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Südsudan: Trotz Arbeitsverbot für Ausländer - SOS Kinderdörfer bauen neuen Standort auf und warnen vor Hunger

Pressemitteilung   •   Sep 19, 2014 09:52 CEST

München/Juba

Nach dem Bürgerkrieg im Südsudan sind 1,3 Menschen auf der
Flucht und 3,8 Millionen von Hunger bedroht. Doch obwohl das jüngste Land der
Welt dringend internationale Hilfe braucht, hat die Regierung angekündigt,
ausländische Fachkräfte bis Mitte Oktober auszuweisen. „Wir arbeiten
grundsätzlich nur mit lokalen Mitarbeitern. Ein Arbeitsverbot für Ausländer
trifft uns deshalb nicht“, versichert der Sprecher der SOS-Kinderdörfer
weltweit, Louay Yassin.

Trotz der schwierigen Lage haben die SOS-Kinderdörfer
nach der Flucht aus der heftig umkämpften Stadt Malakal im Februar gerade ihren
Standort in der Hauptstadt Juba neu aufgebaut und setzen ihre Arbeit in dem
Krisen geschüttelten Land fort.

Allerdings kämpfen auch die dortigen Kinderdorffamilien mit
dramatisch gestiegenen Lebensmittelpreisen, die einer drohenden Hungersnot
vorausgehen. Schwere Gefechte im Land hatten den Bauern das Bestellen ihrer
Felder teils unmöglich gemacht, was aktuell zu großen Ernteeinbußen führt. „Wir
zahlen auf dem Markt bis zum Dreifachen des Preises für Getreide und Gemüse“,
berichtet eine SOS-Mitarbeiterin. Schon im August hatten die Vereinten Nationen
die Nahrungsmittel-Krise zur „schlimmsten der Welt“ erklärt.

Auch wenn die südsudanesische Regierung nach
internationalen Protesten nun doch zumindest ausländische Führungskräfte von
Hilfsorganisationen vorerst im Land lassen will , statt wie ursprünglich
geplant, alle ausländischen Fachkräfte mit einheimischem Personal zu ersetzen,
kommt der Vorstoß zu einem äußerst kritischen Zeitpunkt. „Nach UN-Schätzungen
sind 50.000 Kinder in Gefahr, an akuter Mangelernährung zu sterben. Daher
müssen wir die internationalen Anstrengungen jetzt ausweiten!“, erklärt der
Sprecher der SOS-Kinderdörfer.

Weitere Informationen:
http://www.sos-kinderdoerfer.de/suedsudan

 

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute mit 550 Kinderdörfern und mehr als 1.800 SOS-Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 133 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,5 Millionen Kinder und deren Angehörige.

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