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Kulturerbe-Siegel für Leipzig: Ausstellung "Europäische Notenspuren" bis 8. April 2018 im Hauptbahnhof

News   •   Apr 03, 2018 16:14 CEST

Studenten der Hochschule für Musik und Theater bei der Eröffnung der Ausstellung "Europäische Notenspur"

Bei einem EU-Festakt in Plovdiv, der Europäischen Kulturhauptstadt 2019, erhielt die Stadt Leipzig das Europäische Kulturerbe-Siegel. Ausgezeichnet wurden die Leipziger Notenspur und neun wichtige Leipziger Musikerbe-Stätten: Thomaskirche, Nikolaikirche, Alte Nikolaischule, Bach-Archiv Leipzig, Hochschule für Musik- und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy", Mendelssohn-Haus, Schumann-Haus, Verlagshaus C.F. Peters mit Grieg-Begegnungsstätte und Gewandhaus zu Leipzig. Die große Klammer und den verknüpfenden Gedanken bildet die Leipziger Notenspur, ohne die der Erwerb des Europäischen Kulturerbe-Siegels nicht möglich gewesen wäre. Die Expertenkommission der EU wählte aus insgesamt 25 europäischen Bewerbungen aus. 

Die ausgezeichneten Musikstätten sind authentische Schauplätze des Lebens und Schaffens von bis heute weltweit bekannten Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Clara und Robert Schumann, Richard Wagner, Gustav Mahler oder Edvard Grieg. Ihre Werke stellen einen unverzichtbaren Teil in der europäischen Musikgeschichte dar. Den Preis nahmen Torsten Bonew, Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen und Jürgen Ernst, Direktor des Mendelssohn-Hauses, am 26. März 2018 in Plovdiv entgegen. "Leipzigs Musikerbe-Stätten und die mit ihnen verbundenen Komponisten sind ein Bekenntnis zum europäischen Gedanken. Werte wie Freiheit, Toleranz und kritische Auseinandersetzung werden hier immer wieder wachgerufen und neu gelebt", sagte Torsten Bonew.

Anlässlich dieser Würdigung präsentiert der Leipziger Hauptbahnhof im östlichen Teil des Erdgeschosses bis zum 8. April 2018 die Ausstellung "Europäische Notenspuren“. Sie zeigt die besondere historische Situation Leipzigs als europäischer Knotenpunkt für Waren, Ideen und Kultur am Schnittpunkt bedeutender europäischer Handelswege. Ohne diese Verflechtungen hätte die Stadt ihre Bedeutung als Musikmetropole nicht einnehmen können. Der Ausstellungsbereich "Muttersprache Musik“ fragt nach dem Verhältnis von nationaler und europäischer Identität und behandelt die integrative Kraft der Musik unter dem Leitgedanken "Musik spricht alle Sprachen“. Wie bei einer Flaschenpost können hier die Besucher ihre Musikerfahrungen miteinander teilen. Ebenfalls wird unter dem Titel "Europäische Horizonte“ ein Ausblick auf das unter der Leitung des Notenspur Leipzig e.V. liegenden und gemeinsam mit Norwegen und Litauen entwickelte Kulturprojekt "Europäische Notenspuren“ gegeben.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung äußerte sich Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur: "In Leipzig lebende oder ausgebildete Komponisten reisten, lernten voneinander, inspirierten und förderten einander. So entstanden europaweit stark verzweigte Netzwerke". Notenspur-Initiator Prof. Werner Schneider ergänzte: "Die Leipziger können stolz sein auf das ihnen anvertraute Kulturerbe von internationaler Bedeutung."

Die Leipziger Notenspur verbindet auf einem rund fünf Kilometer langen Rundweg 27 Stationen. Ganzjährig werden verschiedenste Veranstaltungen wie z.B. die Notenspur-Salons oder die Notenrad-Touren organisiert. Ein Höhepunkt im Jahr 2018 ist die "Europäische Notenspur-Nacht der Hausmusik" am 24. November ab 19 Uhr, bei der sich für einen Abend private Räume öffnen, um gemeinsam Musik zu praktizieren und zu genießen.

Die Ausstellung "Europäische Notenspuren" kann während der Öffnungszeiten der Promenaden im Hauptbahnhof von 10 bis 21 Uhr besichtigt werden.

Weitere Informationen: www.notenspur-leipzig.de

Redaktion: Frederike Fuhrmann