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Ulmen sollen Klimawandel trotzen

News   •   Apr 30, 2019 14:54 CEST

Foto:LK Barnim/Kristian Stelse

Der diesjährige Tag des Baumes wurde vom Regionalpark Barnimer Feldmark zum Anlass genommen, das Ahrensfelder Stadtgrün im südlichen Teil des Barnim ein Stückchen weiter an den Klimawandel anzupassen. Holger Lampe, Umweltdezernent der Kreisverwaltung, Wilfried Gehrke, Bürgermeister von Ahrensfelde und Torsten Jeran, Vorsitzender des Regionalparkvereins, pflanzten dort gemeinsam drei japanische Ulmen (Zelkova serrata).

Zelkoven dieser Art gelten auf Grund ihres weitreichenden Wurzelsystems als absolut sturmsicher. Darüber hinaus lieben sie sonnige und warme Standorte. Insgesamt bringen die Bäume also gute Voraussetzungen mit, um mit den Herausforderungen des Klimawandels zurecht zu kommen und gleichzeitig in den Sommermonaten wohltuenden Schatten zu spenden.

Finanziell gefördert wird das Vorhaben von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim. Für die Pflanzung stellt die Gemeinde Ahrensfelde eine Fläche im Siedlungsgebiet des Ortsteils Eiche zur Verfügung. Die anschließende Pflege der Bäume wird ebenfalls durch die Gemeinde übernommen.

Im Joachimsthal wurde ebenfalls eine Ulme gepflanzt. Hier setzten Barnims Landrat Daniel Kurth und Joachimsthals Bürgermeister Dirk Protzmann allerdings eine Flatterulme.

Diese Ulmenart ist Baum des Jahres 2019. Wer die buschigen Blüten der Flatter-Ulme einmal im Wind hat tanzen sehen, weiß woher die Art ihren Namen hat. 2019 rückt die Baum-des-Jahres-Stiftung damit eine Ulmenart ins Licht der Öffentlichkeit, die bisher wenig bekannt ist. Umso spannender ist ihr vielseitiges Potential – insbesondere im urbanen Bereich. Dort gibt es zahlreiche geeignete Standorte, auf denen der Baum des Jahres 2019 als widerstandsfähiger, attraktiver Stadtbaum punkten kann: Viele Parks verfügen über Seen und wassergeprägte Bereiche, die ein geeignetes Biotop darstellen.

Hintergrund

Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Die Flatter-Ulme ist ein hochgewachsener Baum (ca. 35 Meter) der Feuchtwälder und Flussauen. Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feld-Ulme prägt sie dort die sogenannten Hartholz-Auenwälder. Sie hält dauerhaft feuchten Böden und längere Überflutungsperioden problemlos aus. Ganz besonders: Die Flatter-Ulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln aus. (Diese kennt man sonst von Urwaldriesen und dienen einer höheren Stabilität.) Auch wenn die Flatter-Ulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatter-Ulme jedoch eher eine Diva: Das Holz punktet mit schöner Musterung und Zähigkeit, lässt sich jedoch schwer bearbeiten.

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