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Entführung in Nigeria: Rettet die Mädchen / SOS-Kinderdörfer unterstützen #BringBackOurGirls

Pressemitteilung   •   Mai 09, 2014 15:49 CEST

Abuja/München - Entsetzen und Empörung weltweit: Die Islamistengruppe Boko Haram hat in Nigeria über 200 Schulmädchen entführt, um sie zu versklaven. Die SOS-Kinderdörfer appellieren an die Staatengemeinschaft alles zu unternehmen, damit die entführten Mädchen wieder freikommen. Der Einsatz für Mädchenrechte und Mädchenbildung ist ein Schwerpunkt der SOS-Arbeit in Nigeria.

"Die Entführung der nigerianischen Mädchen ist ein unglaublich brutaler Akt gegen Kinder und die Menschlichkeit selbst", erklärt SOS-Vorstand Dr. Wilfried Vyslozil. "Die SOS-Kinderdörfer weltweit fordern Boko Haram auf, die Mädchen sofort freizugeben. Und wir appellieren an die Bundesregierung und alle Regierungen weltweit, sich für die Mädchen einzusetzen."

In vielen Städten Nigerias gehen aufgebrachte Demonstranten auf die Straße und dringen auf die Befreiung der Schülerinnen. Eine Online-Petition, die Regierungschefs zum sofortigen Handeln auffordert, hat weltweit bereits über 800.000 Unterstützer gefunden: www.change.org/saveourgirls. Initiiert wurde die Petition von einer in Bonn lebenden nigerianischen Studentin. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen die weltweite #BringBackOurGirls-Kampagne.

Seit fünf Jahren führt Boko Haram im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias einen grausamen Terror-Krieg. Neben Anschlägen gegen Armee und Polizei greifen sie auch Kirchen und Schulen an. Boko Haram lehnt insbesondere Bildung für Mädchen ab. Übersetzt bedeutet der Name "Boko Haram" etwa "Westliche Bildung ist Sünde".

 Die SOS-Kinderdörfer in Nigeria setzen sich insbesondere für Bildung für Mädchen und Frauen ein und treten für deren Rechte ein. "Wenn Mädchen der Zugang zu Bildung versagt wird, dann werden auch ihre Familien, Gemeinden und Heimatländer in ihrer humanen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung gehemmt", erklärt Erhumwunse A. Eghosa, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nigeria. "Die Investitionen in Mädchenbildung müssen deutlich verstärkt werden und wir müssen gemeinsam gegen jede Form der Verletzung der Rechte von Mädchen kämpfen." In Nigeria gibt es vier SOS-Kinderdörfer. Zusätzlich betreiben die SOS-Kinderdörfer unter anderem vier SOS-Schulen und ein SOS-Berufsbildungszentrum sowie acht Familienhilfe-Projekte.

 

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute mit 545 Kinderdörfern und mehr als 1.800 SOS-Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 133 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,4 Millionen Kinder und deren Angehörige.

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