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​Vergessene humanitäre Krisen und das Ringen um Aufmerksamkeit

Pressemitteilung   •   Feb 16, 2017 09:08 CET

Obwohl sie Menschenleben kosten, schaffen es humanitäre Krisen nur selten in die Öffentlichkeit. Zum Vergleich: über die Castingshow „Germany´s next Topmodel“ wurde in den vergangenen 365 Tagen in rund 14.000 Artikeln in deutschen Online-Medien berichtet, dagegen erschienen über die humanitäre Situation in Myanmar weniger als 100 Artikel. Mit einer Kampagne wollen elf Hilfsorganisationen, darunter die SOS-Kinderdörfer weltweit, sowie das Auswärtige Amt auf das Schicksal von Millionen vergessener Menschen aufmerksam machen.

Gewaltsame Konflikte und die Zunahme von Naturkatastrophen führen dazu, dass laut den Vereinten Nationen mehr als 128 Millionen Menschen in 33 Ländern humanitäre Hilfe zum Überleben benötigen. Einige dieser Krisen dauern schon seit Jahrzehnten an, wie die Vertreibung der Zivilbevölkerung aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges in Kachin in Myanmar oder die humanitäre Situation der Menschen in Somalia. Sie stehen aber nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Mit einer Kampagne unter dem Titel #nichtvergesser will eine Initiative von elf deutschen Hilfsorganisationen und dem Auswärtigen Amt auf das Schicksal von Menschen aufmerksam machen, die in vergessenen humanitären Krisen leben.

„Das fehlende Wissen über diese Krisen ist besonders fatal: die Krisen verlaufen hier in Deutschland fast außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Auch dadurch gibt es kaum Spenden für diese Regionen“, erklärt Dr. Bärbel Kofler. Die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe ist Schirmherrin der Kampagne.

Die Initiative #nichtvergesser will die vergessenen humanitären Krisen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit holen. Sie informiert über die Krisen im Jemen, in Kolumbien, Myanmar, Pakistan, Simbabwe, Somalia, im Südsudan und im Tschad und ruft dazu auf, ein Zeichen für vergessene Menschen zu setzen. Hinter der Kampagne stehen die deutschen humanitären Hilfsorganisationen SOS-Kinderdörfer weltweit, Johanniter-Unfall-Hilfe, Caritas international, Plan International, Welthungerhilfe, Malteser International, Humedica, CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Help e.V., International Rescue Committee, arche noVa und das Auswärtige Amt.

Hinweise an Redaktionen:

Die SOS-Kinderdörfer sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine global agierende Organisation entstanden, die sich hauptsächlich aus privaten Spenden finanziert. Sie ist heute mit mehr als 560 Kinderdörfern und rund 1.900 weiteren SOS-Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 134 Ländern aktiv. Weltweit unterstützen die SOS-Kinderdörfer etwa 1,5 Millionen Kinder und deren Angehörige.

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