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„Digitalität, die“ – Substantiv, feminin

Blog-Eintrag   •   Mär 30, 2015 17:00 CEST

Es geht nur ganz langsam voran: Laut DIW Berlin saßen vor fünf Jahren 13 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der 30 größten börsenorientierten Unternehmen, heute sind es knapp 25 Prozent. Der deutschen Regierung ist das allerdings immer noch zu wenig. Sie will aktuell per Gesetz auf mehr Chefinnen drängen und verabschiedet eine Erhöhung der Frauenquote, wonach große Aktiengesellschaften ab 2016 mindestens 30 Prozent der Aufsichtsrat-Mandate an Frauen vergeben müssen.

Deutschland verbessert sich auch im PwC-„Women in Work“-Index nur mit ganz kleinen Schritten. Demnach nehmen die Gehaltsunterschiede zwischen den beiden Geschlechtern leicht ab: Im letzten Jahr verringerte sich die Gehaltslücke von Frauen und Männern von 16 auf 14 Prozent. Der Anteil der erwerbstätigen Frauen blieb aber bei 72 Prozent, der Anteil der Frauen in Vollzeitbeschäftigung bei 62 Prozent konstant, ebenso die Arbeitslosenrate von Frauen (5 Prozent) und der Unterschied zwischen den Anteilen von Frauen und Männern an der Erwerbstätigkeit (72 zu 82 Prozent). Die Zukunft will also noch nicht wirklich kommen.

Was Frauen wollen

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat das Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu die besten Arbeitgeber für Frauen ermittelt. Basierend auf Mitarbeiterinnen-Erfahrungsberichten wurden jene Unternehmen ausgezeichnet, die Höchstnoten in der Kategorie „Gleichberechtigung“ erzielten sowie die Benefits „flexible Arbeitszeiten“ und „Homeoffice“ erfüllen. Unter den Top Ten sind vor allem Unternehmen aus der Beratungsbranche, aber auch Google und andere IT-Firmen:

Florian Mann, Geschäftsführer von Kununu, macht Hoffnung: „Die heutige Arbeitswelt ist auf einem guten Weg hinsichtlich der Gleichberechtigung von Frauen und Männern."

Mit Digitalität gegen die ♂-Monokultur

Ja, gerade die heutige Arbeitswelt und ihre zunehmende Digitalisierung bieten große Chancen, die männliche Monokultur schnellstmöglich abzuschaffen. Früher fand Arbeit im Büro statt, heute arbeiten wir von überall – in der Cloud, in der webbasierten dienstlichen E-Mail, im All-in-One-Programm, das von überall zugänglich ist. Beste Ausgangssituation für flexible Arbeitsmodelle und individuelle Lösungen. Mit dem Tablet im Sandkasten, dem Smartphone am Strand oder nachts, wenn die Kinder im Bett sind – wenn man das will, gibt es jetzt zumindest mehr Instrumente für eine bessere Balance zwischen Familie und Karriere. Keine Lösung ist perfekt und allgemeingültig, jede Frau muss sich selber entscheiden – und die heutige, zum großen Teil virtuelle Arbeitswelt, bietet die Qual der Wahl im Vergleich zum früheren offline-Arbeitsalltag.


Frauen schaffen Mehrwert

Frauen können große Empathie empfinden, sind nett, höflich, fleißig, manchmal sogar niedlich – und in den allermeisten Fällen weniger erfolgreich als ihre männlichen Kollegen. Warum eigentlich? Ist nur die Baby-Pause daran schuld? Unsere Vermutung: Viele Unternehmen haben noch nicht erkannt, dass Frauen nicht nur gut fürs Image sind, sondern auch tatsächlich Mehrwert schaffen. Zahlreiche Untersuchungen belegen die Effizienz von gemischten Teams. Auch als Konsumenten gewinnen Frauen immer mehr an Bedeutung, was automatisch nach größeren Frauenquoten auf Unternehmensseite schreit. Und nicht zuletzt: die weiblichen Führungskompetenzen. Eine Studie der Hochschule Osnabrück vergleicht die Soft-Skills von Frauen und Männern und kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis – Frauen schneiden bei allen Kriterien besser ab als Männer:

Also, Ladies: Kämpft weiter und vergesst nicht: Wenn es doch gar nicht nach oben geht, habt Ihr immer eine letzte Lösung. Macht’s möglichst kreativ und natürlich digital, Martina Shifrin zeigt wie und verdient unseren Applaus:

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