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Angst in SOS-Kinderdörfern in Gazastreifen und Israel / Psychologische Hilfe / Schutzzonen für Kinder gefordert

Pressemitteilung   •  Jul 20, 2014 10:48 CEST

Arad/Rafah/München - Raketenangriffe auf Israel, Luftschläge gegen den Gazastreifen: In den SOS-Kinderdörfern auf beiden Seiten der Grenze herrscht Angst.

Das israelische SOS-Kinderdorf Neradim in Arad, in dem jüdische, muslimische und christliche Kinder zusammen aufwachsen, liegt in Reichweite der palästinensischen Raketen. "Immer wieder müssen die Kinder Schutzräume aufsuchen", teilt Dorfleiter Matti Rose mit. "Die Kinder haben Angst, weinen oft, sie wollen nicht alleine bleiben oder draußen spielen."

Als Vorsichtsmaßnahme finden viele Aktivitäten mit den Kindern  in den Schutzräumen statt. Obwohl Sommerferien sind, müssen die SOS-Kinder im Dorf bleiben und die Mitarbeiter von Neradim sind alle im Einsatz. Ausflüge, auch zu Verwandten, wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Herkunftsfamilien der SOS-Kinder befinden sich alle im Süden Israels: in Städten wie Ashkelon, Ashdod, Shderot, Be'er-Sheva, die derzeit sechs bis zehn Mal am Tag beschossen werden. "Die Kinder haben deswegen alle Angst um ihre Familien", sagt Rose.

Auch im SOS-Kinderdorf Rafah im Gazastreifen herrscht Angst. Immer wieder werden Häuser in Rafah unter Beschuss genommen. "Die Erschütterungen sind auch im Kinderdorf heftig zu spüren", sagt Samy Ajjour, Leiter des SOS-Kinderdorfs in Rafah. Die Kinder, auch die außerhalb des Kinderdorfes, seien alle traumatisiert. SOS will nun in einem ersten Nothilfepaket für die Kinder innerhalb und außerhalb des Dorfes psychologische Hilfe anbieten. "Das ist nicht einfach, denn auch die Psychologen verlassen ihre Häuser nach Möglichkeit nicht", sagt Ajjour. Außerdem sollen Familien unterstützt werden, die besonders unter der Situation leiden.

Wilfried Vyslozil, Vorstand der SOS-Kinderdörfer weltweit mit Sitz in München, erneuert die Forderung an beide Seiten in Nahost, die SOS-Kinderdörfer weiträumig als Kinderschutzzone anzuerkennen. "Außerdem", so Vyslozil, "müssen überall im Gazastreifen Kinderschutzzonen errichtet werden, wo Kinder Schutz und Ruhe sowie psychologische Betreuung finden können."

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute mit 545 Kinderdörfern und mehr als 1.800 SOS-Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 133 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,4 Millionen Kinder und deren Angehörige.

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