palette ist breit gefächert. Im Klotz-Verlag erscheinen hauptsächlich psychologische Fachbücher, aber auch Ratgeber und Lebenshilfe-Werke.
“Unsere Zahlen entwickeln sich langsam aber konstant nach oben“, sagt Wolfgang Sich. Trotz aller modernen Veränderungen, denen er sich nicht verschließt, steht für ihn im Vordergrund, „dass die Meinungsvielfalt und die Qualität der Buchinhalte erhalten bleibt“. „Dann“, so der Verleger, „haben auch die Regionalverlage immer eine Chance."

Autor: Thomas Pfundter im Auftrag der IMG

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