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Prämierung der Sieger des zum dritten Mal ausgeschriebenen Journalistenwettbewerbs "Forum Mittelstand" am 18. Oktober

Pressemitteilung   •   Okt 18, 2005 14:55 CEST

Die Sieger des zum dritten Mal ausgeschriebenen deutschlandweiten Journalistenwettbewerbs "Forum Mittelstand" stehen fest. Zehn der über 60 eingereichten Beiträge werden am Dienstag in der Neuen Mälzerei (Umweltforum Berlin) in Berlin ausgezeichnet. Die Preise werden durch Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft sowie Michael Jansen, dem Juryvorsitzenden und weiteren Jurymitgliedern überreicht. Journalisten und Redakteure aus den Bereichen Print, Online, Hörfunk und TV waren aufgefordert, ihre Beiträge zum Thema Mittelstand einzureichen.
Zum zweiten Mal wird der Sonderpreis zum Thema IT-Sicherheit und Mittelstand vergeben. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Veranstalter wbpr Public Relations.

Preisträger der Kategorie Print

Der 1. Platz - und die damit verbundenen 2.000 Euro - gehen an Jonas Viering, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung für den Beitrag "Alles, was das Land zusammenhält".
Dieser Artikel ist ein Beweis dafür, dass man sich nicht die Finger wund schreiben muss, um erstens ein so großes Thema wie die Situation des Mittelstands in den Griff zu bekommen und zweitens dafür auch noch einen Preis zu gewinnen. Jonas Viering ist es gelungen. Wie hat er das geschafft ? Er hat den richtigen Betrieb gesucht und gefunden, den richtigen Leuten die richtigen Fragen gestellt, seine Augen offengehalten und dies am Ende zusammengefügt zu knapp 200 packenden Zeilen Reportage und Hintergrund zugleich. Mehr braucht er nicht, um Steuerbürokratie und Globalisierung, Kündigungsschutz und Tarifrecht zu problematisieren, und dem Leser wie nebenbei einen ganz normalen Betrieb vorzustellen, der mit all diesen Problemen umgehen und trotzdem existieren muss und dies auch irgendwie schafft. Viering entdeckt dabei eine dem Mittelstand "eigentümliche Mischung aus Fürsorge und Kontrolle" und überzeugte mit genauem Hinsehen und treffenden Formulierungen. Seine Formulierkunst tat ein Übriges die Lektüre zum lehrreichen Vergnügen zu machen. Und diese Summe aus Kurzweil und Kenntnis führten geradewegs aufs Siegerpodest.

Asien - China, ja die Gazetten, ob Zeitungen, Wirtschaftsmagazine oder Fachzeitschriften - alle berichten intensiv über die guten Chancen für deutsche Unternehmen, vom Asien-Boom zu profitieren. Das macht Bernhard Bartsch, der zweitplazierte Preisträger, in seinem Beitrag "Trainingslager China" auch. Aber ganz entgegengesetzt dem Mainstream-Journalismus. Zwar schildert er die Chancen und auch die Notwendigkeit, sich als Unternehmer in Asien zu engagieren. Aber im Mittelpunkt steht die kritische Auseinandersetzung mit dem China-Syndrom: Plagiate, perfekte Kopien und auch unfaires Geschäftsgebaren. Gekonnt läßt er alle entscheidenden journalistischen Tugenden walten: extrem tiefgehende Recherche, schier unendliche Fallbeispiele und besonnen ausgesuchte Zitate. Für seine kritische journalistische Auseinandersetzung in Helicopter-Perspektive erhält Bernhard Bartsch den zweiten Preis.

Platz 3 geht an den stellvertretenden Chefredakteur Boris Karkowski und Petra Gessner, Redakteurin des Magazins "Finance". Niemand vermutet im deutschen Mittelstand Strippenzieher. Schon gar nicht solche, die es verstehen in ihre Netzwerke Politik, Wissenschaft und Börsenkonzerne einzubinden. Aber es gibt sie. Interessant ist, dass all dies nachzulesen ist: in dem Beitrag "Die Strippenzieher" von Petra Gessner und Boris Karkowski. Detailliert und klassisch gut recherchiert bieten sie mit verständlichem und nachvollzieh-barem Text die notwendigen Informationen zum Verständnis der Strukturen der Quer-verbindungen. Der erkennbare Aufwand bei der Recherche verdient es gesondert hervorgehoben zu werden.

Ebenfalls Platz 3 errangen die Wirtschaftsredakteurinnen Nadja Matthes und Steffi Sammet vom Magazin "Focus". In ihrem Artikel "Karriere-Turbo für Praktiker" räumen die Autorinnen mit dem Vorurteil auf, dass steile Karrieren nur in Großunternehmen oder Konzernen möglich seien. Flache Hierarchien, kurze Wege und ein offenes Klima lassen viele mittelständische Unternehmen für praxisorientierte Bewerber, die etwas bewegen wollen, als die attraktivere Alternative erscheinen. Die erstaunlichen Aufstiegschancen in kleinen und mittleren Unternehmen werden am Beispiel eines ursprünglich als Zeitarbeiter eingestellten Mitarbeiters deutlich, der heute - nach zehn Jahren - zum Geschäftsführer aufgestiegen ist.

Sonderpreis Nachwuchs in der Kategorie Print

Den neu geschaffenen Nachwuchssonderpreis erhält Marion Kaufmann, Volontärin bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung für ihren erfrischenden und originellen Beitrag "Eimerweise Kübelbügel".

Preisträger der Kategorie Hörfunk/TV

Den mit 2000 Euro dotierten 1. Platz belegen Karsten Böhne mit seinem Hörfunkbeitrag "Jobs, die keiner will", gesendet auf Radio Bayern 2, sowie Harun Farocki und Matthias Rajmann mit ihrem Film "Nicht ohne Risiko".
Karsten Böhne hat mit seinem Hörfunkbeitrag "Jobs, die keiner will" ein Thema angesprochen, das angesichts des Lehrstellenmangels nicht an erster Stelle des öffentlichen Interesses steht, wohl aber für den Mittelstand ein großes Problem ist. Ganze Branchen leiden darunter, dass sie entweder keine Bewerber oder zumindest keine qualifizierten Bewerber finden. Und es ist haarsträubend, was man da zu hören bekommt.
Böhne hat dies eindrucksvoll belegt. Er hat beim Hörer Aufmerksamkeit erregt. Er hat unter Beweis gestellt, wie wirkungsvoll das Medium Hörfunk in einer Zeit sein kann, in der uns gewöhnlich Bilder nicht nur überfluten, sondern auch verwöhnen. Wenn wir heute Radio hören, tun wir das beiläufig und sind eigentlich mit etwas ganz anderem beschäftigt. Ein guter Hörfunkbeitrag ist nichts Beiläufiges. Karsten Böhne gelingt es, dass man ihm zuhört. Das ist "Radio at its best".

Harun Farocki und Matthias Rajmann erhalten für den Beitrag "Nicht ohne Risiko", am 18.5.2005 im WDR ausgestrahlt, ebenfalls den ersten Preis in dieser Kategorie - obwohl dieser Film zunächst wie eine Zumutung wirkt. Es ist eigentlich gar kein Film. Sondern es sind Episoden aus einer Art Überwachungskamera. Szenen einer Konferenz, mehr nicht. Schöne Bilder, ein interessanter Text, ein gewagter Schnitt ? Fehlanzeige. Nichts von dem, sondern gesendetes Rohmaterial. Und dann noch von Finanzverhandlungen... Wen soll das interessieren, packen, weiterbringen? Die Jury zum Beispiel hat es interessiert, sogar sehr und es war spannend und es hat einem wirklich etwas erzählt und da ist ein erster Preis nicht zu viel. Ein Preis, weil die Autoren Neues wagen, dies mit Sinn und Verstand tun und einem am Ende eine Lektion Wirtschaft erteilt haben auf ihre passive und zuschauende Weise, die man so schnell nicht vergisst. Einfach zuschauen können, das ist nur scheinbar einfach und eben auch Fernsehen und zwar die Hohe Schule. Ein Verdienst der Autoren, der Redaktion, die so etwas wagt und nicht zuletzt des öffentlich-rechtlichen Senders, der dies ausstrahlt.

Den 3. Platz in der Kategorie TV / Hörfunk belegt Klaus Stern mit seinem Film "Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann", der im Kino schon im Februar 2005 lief und am 7.11. im ZDF ausgestrahlt wird.
Dass es immer noch Leute gibt, die den Wirtschaftsteil ihrer Tageszeitung gelangweilt zur Seite legen, das war schon immer schade, und ist gar nicht mehr zu verstehen, wenn man einen Film wie diesen gesehen hat. Die Geschichte des Tan Siekmann, genauer der Biodata AG, erzählt in 90 Minuten. Ein Drama mit allem Personal, das man dazu benötigt, gleichzeitig eine gründliche Aufarbeitung dessen, was uns vor fünf Jahren in Atem gehalten hat: die Raketen des Neuen Marktes, gefährlich überbewertete Start-Ups, die man aus der Entfernung von einigen Jahren nur noch kopfschüttelnd registriert. Und sich auch fragt, was haben denn Banken und Anleger, aber auch Politiker und Journalisten damals gewusst, geahnt, getan? Dass einen das wirklich bewegt, das schafft dieser Film, das schaffen diese 90 Minuten. Klaus Stern benötigt nicht einmal einen Kommentar: seine Protagonisten erzählen selbst und er hat sie alle vor die Kamera bekommen. Das nimmt man so hin, aber wer dies in anderen weit weniger schwierigen Konstellationen selbst schon einmal versucht hat, ahnt, welche Vorarbeit hier nötig war und da der Autor zudem souverän sein Handwerk beherrscht, kann man ihm die Jury nur danken und ihn preisen.

Preisträger der Kategorie Serien und Sonderbeilagen

Sie kam, sah und siegte - die neue Sonderbeilage enable der Financial Times Deutschland. Obwohl erst gut ein halbes Jahr auf dem Markt, überzeugte enable mit der Ausgabe August 2005 in der Kategorie Serien und Sonderbeilagen.
Aktuelle Mittelstands- und Managementthemen werden, intelligent und handwerklich solide aufgearbeitet, dem Leser anschaulich dargeboten. Das Redaktionsteam rund um den verantwortlichen Redakteur Michael Prellberg hat nach einhelliger Ansicht der Jury mit seinem Wirtschaftsmagazin im Tabloid-Format den Sonderpreis verdient!

Sonderpreis IT-Sicherheit und Mittelstand

Der Beitrag "Keine Chance … für Viren, Würmer und Datenklau" von Robert Sopella, erschienen im Magazin FACTS gewinnt den Sonderpreis IT-Sicherheit und Mittelstand.

Täglich 50 neue Virenvarianten im Internet, Sicherheitslücken in Betriebssystemen, Gefahren durch nachlässig konfigurierte WLAN-Geräte, Datenklau durch Mitarbeiter: Robert Sopella zeigt in seinem Artikel sehr eindringlich, dass IT-Sicherheit als Erfolgsfaktor im Unternehmen kein Schlagwort bleiben darf, sondern dass die Gefahren sehr real und alltäglich sind. Er lässt den Leser mit den erkannten Gefahren nicht allein, sondern führt ihn in die Funktionsweise der Firewalls, Virenscanner und Spam-Filter ein. Sopella versteht es dabei ganz hervorragend, die komplexen technischen Sachverhalte auch für solche Menschen zu erklären, die sich nicht ausschließlich mit Bits und Bytes beschäftigen.

Der Journalistenwettbewerb wurde unterstützt von Air Berlin, ACCOR, germanwings, Casio und Robowatch Technologies. Der Sonderpreis IT-Sicherheit und Mittelstand wird präsentiert von Symantec.

Mit dem Medienpreis Mittelstand 2015 werden bereits zum zwöften Mal herausragende Beiträge gewürdigt, die die mittelständische Wirtschaft zum Thema haben.

Bis zum 31. Januar 2015 können Beiträge in den Kategorien Print, Online, Hörfunk und TV unter www.medienpreismittelstand.de eingereicht werden. Teilnahmebedingung ist die nachweisliche Veröffentlichung im Jahr 2014. Der Wettbewerb ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro pro Kategorie dotiert. Ein Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro wird auch in diesem Jahr an einen Nachwuchsjournalisten vergeben.

Die hochkarätig besetzte Jury aus Wirtschafts- und Medienvertretern wird im Frühjahr 2015 die Preisträger auswählen. Den Vorsitz des vierzehnköpfigen Gremiums übernimmt auch in diesem Jahr Martin Küper, Redaktionsleiter Wirtschaft & Verbraucher vom rbb Fernsehen. Die Gewinner werden zur Preisverleihung im Mai 2015 nach Berlin eingeladen. Träger des Wettbewerbs sind die Wirtschaftsjunioren Deutschland.

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