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Osterprozessionen im Tessin sind neu UNESCO Weltkulturerbe

Pressemitteilung   •   Jan 08, 2020 10:20 CET

Prozession der "Transparenti" durch Mendrisio (c) Luca Crivelli

Eine uralte Tradition eindrücklich gelebt, das sind die historischen Osterprozessionen von Mendrisio. Am Donnerstag, den 12. Dezember 2019 hat die UNESCO die Prozessionen auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Sie finden jedes Jahr am Gründonnerstag und Karfreitag statt, die 2020 auf den 9. und 10. April fallen.

Schaulustige strömen von weither nach Mendrisio, um zu sehen, wie Jesus das Kreuz durch das Städtchen trägt, das die Einheimischen stolz Magnifico Borgo („prachtvoller Ort“) nennen. Vor der Kulisse der historischen Gebäude des Ortes, mit ihren bemalten Fassaden und den mittelalterlichen und barocken Kirchen, fühlt sich der Zuschauer beim Anblick des Spektakels in eine andere Zeit versetzt. Höhepunkt ist der Umzug „La Funziun di Giüdee“ bei Sonnenuntergang am Gründonnerstag, bei dem 270 Darsteller mitwirken. Sie ist dem Kreuzweg Christi gewidmet. Die biblischen Protagonisten der Prozession stammen aus der Umgebung und tragen Kostüme, die 1989 von der Mailänder Scala erworben wurden. Sie verkörpern die Mitglieder des Hohen Rates, Longinus, Veronika, die drei Marien, die Jünger, die beiden Diebe, die Würfelspieler, Pontius Pilatus, König Herodes, den Hohepriester und weitere historische Figuren. Die Prozession vom Karfreitag hat dagegen einen eher liturgisch-religiösen Charakter, der bis ins Mittelalter zurückreicht. 700 Teilnehmer schreiten dabei mit zeremoniellen Objekten durch die Straßen, begleitet von einer Musikkapelle.

Fester Bestandteil der Osterprozessionen sind die „Trasparenti“, die zu Beginn der Karwoche in der Altstadt von Mendrisio entfaltet werden. Es handelt sich um Schaubilder auf durchsichtigem Stoff mit Motiven rund um das Leiden Christi, die am Gründonnerstag mit Lampions von innen leuchten und die Stadt mit einem magischen Licht verzaubern. Die außergewöhnliche Anfertigungstechnik der Leinwände und die Weitergabe dieses Wissens von Generation zu Generation war ein wesentliches Element des UNESCO-Entscheids. 2017 wurde in der Casa Croci in Mendrisio ein Museum eingerichtet, in dem dieses künstlerische und geschichtliche Erbe des Mendrisiotto rund ums Jahr bestaunt werden kann. Besondere Beachtung verdienen die Werke des Malers Giovanni Battista Bagutti (1742–1823), der bis 1792 die ersten 58 Transparente der Sammlung schuf und somit den Grundstein für diese Tradition legte. Der besonderen Anfertigungstechnik der Leinwände widmet sich der zweite Stock der Casa Croci. Anhand von Videos, Aussagen von Zeitzeugen, Fotos aus den Werkstätten sowie von Arbeitsinstrumenten wird den Besuchern die technische Komplexität der kunsthandwerklichen Arbeit nähergebracht. www.processionimendrisio.ch

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